Fußball - Andre Schürrle im Portrait

Der Aufsteiger des FSV Mainz 05 wurde mit 19 in die U21 berufen

Andre Schürrle sorgt zu Beginn der Bundesliga-Saison 2009/2010 für Furore. Der junge Stürmer hat sich zum Stammspieler gemausert, steht aber erst am Anfang der Karriere.

Spätestens in der Vorbereitung war klar, dass Andre Schürrle vor dem Sprung in die Bundesliga stehen wird. Der damals 18-jährige spielte sich mehr und mehr in den Vordergrund. Mit unbekümmerten Auftritten machte der Angreifer auf sich aufmerksam und brachte die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander. Trainer Jörn Andersen sagte ihm eine gute Zukunft voraus und wollte ihn auch in der Bundesliga langsam reifen lassen. Dann der kleine Schock, als Andersen noch vor dem ersten Spieltag der Bundesliga entlassen wurde. Doch auch dessen Nachfolger, der bis dato unbekannte Thomas Tuchel setzt voll auf den Jungstürmer. Vielleicht sogar mehr, als sein Vorgänger. Bei Tuchel ist Schürrle zum Stammspieler geworden und wurde nun mit der Nominierung in die deutsche U21-Nationalmannschaft belohnt.

Mit dem Jugendtrainer zu den Profis

Thomas Tuchel kennt Andre Schürrle vielleicht wie kein anderer Trainer. Denn schon bei der Mainzer U19 trainierte er das Talent. Mit diesen Talenten feierte Tuchel die A-Juniorenmeisterschaft im letzten Sommer. Sein Angreifer Nummer eins dabei: Andre Schürrle. 14 Tore erzielt er in 19 Spielen der A-Jugend Bundesliga Süd/Südwest. Im Halbfinal-Rückspiel gegen Werder Bremen schießt Schürrle den FSV Mainz 05 mit einem Doppelpack in die nächste Runde und sich somit in das Notizbuch von Andersen. Der Trainer der Profis nimmt ihn mit in die Vorbereitung zur Saison 2009/2010.

Dabei profitiert der Nachwuchsstürmer allen voran von den Verletzungssorgen bei der ersten Mannschaft. Baljak, Bancé, Amri, Bogavac und Borja fallen aus oder sind zumindest angeschlagen. Die Chance für Schürrle, der sie eiskalt nutzt. Der druckvolle Angreifer überzeugt mit einem hohen Laufpensum, solider Technik und starkem Abschluss. Schnell wird Beobachtern klar, dass der FSV hier nicht nur einen Lückenbüßer, sondern eine echte Alternative in der Hinterhand hat.

Der Weg zum Bundesliga-Stammspieler

Die Vorschusslorbeeren bestätigt Schürrle auch zum Saisonstart. Nachdem er im DFB-Pokal gegen den VfB Lübeck erst spät eingewechselt wurde, darf der 18-jährige am ersten Spieltag gegen Bayer 04 Leverkusen von Beginn an auflaufen. Als einzige Sturmspitze, während Bancé nur auf der Bank Platz nehmen muss. Schürrle spielt sich fest, weil er für viel Wirbel sorgt und perfekt ins schnelle Spiel der Mainzer passt. Schürrle bleibt gesetzt und feiert seinen vorläufigen Höhepunkt am sechsten Spieltag, als er gegen den VfL Bochum seine ersten beiden Bundesligatore erzielt und den 3:2-Erfolg perfekt macht. Bis zum achten Spieltag legt er zudem zwei Mal für seine Mitspieler auf, fällt dann aber in ein kleines Loch und muss am zehnten Spieltag pausieren.

Ein Spiel später kommt er ab der 46. Minute gegen den VfL Wolfsburg wieder zum Einsatz und spielt sich zurück in die Startelf. Schürrle beweist in diesen Tagen nicht nur sein Talent, sondern auch seinen Willen. Der Stürmer scheint auch kleine Rückschläge wegstecken zu können und entwickelt sich in diesen Monaten zu einem vollwertigen Bundesligaspieler.

Schürrle im internationalen Wettbewerb

Das wird auch auf internationaler Ebene belohnt. Nachdem Schürrle elf Spiele (vier Tore) für die deutsche U19-Nationalmannschaft bestritten hat, darf sich der Angreifer nun auch mit U21-Spielern messen. Sechs Tage nach seinem neunzehnten Geburtstag nominierte ihn Bundestrainer Rainer Adrion für die EM-Qualifikationsspiele gegen Nordirland und San Marino. Dabei profitiert er abermals von einer Verletzung. Diesmal vom ebenfalls erst 19-jährigen Richard Sukuta-Pasu. Doch es würde kaum verwundern, wenn Schürrle nicht auch diese Chance direkt beim Schopf packt.

Andre Gierke, Andre Gierke

Andre Gierke - Ich arbeite seit einiger Zeit nebenberuflich als Freier Journalist für diverse Sport-Publikationen und betreibe im Internet meine ...

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