20. August 2010: Nun sind sie Geschichte - die obligatorischen Spekulationen vor dem Saisonstart. Die 48. Bundesliga-Saison ist nun offiziell eröffnet. Titelverteidiger Bayern München durfte traditionell das erste Saisonspiel im heimischen Stadion austragen. Gegner VfL Wolfsburg mit Trainer Steve McClaren war nach der schwachen letzten Saison mit Platz 8 aber nicht als Kanonenfutter angereist, sondern hatte für die neue Saison Ambitionen auf die Europa-League-Plätze geäußert.
Bundesligaauftakt 2010/11: Bayern von Beginn an hellwach
Bereits in der 9. Minute konnte Thomas Müller das erste Saisontor 2010/11 erzielen. Im Zusammenspiel mit Toni Kroos gelang dem WM-Torschützenkönig das 1:0 für die Bayern. Vor 69.000 Zuschauern in der Allianz Arena konnten die Münchner jedoch nicht nachlegen. Zwar machten die „Wölfe“ in der Abwehr – ohne den verletzt fehlenden Neuzugang Arne Friedrich - nicht den sichersten Eindruck, aber der Gastgeber nutzte die Lücken nicht.
Nach der Pause: Wolfsburg wird stärker
Hatte VfL-Trainer Steve McClaren in der ersten Hälfte den offensichtlich abwanderungswilligen Zvjezdan Misimovic noch auf der Bank gelassen, brachte er ihn nun ins Spiel. Und diese Maßnahme sollte sofort Wirkung zeigen. Zunächst hämmerte der Kroate Mario Mandzukic den Ball gegen den Pfosten. Nach einem Eckball in der 55. Minute konnte Torjäger Edin Dzeko - Bundesliga-Torschützenkönig 2009/10 - den Ball zum 1:1 im Bayern-Gehäuse unterbringen. Mit dem Tor übernahmen die Bayern wieder das Kommando vor heimischem Publikum. Doch bis zur 90 Minute tat sich nicht viel. Erst in der Nachspielzeit schoss Nationalspieler Bastian Schweinsteiger sein Team zum Sieg und verhinderte damit den zweiten Punktgewinn für die „Wölfe“ in München.
Nach dem Spiel: Unzufriedenheit auf beiden Seiten
Kapitän Mark van Bommel brachte es auf den Punkt: "Nach einem solchen Erfolg könne man glücklich sein." Besonders die Phase nach der Halbzeitpause, in der den Wolfsburgern der Ausgleich gelang, sorgte für Diskussionen beim Titelverteidiger. Für Thomas Müller müsse über die Situation gesprochen werden. Ein Spiel möglicherweise durch eine solch unkonzentrierte zehnminütige Phase aus der Hand zu geben, verlange nach Klärung.
Bei den „Wölfen“ herrschte nach dem verpassten Auswärtspunkt in München Enttäuschung. Zvjezdan Misimovic, dessen Einwechslung nach dem Seitenwechsel das Wolfsburger Spiel sofort belebte, war unzufrieden mit der ersten Halbzeit, die nicht nur aus seiner Sicht völlig verschlafen wurde. In die gleiche Richtung ging Edin Dzekos Kritik. Vor dem Seitenwechsel sei sein Team viel zu passiv gewesen.
Bundesligaauftakt 2010: Bayern holt drei Punkte
Für die Statistik bleiben drei Punkte für die Bayern stehen. Damit haben sie zum ersten Mal seit drei Jahren in ihrem Auftaktspiel wieder drei Punkte geholt. Da ist sicher einfacher mit der Äußerung von Martin Demichelis umzugehen. Der argentinische Verteidiger zählte für das Wolfsburgspiel nicht zur Startelf und bat daher darum, nicht eingesetzt zu werden. Hintergrund sollen Wechselabsichten sein. Doch FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge wiegelte ab. Demichelis sei enttäuscht, deswegen werde er jedoch nicht verkauft. Glaubt man dem Argentinier, so steckt für ihn mehr dahinter. Er und der FCB sollten in beiderseitigem Interesse getrennte Wege gehen.
