
- Toooooor: Freiburger Spieler bejubeln den 2:2 Ausgleich durch Stefan Reisinger - Joachim Hahne
Der Sportclub Freiburg hat am Samstag, 19. November 20011 gegen Hertha BSC Berlin nach einem 0:2 Rückstand noch ein 2:2 Unentschieden ertrotzt. Ramos (20.) und Niemeyer (45.) hatten den Aufsteiger bis zur Pause in Führung gebracht. Nach dem Seitenwechsel erzwang der eingewechselte Stefan Reisinger mit zwei Treffern noch den verdienten 2:2-Ausgleich für den Sportclub Freiburg.
Es war kein Spiel für schwache Nerven. 21.500 Zuschauer im nicht ausverkauften Badenovastadion erlebten an diesem 13. Spieltag eine äußerst emotionale Partie. "Ich denke die Fans haben eine denkwürdige Partie gesehen. Für uns sind es natürlich zwei verlorene Punkte, wenngleich das Unentschieden letztlich aber gerecht ist", bilanzierte Markus Babbel bei der Pressekonferenz.
Maik Franz auf der Bank und Schuster kann für Freiburg auflaufen
Der Coach des Aufsteigers hatte seine Elf gegenüber dem Spiel gegen Mönchengladbach (1:2) auf zwei Positionen verändert. So standen Patrick Ebert und Roman Hubnik wieder in der Anfangsformation - Maik Franz und Nikita Rukavytsya durften sich das Spiel von der Bank aus ansehen. Bei Freiburg musste Cedric Makiadi auf die Bank. Dafür hatte Marcus Sorg Jonathan Schmid einen Spieler der zweiten Mannschaft aufgeboten. Mittun konnte dagegen Julian Schuster, der ursprünglich wegen einer Gesäßmuskelverletzung auszufallen drohte, doch auflaufen.
Ramos und Niemeyer treffen zur Führung für Berlin
Der Aufsteiger aus der Hauptstadt ließ vom Anpfiff weg erkennen, dass man die Punkte nicht freiwillig im Breisgau lassen will und die bislang 16 Zähler auf der Habenseite kein Zufall sind. Gut gestaffelt in der Abwehr gab es für Freiburg mit seinen harmlos vorgetragenen Angriffen kein Durchkommen. Und im Angriff hatten die Berliner mit Rafael und Ramos zwei Spieler mit von der Partie, die für die Freiburger Defensive ein ständiger Gefahrenherd waren. Und ein Geniestreich dieser beiden Akteure brachte durch Ramos (20.) die nicht einmal überraschende Führung. Freiburg brauchte eine Weile, um den Rückstand zu verarbeiten und wieder ins Spiel zurück zukommen. Erst ein Distanzschuss von Putsila, der den starken Thomas Kraft prüfte, war das Signal für den Sportclub etwas mehr für die Offensive zu tun. Glück für die die alte Dame "Hertha", dass Schiedsrichter Markus Wingenbach nach einem Foul von Hubnik, der SC-Torjäger Cissé am Standbein traf, nicht auf Strafstoß für Freiburg entschied. Nur wenig später nutzte Peter Niemeyer nach einem Freistoß die Verwirrung im Strafraum der Gastgeber zur 2:0 Pausenführung. "Wir haben da in der Defensive wieder mal entscheidende Fehler gemacht", sagte der Freiburger Coach nach dem Abpfiff.
Stefan Reisinger lässt mit Doppelpack den Sportclub Freiburg jubeln
Mit dem Wiederanpfiff machte das Team von Marcus Sorg mächtig Dampf und nahm den Kampf zur Aufholjagd an. Zunächst noch ohne zählbaren Erfolg. Denn SC-Torjäger Cissé scheiterte mit einem Kopfball am Reflex von Hertha-Keeper Kraft. Dann vielleicht der entscheidende Wechsel. Der Freiburger Trainer brachte mit Stefan Reisinger (53.) für den Schweizer Defensivmann Beg Ferati einen weiteren Stürmer. Und der "Fußballgott" aus Franken, wie er von den Fans gehuldigt wird, brauchte schlappe 8 Minuten Anlaufzeit. Von der Strafraumgrenze aus erzielte der Freiburger Edeljoker per Flachschuss den Anschlusstreffer. Nun war Stimmung in der Hütte. Angetrieben vom eigenen Anhang, merkten die SC-Akteure, dass da noch was gehen konnte. Angriff auf Angriff rollte in Richtung Berliner Tor - zunächst noch ohne zählbaren Erfolg.
Schiedsrichter Markus Wingenbach annulliert Tor für Freiburg
Bis zur 81. Spielminute. Da ließ der ehemalige Fürther seine Mitspieler und Fans zum zweiten Mal jubeln. Per Kopf hatte Reisinger nach einer Ecke den (vermeintlichen) Ausgleich besorgt. Der Ball lag schon am Anspielpunkt. Jetzt intervenierten die Berliner Akteure erfolgreich bei Schiedsrichter Wingenbach. Und dieser annullierte nach Rücksprache mit seinem Assistenten das Tor. Statt Anspiel gab es eine Wiederholung des Eckballs, weil er den Ball noch nicht freigegeben hatte. Hektik kam auf und die Berliner Spieler wollten die knappe Führung über die Zeit retten. Drei gelbe Karten wegen Zeitspiel für Hertha wegen Zeitspiel folgerichtig. In der dann fünfminütigen Nachspielzeit war der Fußballgott schließlich wieder ein Freiburger. Berlin bekam den Ball nicht aus dem Torraum und Stefan Reisinger (94.) staubte zum frenetisch gefeierten Ausgleichstreffer ab. "Wir haben Moral bewiesen, das wird uns Auftrieb geben", befand Julian Schuster überglücklich.
Hertha Berlin trifft auf Leverkusen und Freiburg gastiert in Hoffenheim
Am 14. Spieltag muss der Sportclub Freiburg zum Badischen Derby bei der SG Hoffenheim antreten. Aufsteiger Berlin empfängt Bayer 04 Leverkusen. Beide Begegnungen werden am Samstag, 26. November um 15.30 Uhr angepfiffen.
Die Ergebnisse des 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga
- Kaiserslautern - Leverkusen 0:2
- Köln - Mainz abgesagt
- Wolfsburg - Hannover 4:1
- Mönchengladbach - Bremen 5:0
- München - Dortmund 0:1
- Schalke - Nürnberg 4:0
- Freiburg - Berlin 2:2
- Stuttgart – Augsburg 2:1
- Hamburg - Hoffenheim 2:0
