Bei der großartigen U21-Weltmeisterschaft 2009 in Schweden, die von der deutschen Mannschaft gewonnen wurde, stach vor allem ein Spieler heraus: der Bremer Mesut Özil. Beim sensationellen 4:0 Finalerfolg der deutschen Mannschaft glänzte Özil als dreifacher Torvorbereiter und als einfacher Torschütze. Konsequenterweise wurde er zum Spieler dieses Spiels gewählt.
Karrierebeginn auf Schalke
Der türkischstämmige Straßenfußballer, der am 15. Oktober 1988 in Gelsenkirchen geboren wurde, machte schon in frühen Jahren auf sich aufmerksam. Mit der A-Jugend von Schalke 04 gewann er 2006 die deutsche Meisterschaft, um in der folgenden Saison bereits mit 18 Jahren in der Bundesliga zu debütieren. In seiner ersten Bundesligasaison brachte er es bereits auf 19 Einsätze. Bei den Vertragsverlängerungen im Januar 2008 machte Özil jedoch negative Schlagzeilen. Zu hohe Gehaltsforderungen forcierten den Wechsel zu Werder Bremen. Wieder positiv auf sich aufmerksam machen konnte Özil dann im Trikot des neuen Vereins. Am 20. Mai 2008 schoss er wohl sein bislang schönstes Bundesligator beim denkwürdigen Spiel gegen Bayern München in der Allianz Arena. Mit einem harten, platzierten Schuss schloss der Bremer aus 16 Metern unhaltbar ins kurze Kreuzeck ab. Ebenfalls in Erinnerung bleiben wird wohl für viele das entscheidende Tor zum 1:0 Endstand im DFB-Pokalfinale 2009.
Nationalelf: Özils Entscheidung für Deutschland
Im Gegensatz zu vielen anderen aus der Türkei stammenden deutschen Spielern widerstand Özil dem Werben des türkischen Fußballverbands und entschied sich, seine Karriere im Trikot mit dem Bundesadler weiterzuführen. Sein A-Nationalmannschaftsdebüt feierte Özil am 11. Februar 2009 in Düsseldorf gegen Norwegen. Durch den Antrag auf die Entlassung aus der türkischen Staatsbürgenschaft wird es wohl demnächst auch nicht mehr möglich sein, für die türkische Nationalmannschaft zu spielen.
Europäische Topklubs jagen Özil
Auch schon vor der U21-Europameisterschaft war Özil bei vielen Talentspähern europäischer Topklubs heiß gehandelt worden. Vereine wie der FC Arsenal bekundeten bereits ihr Interesse. Dieses dürfte nach der brillanten Leistung bei der der Junioreneuropameisterschaft auch bei weiteren Spitzenteams geweckt worden sein. Werder Bremen ist natürlich stark daran interessiert, den 20-Jährigen weiter an sich zu binden, was aber bei hochdotierten Auslandsangeboten schwer fallen dürfte. Özil besitzt in Bremen noch einen Vertrag bis 2011 und dürfte bei einem vorzeitigen Wechsel viel Geld in die Bremer Kassen spülen. Der Marktwert Özils wird von transfermarkt.de auf 10 Millionen Euro geschätzt. Dieser Wert dürfte jedoch eine Momentaufnahme sein. Bei den zu erwartenden Interessensbekundungen europäischer Clubs dürfte sich dieser stark erhöhen. Werder Bremen kann aber für die kommende Spielzeit der perfekte Arbeitgeber für Özil sein. Hier eröffnet sich ihm die Chance, sich auf hohem internationalen Niveau weiterzuentwickeln. Ein Wechsel ins Ausland käme wohl noch zu früh.
Özils Chancen auf die WM 2010 stehen gut
Ob Özil sich im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika noch im DFB-Team etablieren kann, ist nicht sicher. Spielt Özil jedoch auch in der nächsten Saison so gut auf, wie bislang, führt für Joachim Löw wohl kein Weg am Bremer vorbei. Zumal der Kreativbereich der deutschen Nationalmannschaft noch ausbaufähig erscheint. Özils Spielwitz und seine Spielintelligenz können Löw und seinen Jungs weiterhelfen.
