Ob Taubenzüchter, Hühnerbesitzer oder Gänseliebhaber – für Nutzgeflügelhalter gibt es Forschungen und Literatur über die besten Futtersorten, die gesündeste Ernährung. Doch interessierte Ziervogelhalter stehen da vor einem Mysterium. Ziervögel seien eben Körner- und Samenfresser, heißt es lapidar. Forschungen gibt es nur wenige, wissenschaftliche Informationen sind rar, Behauptungen und Ahnungen gibt es dagegen viele. Dabei ist es so wichtig, Vögel gesund zu ernähren, denn eines ist jedem klar: Zu einer artgerechten Ziervogelhaltung gehört eine ebenso artgerechte und gute Ernährung. Eine ausgewogene Ernährung ist es nämlich, die prophylaktisch wirkt. Prophylaktisch, um die geliebten Vögel gesund zu erhalten. Lesen Sie, was Ihr Ziervogel benötigt, um gesund bleiben.

Das größte Problem: Die meisten Vögel verfetten

Was zahlreiche Tierärzte immer wieder feststellen müssen: Die meisten Vögel, die im Käfig oder auch in einer Voliere gehalten werden, leiden an Verfettung. Der Grund ist einfach: Viele Vogelbesitzer meinen, je mehr Futter unterschiedlichster Art sie ihren Tieren anbieten, desto zufriedener und glücklicher sind die Vögel, desto gesünder leben sie, da sie sich das heraussuchen können, was sie wirklich benötigen. Doch ein profundes Wissen über die für sie gesündesten Körner haben die Vögel nicht. Im Gegenteil: Sie suchen sich die leckersten heraus. Und das sind meist auch die fettesten. Zum Vergleich: 100g Sonnenblumenkerne haben 605 kcal, Erdnüsse 608 kcal, während Hirse nur 356 kcal enthält. Während ein Vogel in der Natur deutlich mehr Bewegung hat, frisst er auch nur dann, wenn er Hunger hat. Vögel in Menschenhand - also in Käfigen und Volieren - fressen hingegen, weil sie darin eine Möglichkeit sehen, sich zu beschäftigen.

Für Papageien: eine gute Körner- und Samenmischung

Die tägliche Futtermenge für einen großen, ausgewachsenen Vogel, wie beispielsweise für einen Papageien, sollte zwischen zehn und 20 Prozent seiner Körpermasse betragen. Während der Mauser oder der Brutzeit allerdings sollte die Futtermenge leicht erhöht werden. Papageien sind Körnerfresser. Um sie optimal zu ernähren, reicht man ihnen eine gute Mischung aus Körnern und Sämereien wie beispielsweise Kanariensamen, Mais und Weizen. Auch Sonnenblumenkerne sollten nicht fehlen. Sie sollten allerdings aufgrund ihres hohen Fettgehaltes nicht mehr als 20 Prozent der täglichen Gesamtfuttermenge überschreiten. Und: Füttern Sie die Sonnenblumenkerne separat, zu einem späteren Zeitpunkt. Ansonsten würde sich der Vogel nur die Sonnenblumenkerne herauspicken. Zu einer ausgewogenen Körnermischung sollte Obst und Gemüse sowie ein bisschen tierisches Eiweiß gefüttert werden.

Für Wellensittiche und Kanarienvögel: Auch Obst und Gemüse sind wichtig

Kleinere Vögel, wie beispielsweise Wellensittiche oder Kanarienvögel benötigen pro Tag lediglich zwei gehäufte Teelöffel Samenfutter. Hirse ist dabei ein wichtiger und gesunder Bestandteil. Mohn und Negersaat sind zwar gesund, aber sehr fetthaltig. Selbstverständlich sollten auch Wellensittiche Frischfutter in Form von Obst und Gemüse erhalten. Ebenso wichtig ist die Gabe von zusätzlichen Mineralstoffen und Vitaminpräparaten. Das gilt auch für Kanarienvögel, die neben einer ausgewognen Pflanzensamenmischung aus beispielsweise Hafer (geschält) und Sommerraps auch Brunnenkresse und Löwenzahn mögen. Sollten Sie Petersilie im Haus haben: Gönnen Sie ihrem Kanarienvogel ein paar Blätter. Sie sind gesund und lecker. Um Körner und Samenfresser gesund zu erhalten, benötigen Sie aber auch Magengrit, eine Mischung aus speziellen Kieseln, die Vögel benötigen, um in ihrem Magen das Körnerfutter zu zermahlen. Kalkgrit, eine weitere Nahrungsergänzung, dient den Vögeln als Mineralstoff.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.