Wie auch bei Menschen können bestimmte Futtermittelbestandteile Allergien bei Hunden hervorrufen. Die „Futtermittelallergien" können dabei in jedem Alter auftreten: Auch bei Hunden, die jahrelang dasselbe Futter bekommen haben, können sich Allergien entwickeln.
Typische Symptome
Charakteristische Beschwerden bei Futtermittelallergikern sind Hauterkrankungen und/oder Magen-Darm-Probleme. Vor allem starker Juckreiz ist ein sehr dominantes Symptom. Diesen kann der Besitzer daran erkennen, wenn der Hund unentwegt an seinen Pfoten knabbert, das Gesicht auf dem Teppich reibt, seinen Analbereich leckt oder über den Boden schrubbt. Auch chronische Ohrenentzündungen oder Durchfall, Erbrechen und Blähungen können auf eine Allergie hinweisen. Dass ein Zusammenhang mit einer möglichen Allergie besteht, ist oftmals gar nicht so leicht festzustellen. Denn die Beschwerden können auch um mehrere Stunden oder Tage verzögert auftreten.
Handelt es sich um eine Futtermittelallergie?
So genannte serologische Tests, also Blutuntersuchungen, können dazu beitragen, die Futtermittelbestandteile, auf die der Hund allergisch reagiert, zu erkennen. Jedoch sind viele Tests, die von den Laboren angeboten werden, noch immer umstritten, da die Ergebnisse nicht immer vollkommen fehlerfrei sind. Zudem gibt es Futtermittelunverträglichkeiten, die nicht allergisch bedingt sind. Hier würde eine Blutserumuntersuchung keinen Aufschluss darüber geben können, ob eine Unverträglichkeit vorliegt, da keine Antigene im Blut vorhanden sind.
Eine sehr zeitaufwendige, aber sichere Möglichkeit, um eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit zu bestimmen, ist eine so genannte Eliminationsdiät. In Absprache mit dem Tierarzt muss der Besitzer diese über mehrere Wochen konsequent durchführen. Dabei sind einige Dinge zu beachten: Es dürfen in dieser Zeit weder Leckerlis noch Nahrungsergänzungsmittel gefüttert werden. Des Weiteren müssen Hunde, die Hunde- oder Katzenkot fressen (Koprophagie), unbedingt davon abgehalten werden, da dadurch der Befund verfälscht werden kann.
Wie funktioniert die Eliminationsdiät?
Der Sinn der Eliminationsdiät besteht darin, dass die Symptome vollständig zurückgehen und daraufhin herausgefunden werden kann, auf welche Futterbestandteile der Hund allergisch reagiert. Dazu werden dem Hund zunächst einige Wochen lang Kohlenhydrat- und Proteinquellen gegeben, die er vorher noch nie gefressen hat. Da mittlerweile im handelsüblichen Fertigfutter sehr viele Futtersorten verwendet werden, ist die Auswahl für diese Diät gering. Ente, Wild oder Fisch sind Bestandteile, die verhältnismäßig selten in Fertigfuttern verwendet werden.
Die Eliminationsdiät sollte solange gefüttert werden, bis die Symptome vollständig verschwunden sind. Dieser Prozess kann bis zu dreizehn Wochen dauern, da einige Futterinhaltsstoffe wochenlang allergische Reaktionen hervorrufen. Optimal wäre es, wenn die Diät für den Hund selbst zubereitet würde. Dadurch schließt man von vornherein aus, dass Konservierungsstoffe o. ä. enthalten sind, auf die der Hund ebenfalls negativ reagieren könnte. Im Handel gibt es aber auch spezielles Fertigfutter, das nur aus einer, manchmal zwei Komponenten besteht. Mit diesem ist die Diät ebenfalls durchführbar. Kartoffeln können neben dem Fleisch als Kohlenhydratquelle verwendet werden. Sind die Symptome tatsächlich auf eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit zurückzuführen, wird sich das Wohlbefinden des Hundes während der Diät deutlich verbessern. Wenn dies nicht der Fall ist, ist anzunehmen, dass eine andere Erkrankung für die Haut- und/oder Magen-Darm-Probleme verantwortlich ist. Die Eliminationsdiät muss dann nicht weitergeführt werden. Wenn die Beschwerden jedoch vollständig abklingen, muss mit einem Provokationstest herausgefunden werden, welche Nahrungsmittel allergieauslösend sind.
Der Provokationstest
Der Provokationstest wird durchgeführt, indem das Futter aus der Eliminationsdiät im Abstand von etwa zehn bis vierzehn Tagen um jeweils eine neue Futterkomponente aus dem ursprünglichen Futtermittel ergänzt wird. So fügt man beispielsweise in der ersten Testphase Rindfleisch, in der Zweiten Huhn, in der Dritten Reis usw. hinzu und beobachtet, ob der Hund erneut allergische Reaktionen aufweist. Treten nach spätestens vierzehn Tagen keine Symptome auf, kann man davon ausgehen, dass der Hund diesen jeweiligen Bestandteil verträgt. Auch Nahrungsergänzungsmittel können auf diese Weise getestet werden.
Der Provokationstest sollte solange durchgeführt werden, bis alle gängigen Inhaltsstoffe getestet wurden. Dies kann einige Monate dauern, doch diese Mühe lohnt sich: Anschließend weiß man genau, auf welche Stoffe der Hund reagiert und auf welche nicht. Wichtig ist jedoch, dass die Eliminationsdiät nicht über einen längeren Zeitraum hinaus fortgesetzt wird, da ansonsten Mangelerscheinungen auftreten könnten.
Was hilft bei einer Futtermittelallergie?
Eine Futtermittelallergie ist im Gegensatz zu anderen Allergieformen leicht therapierbar, da lediglich die Futtermittel, die sich während der Testphase als allergieauslösend herausgestellt haben, vollständig vermieden werden müssen. Will man auf Fertigfutter nicht verzichten, ist es ratsam, die Inhaltsstoffe auf der Packung genau zu studieren. Im Handel gibt es hypoallergene Futtersorten, die speziell für Nahrungsmittelallergiker hergestellt worden sind. Entschließt man sich dazu, das Futter selbst zuzubereiten (z. B. Barfen), sollte zusätzlich mit dem Tierarzt abgesprochen werden, wie man Mangelerscheinungen (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) vorbeugen kann.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
