
- Der erste Tod der Cass McBride - marion trost
In den USA gilt sie als die "Queen of Thriller for Young Adults". Gail Giles, ehemalige High-School-Lehrerin, hat bereits mehrere preisgekrönte Jugendromane verfasst.
Cass McBride, eine verwöhnte High-School-Queen
Sie ist nicht nur hübsch und intelligent, sondern hat außerdem haufenweise Verehrer, die sich stets um sie scharen. Cass weiß ihre Chancen gekonnt und zielsicher einzusetzen. Ihr Vater hat ihr beigebracht, wie man es anzustellen hat, um immer auf der Gewinnerseite aufzutauchen. Doch eines Tages wendet sich das Blatt. Das Bestreben, sich niemals mit Verlierern einzulassen, wird ihr zum Verhängnis.
David beendet sein Leben
Natürlich findet auch David Gefallen an Cass McBride. Er fasst all seinen Mut zusammen und bittet das verwöhnte Mädchen um ein Treffen. Weil David aber überhaupt nicht in ihr Beuteschema passt, lehnt sie höflich ab. Aber dann findet er einen Brief von Cass, der ihn zutiefst schockiert: "Der Loser David Kirby wollte sich mit mir verabreden. Wie konnte er es bloß wagen, ausgerechnet mich zu fragen. Ich fasse es nicht. Für ein date muss der sich schon ziemlich ans Ende der Nahrungskette begeben. Oh Gott, und ich dachte, er sei schwul." Einen Tag später ist David tot.
Die Strafe für Cass McBride
Für Kyle steht fest, dass Cass McBride die alleinige Schuld am Tod seines jüngeren Bruders trägt. Er sperrt daraufhin die arrogante Zicke in eine Kiste, vergräbt diese unter der Erde. Über die einzige Verbindung, ein Walkie-Talkie, treten Cass und Kyle zaghaft miteinander in Kontakt. Während dieser immer intensiver werdenden Gespräche, arbeiten beide Teenager ihr bisheriges Leben auf. Plötzlich wird ihnen bewusst, dass sowohl Cass als auch Kyle Opfer und Täter zugleich sind.
Fazit
Gail Giles zeichnet mit "Der erste Tod der Cass McBride" einen unblutigen Psychothriller, der unter die Haut geht. Das Thema Manipulation wurde von der Autorin bravourös umgesetzt. Drei verschiedene Erzählperspektiven führen durch den Roman: Die erste gehört Kyle Kirby, die zweite Cass McBride und die dritte füllt der Ermittler Ben aus. Da die Kapitel recht kurz gehalten sind, wird ein enormer Spannungsbogen erzeugt, welchem die Autorin bis zum Schluss auch die Treue zu halten vermag. Man spürt als Leser förmlich die unheimliche Enge, diese packende Angst, von der das Opfer unter der Erde umgeben ist. Die Geschichte um Cass McBride endet ebenso spektakulär wie sie begonnen hat. Auch mit diesem Buch, eingefasst in ein wunderschönes Cover, ist der Autorin ein großer Wurf gelungen.
Gail Giles: Der erste Tod der Cass McBride, Thienemann Verlag, ISBN 978 3522201261, 240 Seiten, € 13,90 Sprache: Deutsch, Januar 2011, Titel der Originalausgabe: What happened to Cass McBride, Aus dem Amerikanischen von Eva Plorin, Altersempfehlung: ab 15 Jahren
Die Autorin dankt dem Thienemann Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
