Gallensteine – Ursachen, Symptome und Therapie

Cholesterinreiche und ballaststoffarme Ernährung sowie Übergewicht begünstigen die Gallensteinentstehung (Cholelithiasis).

Etwa 8-10 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gallensteinen. Gallensteine verhalten sich oft stumm, sodass nur jeder fünfte etwas von ihnen bemerkt. Die Epidemiologie zeigt: Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Physiologische Funktion der Gallenblase und der Gallenflüssigkeit

Die Gallenblase speichert die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit und gibt sie bedarfsgemäß, je nach Fettgehalt der Nahrung in den Dünndarm ab. Nach einer fettreichen Mahlzeit kommt es zu einer Kontraktion der Gallenblase und die in ihr gespeicherte Gallenflüssigkeit wird in den Dünndarm ausgeschüttet. Die Gallenflüssigkeit verteilt das Nahrungsfett im Dünndarm (Zwölffingerdarm) in kleine Fetttröpfchen. Durch die verbesserte Spreitbarkeit (Fett legt sich wie ein Film auf die Dünndarmoberfläche) hilft sie den aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschütteten Bauchspeicheldrüsenenzymen (Lipasen) das Fett ordnungsgemäß zu spalten. Die Bestandteile werden schließlich über die Darmzotten aufgenommen.

Wie Gallensteine entstehen

Die Gallenflüssigkeit besteht aus 80% Wasser, Cholesterin, Gallensäuren, Blirubin, Calciumcarbonat und Phospholipide (Lecithin). Die Gallensäuren sowie die Phospholipide sorgen dafür, dass das Bilirubin und Cholesterin in der Gallenflüssigkeit in Lösung bleiben. Ist die Gallenflüssigkeit mit Bilirubin, Cholesterin und Calciumcarbonat übersättigt, kommt es zu einem Ausfall der Substanzen in Form von kleinen Kristallen. Die zunächst kleinen Kristalle können zu größeren Kristallen anwachsen. Diese bezeichnet man als Gallengrieß. Diese kleinen Steinchen können zu größeren Gallensteinen werden und die gesamte Gallenblase ausfüllen. Folgende Steine werden unterschieden: Cholesterinsteine, Bilirubinsteine und Calciumbilirubinatsteine.

Was begünstigt die Entstehung von Gallensteinen?

Falsche Ernährung mit vielen tierischen Fetten (cholesterinreich) und wenigen Ballaststoffen begünstigt die Entstehung von Gallensteinen. Daneben spielen eine genetische Veranlagung, Übergewicht sowie das weibliche Geschlecht eine wesentliche Rolle. Wer weiblich, übergewichtig, über vierzig ist und mehrere Kinder geboren hat, der hat ein höheres Risiko, Gallensteine zu entwickeln. Aber auch die Einnahme der Antibabypille kann ihre Entstehung begünstigen. Oft entstehen sie auch als Folge weiterer Erkrankungen wie beim Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Schilddrüsenunterfunktion sowie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Wie machen sich Gallensteine bemerkbar?

Wie schon erwähnt, verhalten sich die Gallensteine bei 80% der Gallensteinträger stumm. Der Rest zeigt Symptome wie Übelkeit, Aufstoßen und Blähungen vor allem nach fettreichem Essen sowie Alkohol- und Kaffeekonsum.

Gallenblasenkolik - ein ärztlicher Notfall

Die Symptomatik kann sich in einer Gallenblasenkolik steigern. Bei einer Kolik verschließt ein Gallenstein den Gallenblasengang oder den Gallengang. Die Gallenblase kontrahiert und versucht den verstopfenden Stein auszustoßen. Der Schmerz bei der Gallenblasenkolik ist krampfartig und wellenförmig. Er tritt im rechten Oberbauch auf und kann bis in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen. Begleitet ist die Gallenkolik oft von vegetativen Symptomen wie Erbrechen, Schweißausbrüchen, Kreislaufschwäche und Fieber. Die akute Gallenblasenkolik ist ein Notfall und muss unverzüglich ärztlich behandelt werden.

Komplikation eines Gallengangsverschluss

Eine mögliche Komplikationen eines Gallengangsverschluss ist eine Gelbsucht (Ikterus), da die gelb-grüne Gallenflüssigkeit nicht mehr über die Gallenwege in den Dünndarm abfließen kann. Die Gallenflüssigkeit staut sich in die Leber zurück und tritt anschließend in den Blutkreislauf über. Folge: Augenweiß und Haut verfärben sich gelb. Es kommt zu einem sogenannten Verschlussikterus. Durch den Gallenflüssigkeitsrückstau kann sich außerdem eine Entzündung der Leber entwickeln, die wenn der Rückstau nicht behoben wird, zu einer Leberzirrhose führen kann. Wird der gemeinsame Ausführungsgang des Gallengangs und der Bauchspeicheldrüse blockiert, kann sich außerdem eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse entwickeln.

Weitere mögliche Komplikationen von Gallensteinen: Gallenblasenhydrops ,Gallenblasenempyem

Wenn der Stein den Gallenblasengang verschließt, können der in der Galle gebildete Schleim sowie die dort befindliche Gallenflüssigkeit nicht mehr abfließen. Folge: vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Gallenblase (Gallenblasenhydrops). Wird diese Flüssigkeit bakteriell besiedelt, ist ein Gallenblasenempyem (= Eiteransammlung in der Gallenblase) die Folge.

Diagnose Gallensteine

Neben der Anamnese und dem typischen schmerzhaften Tastbefund der Gallenblase, werden Gallensteine mit Hilfe von Ultraschall, Röntgenuntersuchungen sowie ERCP (= endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) diagnostiziert. Bei der ECRP wird ein Endoskop über den Mund, Speiseröhre und Magen bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben und ein Kontrastmittel in die dort befindliche Vater'sche Papille (gemeinsame Mündung von Hauptgallengang und Bauchspeicheldrüsengang) injiziert. Weitere Möglichkeiten sind die CT (Computertomographie) und die MRT (Magnetresonanztomographie).

Therapie

Therapeutisch bedient man sich folgender Verfahren: Operative Entfernung der Gallenblase, endoskopische Entfernung des blockierenden Gallensteins mittels ERCP sowie Stoßwellentherapie. Die Stoßwellentherapie wird nur noch selten angewandt, da sie oft mit einer hohen Rezidivquote einhergeht. Die medikamentöse Auflösung von Gallensteinen mittels Lysetherapie (Ursodeoxycholsäure, Chendeoxycholsäure) kommt außerdem heute nur noch selten zur Anwendung.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Sonja Moormann - Sonja Moormann ist Heilpraktikerin und Apothekerin. Sie führt eine eigene Naturheilpraxis in Bad Soden mit den Schwerpunkten: ...

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