Der Ausfall des Frühjahrs-Meeting in Baden-Baden hat zu einigen Veränderungen im Rennkalender des Turfjahres 2010 geführt. Die tragenden Rennen des Schwarzwalds wurden auf verschiedene Rennbahnen verteilt. Den Auftakt machen die beiden Rennbahnen in Krefeld und Düsseldorf. Dort werden am letzten Mai-Wochenende das Betty-Barclay-Rennen und die Badener Meile in anderer Form übernommen.
Krefelder Steher-Cup ersetzt 2010 das Badener Betty-Barclay-Rennen
Das Betty-Barclay-Rennen gilt als Gruppe-3-Rennen über weite 3.200m als der absolute Höhepunkt der Saison für die Langstreckler unter den Rennpferden. In dieser Saison findet das Rennen im Krefelder Stadtwald als Krefelder Steher-Cup statt.
Einen klaren Favoriten gibt es in diesem Jahr nicht. Die Favoritengruppe wird von den Spezialisten für Extremdistanzen bestehend aus Caudillo, Brisant und Tarkheena Prince sowie dem frischen Sieger Eye of the Tiger gebildet.
Eye of the Tiger will in Krefeld nach dem Gerling-Preis den nächsten Sieg auf Gruppe-Parkett
Eye of the Tiger gewann zuletzt sensationell in Köln den Gerling-Preis (Gruppe 2, 2.400m) gegen den favorisierten Stallgefährten und Gruppe-1-Sieger Getaway. Den Erfolg muss der Schützling von Jens Hirschberger nun auf einer Distanz bestätigen, die er noch nie bewältigen musste. Sollte ihm die Distanz nicht zu weit werden und die Startfolge nicht zu schnell sein, sollte er gute Chancen anmelden
Eine Alternative stellt der Distanzspezialist Caudillo da. Andreas Bolte trainiert den siebenjährigen Acatenango-Sohn. Er gehört seit Jahren zu den besten Langstrecklern Deutschlands. 2008 siegte er bereits in diesem Rennen.
Das Jahresdebüt fiel als Zweiter auf Listenebene in München hinter Earlsalsa gut genug aus. Im Vorjahr gewann Caudillo das Premio St.Leger im italienischen Mailand über weite 2.800m.
Brisant und Tarkheena Prince sind chancenreiche Kandidaten in Krefeld
Gute Chancen besitzt Brisant. Der Achtjährige aus dem Stall von Ralf Suerland hat schon häufig mit Caudillo mt unterschiedlichen Ausgang die Klingen gekreuzt. Er gilt allerdings als absoluter Spezialist für die Iffezheimer Rennbahn und könnte durch den Wechsel der Bahn ebenso wie durch das Jahresdebüt benachteiligt werden.
Interessant ist sicher auch Tarkheena Prince, der von Trainer-Champion Christian von der Recke nach Krefeld geschickt wird. Der Hengst siegte im Vorjahr im "Langen Hamburger" (Listenrennen, 3.200m) während des Derby-Meetings in der Hansestadt. Zudem war er Dritter im Deutschen St. Leger in Dortmund.
Später scheiterte er allerdings im italienischen Pedant in Mailand an Caudillo. Der Aldebaran-Sohn nimmt die Saison 2010 in Krefeld in Angriff und könnte noch konditionelle Nachteile besitzen.
Titurel kehrt im Krefelder Steher-Cup nach Deutschland zurück
Vom Rest dürfte sicher Titurel zu beachten sein. Der Vertreter von Neu-Trainer Manfred Hofer war unter dessen Regie im Winter in Dubai am Start. Während des Dubai Racing Carnivals zeigte er gegen deutlich stärkere Gegner mehrfach herausragende Formen, die ihm hier sehr gute Chancen einräumen würden. Es ist allerdings fraglich, ob die harten Rennen im Wüstenstaat nicht Spuren hinterlassen haben. Zudem muss er die klimatische Umstellung bewältigen.
Die beiden zur Starterangabe genannten ausländischen Gäste Speedy Catcher und Yes Mr President sind hierzulande noch unbeschriebene Blätter. Letzterer war zuletzt immerhin Zweiter in einem Listenrennen. Er wird trainiert von Mark Johnston, der in dem Ruf steht seine Auslandsstarts sehr genau zu planen. Die restlichen Teilnehmer können dagegen nur überraschen.
