Das Pferderennen Prix de l'Arc de Triomphe

In Paris findet jedes Jahr der Höhepunkt im Galopprennsport statt

Jedes Jahr wird am ersten Oktobersonntag in Paris das beste Pferd Europas gekürt. Doch das zweitägige Meeting bietet Fans mehr als "nur" den Prix de l´Arc de Triomphe.

Das Meeting auf der Pferderennbahn Longchamp in Paris umfasst neben dem Prix de l'Arc de Triomphe weitere sechs Rennen der höchsten Kategorie. Hinzu kommen weitere Gruppe-Rennen und ein hochdotiertes Araber-Rennen. Eine Konstellation, die in dieser Fülle weltweit einmalig sein dürfte.

Inoffizielle Weltmeisterschaft auf der Derbydistanz

Der Prix de l'Arc de Triomphe wurde erstmals am 3. Oktober 1920 gelaufen. Das Rennen wurde den Annalen nach zur Feier der Beendigung des Ersten Weltkriegs aus der Taufe gehoben. Es ergänzte die beiden anderen großen Rennen Frankreichs, den "Grand Prix de Paris" und den "Prix du Conseil Municipal". Als Schaufenster der französischen Pferdezucht war es von Anfang an als internationaler Jahrgangsvergleich konzipiert. Es vereint dreijährige und ältere Hengste und Stuten auf der traditionellen 2.400 m-Distanz. Heute weist der "Arc" mit 5 Mio. Euro Gewinnsumme das weltweit höchste Preisgeld auf. Das Rennen gilt trotz der Konkurrenz des Breeders Cup oder des Dubai World Cups als die inoffizielle Weltmeisterschaft auf der Derbydistanz.

Deutsche Gewinner selten

Dem Ruf entsprechend gewannen im Laufe der langen Geschichte auch zahlreiche Pferde, die im Anschluss zu den Champions ihrer Generation gekürt wurden. Dazu gehören die Doppelsieger Ribot (1956 und 1957) und Alleged ( 1977 und 1978) ebenso wie der legendäre Mill Reef. Den vielleicht am besten besetzten Arc aller Zeiten gewann 1986 Dancing Brave. Den einzigen Sieg eines Pferdes im deutschen Besitz markierte 1975 Gestüt Röttgens Star Appeal als Riesenaußenseiter. 2005 gewann mit Hurricane Run ein Pferd, das von Gestüt Ammerland gezogen wurde. Auch Urban Sea, die letzte Stute, die das Rennen im Jahr 1993 gewinnen konnte, geht über ihre Mutterlinie auf die deutsche Zucht zurück.

Stutensieg oder Aidan O'Brien-Festival?

Im Jahr 2008 könnte es wieder einmal einen Stutensieg geben. Die ungeschlagene dreijährige Stute Zarkava gilt bei sämtlichen Buchmachern als Favoritin. Ihre stärksten Gegner werden in Duke of Marmelade und Soldier of Fortune gesehen. Beide werden von Aidan O'Brien trainiert, der das Rennen als "Titelverteidiger" angeht. Im Vorjahr gewann sein Hengst Dylan Thomas. Mit Derbysieger Kamsin und dem von Pavel Vovcenko trainierten "It´s Gino" werden auch zwei deutsche Pferde versuchen, Ehre für die heimische Zucht einzulegen.

Rahmenprogramm der Superlative

Das europäische Monstre-Rennen ist eingebettet in ein Rahmenprogramm, das weltweit allenfalls noch der amerikanische Breeders Cup vorweisen kann. Insgesamt sechs weitere Rennen der höchsten Kategorie kommen an den beiden Meetingtagen auf der Pariser Pferderennbahn Longchamp im Bois de Bologne zur Austragung. Der Eröffnungstag steht dabei im Zeichen der Steher und Sprinter.

Erstere suchen im Prix du Cadran (Gruppe 1, 4.000 m) den besten auf der Langstrecke. Dagegen ist der Prix de la Floret (Gruppe 1, 1.400 m) den Sprintern vorbehalten. Beide Rennen wurden im Vorjahr durch den Hachtseer Le Miracle und Georg von Ullmanns Toylsome sensationell von deutschen Pferden gewonnen. 2008 wird ersterer auch versuchen, seinen Titel im "Cadran" zu verteidigen. Im Rahmenprogramm bilden der Prix Chaudenay (Gruppe 2, 2.800 m), der Prix de Royallieu (Gruppe 2, 2.500 m), der Prix Wildenstein (Gruppe 2, 1.500 m) sowie der Prix Dollar (Gruppe 2, 1.950 m) mit Liang Kay als deutschen Vertreter die weiteren Höhepunkte.

Super-Sonntag lockt nach Longchamp

Das erstklassige Programm bildet aber nur die Vorspeise zum Sonntag um den Arc. Zu den absoluten Höhepunkten gehören der Prix Jean-Luc Lagadere (Grand Criterium) (Gruppe 1, 1.400 m) für die zweijährigen Hengste und der Prix Marcel Boussac (Gruppe 1, 1.600 m) als Pedant für die gleichaltrigen Pferdedamen. Die ganz schnelle Truppe ist im Prix de l'Abbaye gefordert. Das Rennen führt über 1.000 m der geraden Bahn auf der Gegenseite der Rennbahn. Die Stuten-Championesse wird dagegen im Prix de l'Opera gesucht (Gruppe 1, 2.000 m). Mit Diana-Siegerin Rosenreihe und der Hachtseerin Lady Marian sind auch dabei deutsche Farben am Start.

Ralph Ammann, Ammann

Ralph Ammann - Ich bin auf Umwegen zum Journalismus gekommen. Als Kind war es mein erster Berufswunsch, aber trotzdem kam erst ein Biologiestudium, bevor ...

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