Die vielseitige Hafenstadt Galway im Westen Irlands verzaubert den Besucher mit bunten Häusern, lebhaftem Treiben und rauem Charme. Sie liegt an der malerischen Galway Bay und gehört zu den westlichsten Städten Europas. Wer hier, am Rande des Kontinents, nach Westen schaut, der ahnt die Weite des offenen Atlantik, dem die irische Küste und ihre vorgelagerten Inseln die Stirn bieten. Der mächtige River Corrib fließt durch die mittelalterliche Innenstadt und mündet am Hafen ins Meer.
Bewegte Geschichte
Die ursprüngliche kleine Fischersiedlung des frühen Mittelalters geriet 1232 unter anglonormannische Herrschaft und erhielt 1396 das Stadtrecht. Fortan teilten sich vierzehn Adelsfamilien die Macht über Galway und begründeten damit die Bezeichnung „City of the Tribes“.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde Galway zu einem wichtigen Handelspartner für Spanien. Ein wuchtiger Torbogen aus grauen Feldsteinen, der 1584 am Hafen erbaute Spanish Arch, gilt als Zeitzeuge dieser damaligen Verbindung. Belegt ist jedoch nur, dass er einst Teil der alten Stadtmauer war, heute beherbergt er das Galway City Museum.
Während die imposante Galway Cathedral erst im 20. Jahrhundert erbaut wurde, versprüht die kleinere St. Nicholas Church in der Innenstadt altertümliche Atmosphäre, besonders wenn sie an Samstagen im Zentrum des beliebten alternativen Markttreibens liegt.
Spannende Gegenwart
Heutzutage ist Galway mit einer Population von ca. 70.000 Einwohnern nach Dublin und Cork die drittgrößte Stadt der Republik Irland. Durch das Bevölkerungswachstum der letzten zwei Jahrzehnte sowie den wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Jahre gilt Galway als eine der am schnellsten wachsenden Städte Europas. Die zwei Universitäten, deren internationale Studenten einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung ausmachen, prägen den jungen Charakter der Stadt deutlich mit.
Keltisches Erbe
Galway gilt als Tor zur wildromantischen Landschaft Connemaras, die sich im Norden über Hochmoore und zerklüftete Küstenabschnitte erstreckt. Dieser Teil Irlands entlang der Westküste wird auch als „Gaeltacht“ bezeichnet, als Region der irischen Sprache. Ob im Gespräch unter Einheimischen oder in der traditionellen Musik, man begegnet dieser faszinierender Sprache immer wieder. In und um Galway weisen schon die zweisprachigen Straßen- und Ortsschilder auf dieses keltische Erbe hin. Für Sprachinteressierte bietet sich ein Besuch im Theater „Taibhdhearc“ an, das all seine Stücke in irischer Sprache aufführt.
Unterhaltung, Kunst und Kultur
In Galway blüht die berühmte irische Pubkultur. Es gibt scheinbar unendlich viele dieser „drinking houses“, unter denen jeder für seinen Geschmack das passende wählen kann. Von der traditionellen „Crane Bar“ mit irischer Lifemusik über das bei den Studenten sehr beliebte großräumige „The Quays“ bis zum holzgetäfelten „Front Door“, in dem die Einheimischen sich gern schon zum Essen in der Mittagspause treffen, gibt es viel zu entdecken.
Musik spielt in Galway eine wichtige Rolle. Nicht nur in den Pubs, auch auf den Straßen des charmanten Zentrums geben irische Musiker ihr mitunter beeindruckendes Können zum Besten.
Attraktive Festivals am Rande Europas
Diese Stadt feiert gern, und so verteilen sich Festivals, Konzerte und eine Vielzahl weiterer kultureller Veranstaltungen über das ganze Jahr. Zu den größten Veranstaltungen zählt das Galway Arts Festival im Juli, dessen spektakuläre Parade die Stadt mit mystischen Fantasiefiguren heimsucht. Im August geht es dann bei den Galway Races um Pferdewetten und die ausgefallenen Hüte der Damen und schon im September lädt das International Oyster Festival zu Austerngenuss bei einem Glas Guinness ein.
