
- (Zhu und) Freddy - ARD
Tatort: Paris in der Jetzt-Zeit. Der kleine, junge und unerfahrene Gauner Freddy verliert gern die Nerven, ist bei heiklen, riskanten Übergaben und Gechäften oft aufbrausend und unbedacht. So auch beim illegalen Deal mit irgendwelchen Gangstern, die geklaute Flachbildschirme liefern. (Rasend die Kameraführung, furios die Musik – man spürt förmlich das Blut in Freddys Adern pulsieren.) Aber: Die vermeintlichen Bildschirme entpuppen sich als illegal eingereiste chinesische Flüchtlinge. Ab damit zur örtlichen Chinesen-Mafia. Die China-Affäre, die Flüchtlinge sind vom späteren Helden eingefädelt, nimmt ihren Lauf ...
Action auf Arte: "Der Chinese von Bellville"
Die nächste Szene zeigt einen im Taxi fahrenden unscheinbaren Chinesen mit Hut. "Mach nichts schmutzig", schimpft der Taxifahrer, grummelt, "immer muss ich solche Gäste kriegen." Wenn er wüsste, mit wem er es zu tun hat. Er ist nämlich Zhu, eine chinesische Legende, einer, der Illegale mit gefälschten Papieren zurück in die Heimat zur Familie holt. Ein viel gehasster Mann. Und Freddy soll ihn treffen, ihm ein Paket übergeben. Dem geschieht so und plötzlich befinden sich die beiden auf einer wilden Flucht (erneut wacklige Kameraführung) vor der Polizei durch Paris. Mit einem Unterschied: Freddy wird nun von der chinesischen Mafia bedroht, mit dem Auftrag, Zhu zu töten. Als Absicherung haben die Chinesen Freddys Freundin Larna, eine polnische Prostituierte, entführt, drohen, ihr etwas anzutun. Freddy schafft es nicht, den höflichen, peinlich sauberen Zhu umzubringen. Im Gegenteil: Er will ihm helfen.
Jagdszenen durch das Pariser Rotlichtmillieu
Jagdszenen durch das genau nachgezeichnete Pariser Nachtleben wie Rotlichtmillieu gehen weiter. Zhu hat den Auftrag von zuhause mitgebracht, eine illegale Einwanderin zurück zur Familie nach China zu bringen. Und er erledigt seine Aufträge – tot oder lebendig. So kommt es, dass die beiden Partner auf Zeit unter wilden Schießereien das gesuchte China-Mädchen Hibiscus auftreiben mit ihm entschwinden. Nur kommt bei der Verfolgung mit der örtlichen Mafia Zhu ums Leben. Freddys Liebste kann indes flüchten. Atemlos gesteht Freddy ihr am Handy seine Liebe. Und Hibiscus? Kann zu ihrem Glück nun mit gefälschten Papieren in Frankreich bleiben. Wird Freddy ihr beistehen? Keiner weiß es. Abschlusseinstellung: Freddy, Hibiscus und der sterbende Zhu von hinten auf einem Hochhausdach sitzend. Erschöpft von der wilden Jagd, doch glücklich, dass alles vorbei ist. Und Cut ...
Der packende Film "Der Chinese von Belleville" ist ein Erstlingswerk
Arte zeigte am 26.03.2010 die originelle, sich auch mit aktueller Flüchtlingsproblematik auseinandersetzende "Gangster-nennen wir sie diesmal-Komödie" in Erstausstrahlung. "Belleville Story" erhielt beim Filmfestival von La Rochelle den Preis als bester Streifen, was nicht zuletzt den hervorragenden, charaktervollen Darstellern – Paco Boublard als Freddy,Tien Shu als Zhu, Shanhui Piao als Hibiscus ... – zu verdanken ist. Regie führte Arnaud Malherbe, der auch das Drehbuch schrieb. Er ist Journalist und hat sich zuletzt mit dem Schreiben ungewöhnlicher Reportagen einen Namen gemacht. Sein erster Streifen dauert 85 Minuten.
Daumen hoch! Klasse Film! Absolut Sehenswert!
