Wenn im Garten zwischen tiefgrünen Blättern und bunten Blüten Keramikfiguren stehen, so wirkt das ungeheuer dekorativ. Wer nicht gerade im Baumarkt einen Piepmatz im Sonderangebot im unvermeidlichen Blau ergattern will, muss für solche Figuren oft tief in die Tasche greifen. Massenware made in China mag nun mal nicht jeder. Tonfiguren aber, die einen ganz besonderen Ausdruck haben, Unikate, einzigartige Stücke – die können Sie ganz einfach selbst machen. Mit einer schönen Fertigglasur oder auch mit Braunstein wird ein Schmuckstück daraus. Man wird Sie darum beneiden.

Tierfiguren in Kugeltechnik - alle aus einer Grundform

Für Tierfiguren können Sie immer von derselben Grundform ausgehen: einer Kugel. Formen Sie dazu zwei etwa gleich große Tonschalen. Die werden an den Kanten angeraut, mit Schlicker (also mit Wasser verdünntem Ton) als Klebstoff miteinander verbunden. Die entstandene Kugel wird geklopft und verstrichen, bis sie ganz glatt ist. Nun bohrt man ein Loch hinein an der Stelle, wo der Kopf angesetzt werden soll. Den Kopf formen Sie ebenfalls aus einer Schale, nur viel kleiner. Soll der Kopf richtig rund werden, machen Sie zunächst eine kleine Kugel in der oben beschriebenen Technik. Davon schneiden Sie etwa ein Drittel ab. Kopf und Körper werden gut miteinander verbunden, und zwar so, dass die Luft zirkulieren kann, also direkt über dem Loch.

Ausdruck: Auf Schnabel und Augen kommt es an.

Wenn Sie einen Vogel töpfern wollen, kommt es besonders auf den Schnabel an. Ein kleiner Schnabel lässt an einen bescheidenen Spatz denken, ein weit aufgesperrter an ein hungriges Vogelkind. Übergroße Schnäbel wirken witzig und frech. Für die Augen bohren Sie ein Loch, das Sie mit einer kleinen Kugel ausfüllen, in die mit einem spitzen Gegenstand die Pupille gestochen wird. Flügel und Schwanzfedern werden angesetzt, vielleicht auch eine Sturmfrisur mit Tonfäden aus der Knoblauchpresse. Alles gut festdrücken.

Ein Fisch aus Ton am Gartenteich

Für andere Tiere wird die Grundform eventuell variiert. Für Tiere mit länglichem Körper, Fische oder Schafe etwa, setzt man zwei ovale Schalen aufeinander. Für einen „fliegenden Fisch“ können Sie Haken als Aufhänger anbringen oder Löcher bohren für eine Schnur. Fische können aber auch auf ihren Flossen stehen. Das macht sich gut auf einem großen Stein neben dem Gartenteich.

Kleine Drachen aus Ton

Bei Kindern besonders beliebt sind kleine Drachen. Die machen sich gut mit einer kräftigen Zackenlitze, die sich vom Kopf bis zum Schwanz zieht. Große Nüstern und mit kleinen Kugeln aufgesetzte Augen gehören dazu. Soll es ein „böser Drache“ werden, wird das Maul geöffnet und mit spitzen Zähnen versehen. Für solche feinen Arbeiten eignen sich Tonnadeln besser als Küchenmesser.

Explosion und Diebstahl vermeiden

Wichtig für alle Figuren ist, dass in der Grundplatte, also unten, oder an anderer Stelle ein Luftausgangsloch eingeschnitten wird, damit das gute Stück nicht im Ofen explodiert, wenn die Luft sich wegen der Hitze ausdehnt. Wer will, lässt die Luft durch die offene Schnauze oder den Schnabel entweichen.

Wenn die neuen Hausgenossen gebrannt, glasiert und noch einmal gebrannt sind (manche Bastelläden oder niedergelassene Keramiker bieten Brenndienste an), wird ein Lieblingsplatz im Garten gesucht, wo die Tontiere gut zur Geltung kommen. Sind sie so richtig schön geworden, sollte das nicht gerade an der Grundstücksgrenze sein. Sonst finden die Tontiere schneller unerwünschte Gartenkunst-Liebhaber, als man denkt.

Fortgeschrittene Töpferkünstler können sich auch an menschliche und märchenhafte Figuren heranwagen. Wie wäre es mit Schneewittchen und den sieben Gartenzwergen? Und wenn Sie einfach nur ein märchenhaftes Licht suchen: Wie wäre es mit einem Wichtelhaus?