Ganz oben auf Googles Liste: SEO und PageRank

Größte Suchmaschine erweitert den PageRank-Algorithmus

Als wichtigen Wirtschaftsfaktor betrachten Unternehmen ihr "Ranking" bei Suchabfragen durch Google. Hinter den Listen steckt ein ausgeklügelter und geheimer Algorithmus.

Meetings wurden abgehalten, Köpfe qualmten und Pläne wurden geschmiedet. Ganze Abteilungen in den größeren Unternehmen beschäftigten sich in den letzten Jahren mit dem neuesten aller Marketingwerkzeuge: Der Suchmaschinenoptimierung. Bei einem Marktanteil von fast 90% ist es nicht verwunderlich, dass sich die Optimierung auf den Branchenprimus Google bezieht und dabei auf dessen PageRank-Algorithmus zum Sortieren der Listeneinträge. Die Methode stammt von den Firmengründern Sergey Brin und Larry Page und war allen anderen Rangbestimmung überlegen, da sie weitgehend abgeschirmt von fremden Eingriffen ablief. Die Wichtigkeit einer Seite, und damit ihre Position bei Internetabfragen, wird dabei nur von den eingehenden Links abgeleitet.

Einfach Funktionsweise und ein bisschen Mathematik

Der Hauptbestandteil der Methode sind zweifelsohne die Menge der Verbindungen in Richtung einer Seite. Je größer sie ist, desto höher ist der Wert, kurz: Link Popularity. An dieser Stelle ist aber noch nicht Schluss, denn über Linktausch und gekaufte Verlinkungen könnte die Popularität einer Seite sehr leicht gesteigert werden. Google verwendet einen viel tiefergehenden Algorithmus und bezieht eine Unmenge von Daten mit ein. So werden die Inhalte der Quell- und der Zielseite verglichen und thematisch relevante Veröffentlichungen mit einem positiven Gewicht versehen. Ebenfalls wichtig ist der Text, der verlinkt wird. Die Keywords einer Seite sollten im Text als "Ankerpunkt" wieder zu finden sein. Dazu sollten sie immer auch im Titel, innerhalb der Überschriften sowie den alternativen Beschreibungen (Alternativ-Text) von Bildern vorkommen. Wie funktioniert nun der eigentliche Algorithmus?

Internetseiten werden Freunde

Um die Berechnung der jeweiligen Bewertungen zu verdeutlichen, stelle man sich ein Netzwerk von Freunden oder Bekannten vor. Das heißt, man betrachte eine Menge von Freunden, die sich bilateral mehr oder weniger gut gesonnen sind. Kommt nun eine weitere Person von außen und versucht sie ein Mitglied des Netzwerks einzuschätzen, so wird von den jeweiligen Einschätzungen der anderen so viele wie möglich mit in ihre eigene Wahrnehmung mit einbeziehen. Dabei spielen natürlich verwandtschaftliche Beziehungen eine andere Rolle und der jeweilige Altersunterschied wird mit beachtet. Zum Beispiel ist die Aussage "Er denkt nicht an seine Zukunft." aus dem Mund eines Rentners über einen Teenager anders zu interpretieren, als wenn es der zwei Jahre ältere Bruder ausspricht.

So ähnlich geht auch Google an das Problem der Seitenbewertung heran. Es bezieht die Anzahl der eingehenden Links auf eine Domain und bewertet diese jeweils an Hand einer Vielzahl von Attributen. Welche genau und mit welcher Wichtigkeit, das verrät das Unternehmen selbstverständlich nicht.

Kriterien als eigenes Forschungsthema

Daher widmen sich interessierte Journalisten öffentlich diesem Thema und so veröffentlichte Ann Smarty im Search Engine Journal eine Liste mit knapp 200 Faktoren, eingeteilt in ein Dutzend Kategorien. Die wichtigste dabei war das "Backlink-Profil" und danach folgen Eigenschaften der Domain selbst und die Verwendung von Schlüsselwörtern. Alles in allen scheint der Vorgang der Seitenbewertung von immenser Komplexität zu sein, zu kompliziert, um ihn von außen zu durchschauen.

Vorsicht sollte man auch bei der Manipulation der eigenen Seite sein. Schnell ist man der Versuchung erlegen und richtet Details so ein, dass man auf entsprechenden Suchlisten weit oben erscheint. Aber auch das bekommen die Suchrobots von Google mit und reagieren durch Strafen bezüglich der Seitenbewertung. So werden überproportional viele Stichworte genau so ungern gesehen wie Spam-Verlinkungen in fremden Gästebüchern oder das sogenannte "Cloaking", bei dem der Suchmaschine anderer Text angeboten wird als dem Besucher. Auch mehrfach nahezu gleich veröffentlichte Inhalte ("Duplicate Content") führen zu Irritationen und werden daher negativ gewertet.

Ergebnis

Zum Schluss all dieser Betrachtungen bleibt dem Seitenbetreiber die Erkenntnis, dass eine Auseinandersetzung mit dem Pageranking viel Zeit und Engagement erfordert, gleichzeitig aber wiederum "nur" das Erscheinen der eigenen Seite in Suchlisten beeinflusst. Viel wichtiger sollte ja ohnehin etwas anderes sein - nämlich der Inhalt!

Portrait Nils Bräutigam, Nils Bräutigam

Nils Bräutigam - Im Journalismus bin ich ein echter Quereinsteiger. Bis jetzt war das Schreiben eine Art Ablenkung oder ehrenamtliche Aufgabe, aber nun ...

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