1994 unterzeichneten Peking und Berlin den Vertrag einer Städtepartnerschaft. Gleichzeitig entstand die Idee, im „Erholungspark Marzahn“ einen klassischen chinesischen Gelehrtengarten nach Jahrtausend alter Gartentradition zu bauen. Drei Jahre nach diesem Vertrag, im September 1997, begannen die Bauarbeiten. Über den Seeweg gelangen alle Materialien von China nach Berlin: Skulpturen, Möbel, Steine, Felsen und Hölzer. 18 Facharbeiter und 2 Architekten sorgten dafür, dass alles nach Plan des Pekinger Instituts für klassische Gartenarchitektur verlief. Am 15. Oktober 2000 war es endlich soweit, der rund 2,7 Hektar große und 4,5 Millionen Euro teure „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ öffnete seine Tore.

Aufbau eines klassischen chinesischen Gartens

Trotz der Fülle an Bepflanzung und Dekor ist ein chinesischer Garten immer schlicht und dezent in der Farbgebung. Bevorzugte Farben sind weiß, grau und rot.

Bepflanzung

Zu einem Gelehrtengarten nach nordchinesischer Baukunst gehören Felsen, Steine, Blumen, Bäume und Gewässer. Steine gelten als eine Besonderheit und sind Sinnbild für Schönheit und Kraft. Blumen stehen für eine Reihe von Sinnbildern. Spät blühende Chrysanthemen stehen für ein langes Leben, Magnolien symbolisieren die weibliche Schönheit, Reinheit und Süße, der biegsame Bambus steht für Anpassungsfähigkeit. Kiefern verkörpern das Männliche und Weise, Trauerweiden sind anmutig wie Tänzerinnen. Im Zentrum des Gartens, umgeben von Hügeln, Gebäuden, Brücken und Grün, liegt ein großer See, auch „Spiegel des Himmels genannt.

Gebäude

Im chinesischen Garten gibt es gleich mehrere Gebäude: Die Eingangshalle „Stube des heiteren Wetters“, den „Pavillon des ruhigen Mondscheins“, das Teehaus „Berghaus zum Osmanthussaft“ und das Steinboot, ein Gebäude, das aussieht wie ein zu Stein gewordenes Boot und in den See hinein ragt, „Blick auf den Mond“.

Traditioneller Teegenuss

Im Teehaus „Berghaus zum Osmanthussaft“, das direkt am See liegt, kann man nicht nur die Landschaft genießen. In China wird Tee als eines der lebensnotwendigen Güter angesehen und von diesem gibt es im Teehaus mehr als 30 verschiedene Sorten. Um den Teegenuss zu vollenden, trinkt man den Tee nicht einfach, sondern bereitet ihn in festgelegten Abläufen, die je nach Teesorte variieren, zu. Zu den festen Abläufen gehört der Aufbau des Teetisches und das Reinigen und Erwärmen des Geschirrs, das ebenfalls je nach Teesorte variiert. Man betrachtet den Tee vor dem Befüllen und gießt die Teekanne dann bis zum Überlaufen mit heißem Wasser auf. Nun atmet man ein paar mal den herrlichen Teeduft ein und erst dann genießt man den vollen Geschmack des Tees in kleinen Schlückchen.

Weitere Veranstaltungen

  • Das Teehaus bietet im Sommer, neben der Teekunstvorführung, auch „chinesische Kulturabende“ mit traditionellem Essen und Musik.
  • Im Steinboot geben sich jährlich über 100 Paare das Jawort.
  • Seit Eröffnung des chinesischen Gartens findet jedes Jahr im Herbst das „Mondkuchenfest“ statt.

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