
- Felicitas Wlodyga - Sabine Steputat
Ist der Ruhestand zu ruhig? Sind die Kinder aus dem Haus? Gibt es nicht Dinge, mit denen man sich immer schon mal auseinandersetzen wollte? In solchen Fällen kann die Freie Universität Berlin prima helfen.
Gasthörer an einer Universität
Jedermann kann als Gasthörer an Veranstaltungen deutscher Universitäten teilnehmen. Voraussetzung ist in Normalfall das Einverständnis der Lehrenden, etwas Platz im Veranstaltungsraum und die Zahlung einer Gebühr an die Universitätskasse.
So kommen zunehmend Senioren an die Universitäten und beschäftigen sich mit Dingen, die bisher im Leben meist zu kurz kamen.
Das GasthörerCard-Programm der Freien Universität Berlin
Die FU Berlin hat diesen Trend aufgegriffen und für die Zielgruppe der Gasthörer ein eigenständiges Programm entwickelt. Es heißt schlicht GasthörerCard-Programm. Wer mehr als eine oder zwei Vorlesungen besuchen will, der ist hier richtig. Mit der GasthörerCard steht ihm das volle Programm der Universität zur Verfügung, soweit die Lehrenden Gasthörer in ihren Veranstaltungen zulassen. Jedes Semester gibt es ein Programm von Veranstaltungen aus vielen Fachbereichen, wo die Gasthörer von vornherein willkommen sind.
Kunstgeschichte vor Ort
Das Interesse der Gasthörer konzentrierte sich auf das Feld der Kunstgeschichte. Daraus entstand ein eigenständiges Programm des Weiterbildungszentrums der Freien Universität Berlin unter dem Titel „Kunstgeschichte vor Ort“. Das bietet in vielen Kursen reichlich Gelegenheit, sich gemeinsam mit Gleichgesinnten und mit professionellen Kunsthistorikern intensiv mit Kunst auseinanderzusetzen. Das das zumeist vor Ort und vor Originalen.
Die Zertifikatsprogramme
Kein Gasthörer ist gezwungen, sich Prüfungen zu unterwerfen. Wer aber etwas intensiver in ein Fachgebiet eintauchen möchte, der kann sich an einem Zertifikatsprogramm beteiligen. Die werden angeboten im Rahmen des Programms „Kunstgeschichte vor Ort“ und für die Felder Ostasien, Vorderer Orient, Alte Geschichte und Religionen im Dialog.
Wer die geforderten Leistungsnachweise erbringt und eine Zertifikatsarbeit von rund 15 Seiten abliefert, erhält ein Zertifikat darüber. Das ist kein Hochschuldiplom, belegt aber, dass der Gasthörer sich umfassend und wissenschaftlich mit diesem Wissensgebiet auseinandergesetzt hat. Das Ganze übrigens ohne Zeitdruck. Der Gasthörer allein bestimmt sein Lerntempo.
Noch mehr Nutzen der GasthörerCard
Etliche Kultureinrichtungen in Berlin sind Kooperationspartner des GasthörerCard-Programms. Diese Zusammenarbeit bringt neue Impulse für das Programm. Und schließlich können sich die Inhaber der GasthörerCard über ermäßigte Eintrittspreise freuen.
Auch speziell für die Gasthörer werden unter dem Titel „Via Artium“ Exkursionen und anspruchsvolle kunsthistorische Studienreisen angeboten. Das Weiterbildungszentrum der Freien Universität steht auch mit dem Programm PC-Campus für die Gasthörer bereit, um sie mit den neuen Erscheinungen der Informationswelt vertraut zu machen und bei Bedarf auch tatkräftig zu unterstützen. Und schließlich können die Inhaber der GasthörerCard auch die Angebote des Hochschulsports nutzen.
Die Kosten der GasthörerCard
Das Programm der GasthörerCard muss sich innerhalb der Universität selber tragen. Daher sind ein paar Euro zu berappen. Es gibt mehrere Varianten zu unterschiedlichen Preisen. Mehr dazu findet sich auf den Internetseiten der Freien Universität.
Mehr Information zur GasthörerCard der FU Berlin
Die Leiterin des GasthörerCard-Programms ist Felicitas Wlodyga. Sie ist unter der Rufnummer 030/838 514 70 erreichbar. Der Internetauftritt des Weiterbildungszentrums der Freien Universität Berlin informiert über fast alles, was es Wissenswertes rund um die GasthörerCard gibt.
Das aktuelle Programm ist im Weiterbildungszentrum der FU Berlin, Otto-von-Simson-Straße 13, D-14195 Berlin, erhältlich.
Alternativen für universitäre Seniorenbildung in Berlin
Die Technische Universität Berlin bietet ein viersemestriges Programm im Rahmen des „Berliner Modell: Ausbildung für nachberufliche Aktivitäten“, kurz BANA genannt. Die Charité bietet gemeinsam mit dem Verein pro seniores das breite Angebot der Seniorenuniversität. Die Humboldt-Universität hält für Gasthörer eine Auswahl aus ihrem breiten Angebot an Lehrveranstaltungen bereit.
