Gasthörer an der Technischen Universität Berlin

BANA wendet sich an Menschen nach der Berufstätigkeit

Die Fähigkeiten von Menschen mit Lebenserfahrung ausbauen. Das ist die Grundidee von BANA, einem besonderen Programm für ältere Gasthörer an der TU Berlin.

Ist der Ruhestand nichts für Sie? Die Kinder sind aus dem Haus? Sie wollten immer schon mal was Neues lernen? Vielleicht kann die Technische Universität Berlin weiter helfen.

Gasthörer an einer Universität

Jeder kann als Gasthörer Veranstaltungen deutscher Universitäten besuchen. Voraussetzung dafür ist meist das Einverständnis der Lehrenden, etwas Platz im Veranstaltungsraum und die Zahlung einer Gebühr an die Universitätskasse.

BANA an der Technischen Universität Berlin

BANA – das steht für „Berliner Modell: Ausbildung für nachberufliche Aktivität“. Dieses Programm wendet sich seit 1987 an Menschen ab 45, die nicht berufstätig sind oder nach dem Älterwerden neue Wege gehen wollen. Das Ziel von BANA ist die Vermittlung und Stärkung von Kompetenzen für nachberufliche Aktivitäten in gesellschaftlich relevanten Bereichen. Dabei ist zum Beispiel für ein Engagement im eigenen Stadtteil, in Gemeinden, sozialen Einrichtungen und in Initiativen und Projekten gedacht.

BANA sieht sich als ein innovatives Angebot zur Weiterbildung, das den unmittelbaren Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen möglich macht. Es bietet ein Studium über vier Semester in drei Schwerpunkten an. In denen werden neben den fachlichen Veranstaltungen auch Veranstaltungen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften angeboten, um das neu erworbene Wissen auch in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einbetten zu können. Soziologie, Politologie, Philosophie, Psychologie, Geschichte, Kunstgeschichte und Geschlechterforschung sind solche Wissensfelder.

Die Schwerpunkte des BANA-Studiums

Für die Teilnehmer an dem Programm BANA gibt es ein eigenes viersemestriges Studienprogramm. Das ist darauf ausgerichtet, die Fähigkeiten für eine intensive Projektarbeit zu lernen und direkt in einem Projekt exemplarisch umzusetzen. Dabei ist es durchaus erwünscht, wenn das Projekt nach außen in die Gesellschaft wirkt.

Unter „Fokus: Stadt“ geht es um die Stadt als Lebensraum. Stadtplanerische und soziologische Fragen sind das wichtigste Anliegen dieses Schwerpunktes, in dem auch Kenntnisse über Stadtentwicklung und Stadtgeschichte vermittelt werden. Innerhalb der BANA-Theorie-Praxis-Projekte sind Einblicke in interessante Tätigkeiten innerhalb eines Stadtteils möglich und dessen soziale Funktionsweise erfahrbar.

Unter „Fokus: Umwelt“ stehen ökologische Fragen, die besonders im städtischen Umfeld eine wichtige Rolle spielen, im Mittelpunkt des Interesses. Kenntnisse über städtische Fauna und Flora unter Berücksichtigung stadtplanerischer Gesichtspunkte werden beispielsweise vermittelt. Auch Regenerative Energien und ihre Nutzungsmöglichkeiten in der Stadt, die Qualität von Wasser und Luft sowie Störungen ökologischer Kreisläufe werden betrachtet. Und umweltpolitische Fragen werden im globalen Kontext erörtert.

Unter „Fokus: Ernährung/Gesunderhaltung“ werden Kenntnisse über Nahrungsmittel, deren Be- und Verarbeitung sowie über Ernährungsverhalten und dessen Folgen vermittelt. Dazu gehört auch die Betrachtung der Bio- und Gentechnologie mit ihren Auswirkungen. Und gesundheitsrelevante Themen und ihr Zusammenhang mit gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Aspekten des Verbraucherverhaltens werden thematisiert.

Voraussetzungen für die Aufnahme in BANA

An BANA teilnehmen kann, wer ein Berufsabschluss hat, mindestens zehn Jahre berufstätig war oder aktive Familienphase hinter sich hat und mindestens 45 Jahre alt ist. Ein Abitur ist nicht erforderlich, die Teilnehmer haben den Status eines Gasthörers an der TU Berlin. Im Rahmen von BANA können weder ein akademischer Titel noch die Hochschulreife erworben werden. Es wird eine eigenständige Qualifikation in dem gewählten Schwerpunkt vermittelt.

Nach dem Abschluss des viersemestrigen Zyklus können die Teilnehmer noch weiterhin als Kontaktstudenten die Angebote der Technischen Universität Berlin nutzen.

Für die Anmeldung ist eine formlose, schriftliche Bewerbung mit einem tabellarischen Lebenslauf beim BANA-Sekretariat der TU Berlin einzureichen. Rechtzeitige Bewerbungen sichern einen der knappen Plätze. Denn nur für rund 100 Teilnehmer reicht die Kapazität.

Alternativen für universitären Seniorenbildung in Berlin

Die Freie Universität Berlin bietet mit ihrem GasthörerCard-Programm ebenfalls Möglichkeiten einer Qualifikation auf einigen Wissensfeldern. Vor allem reizt die Senioren und andere Bildungswillige das breite Bildungsangebot dieser Universität und das speziell für Gasthörer aufgelegte Programm „Kunstgeschichte vor Ort“. Die Charité und der Verein pro seniores bieten das breite Angebot der Seniorenuniversität. Die Humboldt-Universität hält eine Auswahl aus ihrem breiten Angebot an Lehrveranstaltungen speziell für Gasthörer bereit.