
- Buchhandeln, denn Platz im Bücherregal ist endlich - FxReid
Sicher, die gut gefüllten Regale der heimischen Bibliothek zeugen von Belesenheit und literarischem Geschmack, wobei dieser naturgemäß ein breites Spektrum vom Bestseller-Schinken über den einen oder anderen Klassiker der Weltliteratur bis zu den unvermeidlichen Promi-Biografien umfasst – die man natürlich meist geschenkt bekam und anstandshalber einmal und nie wieder las. Doch ähnlich ergeht es häufig Krimis, den hunderteseitigen Einführungen und Standardwerken der Lehrbücher aus Schul- und Studienzeiten sowie jenen Ratgeberbüchern, deren Existenz im Bücherschrank von vergangenen Krisen zeugen. All diese beschriebenen Seiten haben einen Wert über die Leistung hinaus, die einst der Autor in das Verfassen des Werkes investierte – nämlich einen Wiederverkaufswert.
Gut erhaltene Bücher verkaufen: Flohmarkt, Auktion oder über das Internet?
Gut erhaltene Bücher lassen sich heutzutage einfach und komfortabel über das Internet verkaufen, um Platz für Neuanschaffungen im Bücherregal zu schaffen. Doch die Strandlektüre vom letzten Urlaub auf ihren verblichenen Seiten – trotz Sonnencreme-Fingerabdrücken – und Strandtaschen-Eselsohren zwischen strandgeschmirgelten Einbänden wird es schon schwerer haben, einen zahlungswilligen Abnehmer zu finden. Doch letztlich gilt: Für jedes vollständige und unbeschädigte Buch gibt es irgendwo einen neuen Leser – man muss ihn nur finden. Wer seine ausgelesenen Bücher verkaufen möchte, aber nicht viel in einen Flohmarktverkauf investieren will, kann es über das Internet versuchen, wenn er auf eine unkomplizierte Handhabung samt günstigem Versand, schneller Abwicklung und einen erträglichen Preis Wert legt. Sicher können Bücher auch über Auktionsseiten angeboten werden, doch schnell und unkompliziert Platz im eigenen Bücherregal zu schaffen ist so kaum realistisch. Besser geht das beispielsweise bei organisierten Käufern, die einem die gesammelten Werke auf einen Schlag abnehmen.
Bücher über das Internet verkaufen an kommerzielle Käufer: Regalfrei und Rebuy
Besser als Online-Auktionen eignen sich Websites wie die vom Buchhandelsriesen Libri betriebene Seite Regalfrei.de, über die ausschließlich gut erhaltene Bücher angekauft werden. Vorteil ist die schnelle Angebotserstellung via ISBN, Nachteil sicher die Ablehnung von Büchern ohne ISBN sowie bestimmte Ausgaben einiger Bücher. Die zu erzielenden Preise variieren von 10 Cent für ein Taschenbuch bis zu mehreren Euro für gebundene Werke, wobei das Format nicht immer positive Auswirkungen auf den zu erzielenden Preis hat. Weiterhin wirkt sich die Beschränkung des Versandkostenzuschusses auf maximal 11,90 Euro negativ aus, denn Deutsche Post-Pakete über 20 Kilo können damit nicht versendet werden – und damit sich ein Verkauf auch lohnt, sind 20 Kilo Büchergesamtgewicht recht schnell erreicht. Dennoch wird die Büchersendung sehr schnell bearbeitet, Regalfrei.de benötigt keine Woche für die Überweisung des Verkaufspreises plus Versandkostenzuschuss aufs Bankkonto des Verkäufers.
Etwas anders handhabt es der Anbieter Rebuy.de, bei dem zwar auch nicht alle Buchtitel angenommen werden, aber über die Möglichkeit der Eingabe des Buchtitels, der ISBN oder des EAN-Codes die Chancen auf Verkauf etwas größer sind. Nicht selten allerdings werden für Artikel nur 5 Cent geboten – finanziell lohnend wird es hier meist erst bei exotischeren Büchern jenseits der Bestsellerlisten, Film-DVDs oder gut erhaltenen Mobiltelefonen, die ebenfalls angekauft werden. Sehr gut ist die Regelung des Versands, denn nach getätigtem Verkauf ab 10 Euro kann man sich online einen kostenlosen DHL-Retourenschein ohne Gewichtsbegrenzung ausdrucken. Auch Rebuy.de bestätigt den Erhalt der Sendung sehr schnell, doch im Test führten leichte Mängel an Artikeln zur nachträglichen, beträchtlichen Reduktion des Verkaufspreises, der dann über den kleinen Umweg eines Rebuy-Guthabens aufs Bankkonto des Verkäufers ausgezahlt werden kann.
Bücher online tauschen gegen andere Werke oder nahezu jede Art von Artikeln
Wer nur einzelne Buchtitel loswerden will und einen angemessenen Gegenwert für seine gelesenen Bücher erwartet, kann einen Buchtausch in Erwägung ziehen. Auch hier haben sich neben kreativen Ideen der buchstäblichen Weitergabe interessante Online-Plattformen gebildet, um keine Bücher im Regal verstauben lassen zu müssen. Die Website Tauschticket.de ermöglicht es, neben Büchern (per ISBN oder EAN) nahezu jede Art von Artikeln anzubieten und mit einem »Preis« in Form von einem bis fünf Tauschtickets zu versehen, zu denen das Produkt abzugeben ist. Für eingenommene Tickets auf dem eigenen Konto können dann wiederum gebrauchte Waren eingekauft werden. Allerdings gibt es auch hier einen Haken, denn für jeden Tauschvorgang zahlt der Besteller eine Tauschgebühr-Pauschale von 49 Cent an den Seitenbetreiber. Dafür muss der Versender des Tauschartikels die Versandkosten übernehmen. Die Anmeldung und das Anbieten von Artikeln hingegen sind kostenfrei. Da die Tauschvorgänge von Tauschticket.de lediglich vermittelt werden, hängt die reibungslose Abwicklung von der Seriosität der beteiligten Nutzer ab, die an einem Bewertungssystem abzulesen sein soll.
Bücher ohne digitale Unterstützung spenden, über öffentliche Bücherschränke in Umlauf bringen – oder per Bookcrossing
Wer die Mittelbarkeit des Online-Handels scheut, kann direkter und gebührenfrei Bücher über sogenannte öffentliche Bücherschränke tauschen, die es mittlerweile in zahlreichen deutschen Städten in Form von wetterfesten Vitrinenschränken gibt. Hier fallen für die Leser überhaupt keine Kosten an. Betrieben werden die öffentlichen Bücherschränke manchmal von gemeinnützigen Vereinen, die auch zur Auffüllung größere Bücherspenden annehmen. Die radikalste Form der »Auswilderung« von gelesenen Büchern ohne materiellen Gegenwert stellt das Bookcrossing dar, bei dem Bücher einfach irgendwo im öffentlichen Raum liegen gelassen und von aufmerksamen Findern aufgelesen werden können. Allerdings sind diese »frei gelassenen« Bücher registriert, und wenn der Finder mitspielt, kann die Reise des Buches durch Hände und Bücherregale online verfolgt werden. Zwar nicht die schnellste, aber doch mitunter interessanteste Art, Platz im heimischen Bücherschrank zu schaffen. Sicher aber eine der sinnvolleren und ehrwürdigeren Alternativen zur Entsorgung von Büchern im Altpapier, dem kaum profitablen Verkauf über Flohmärkte oder den berüchtigten Bücherhallenspenden, die nicht immer mit offenen Armen angenommen werden.
