
- Haile Gebrselassi - Sven Fauth
Der 36. Berlin Marathon wurde am 20. September 2009 um 9:00 Uhr vom regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und vom Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft Joachim Löw freigegeben. Die knapp 41.000 Läufer aus mehr als 100 Ländern konnten sich über einen strahlend blauen Tag mit anfänglich angenehmen Temperaturen sowie über ein Berliner Publikum freuen, welches wie gewohnt zahlreich und lautstark die Strecke säumte.
Haile Gebrselassie dominierte das Rennen
Der als Favorit gestartete Äthiopier Haile Gebrselassie dominierte das Rennen wie erwartet souverän, stellte über die Distanz von 30 Kilometer einen neuen Weltrekord auf (inoffiziell 1:27:49) und blieb auch lange Zeit auf Weltrekordkurs. Allerdings musste er mit dem widrigen Umstand kämpfen, dass er schon relativ früh den Lauf über die 42,195 km alleine bestreiten musste, da sein Tempomacher ihn bereits kurz nach 30 Kilometern verließ und die Konkurrenz einen weiten Abstand zu ihm hielt.
Weltrekord? Der Vorsprung schmolz dahin
Bei Kilometer 36 lag der 36-Jährige noch gut 30 Sekunden unter der Zwischenzeit des Weltrekords, den er zwischenzeitlich sogar um 40 Sekunden unterbot.
Dieses Polster schmolz leider auf den letzten Kilometern an diesem schönen Spätsommertag mit durchaus sommerlichen Temperaturen immer schneller dahin, so dass am Ende eine Zeit von 2:06:08 zu Buche stand, welche doch deutlich über dem letztjährigen Weltrekord von 2:03:59 lag und zugleich Gebrselassie schlechteste Berlin-Siegerzeit darstellt. Gebrselassie ist nun mit dem vierten Sieg in Folge alleiniger Rekordsieger in Berlin. Das Publikum konnte über eine Videoleinwand im Zielbereich hinter dem Brandenburger Tor einige Male einen Gebrselassie erblicken, dem doch ungewohnt deutlich anzusehen war, dass er um die letzten Kilometer kämpfen musste.
Dennoch fieberte das Publikum fast bis zum Schluss mit und hoffte noch auf ein Wunder, um Zeuge eines Weltrekords werden zu können. Den zweiten Platz belegte der gegen Ende stark aufholende Kenianer Francis Kiprop in 2:07:04 vor dem Äthiopier Negari Terfa in 2:07:41.
Als bester Deutscher lief Christian Seiler in 2:18:11 Minuten als siebzehnter ins Ziel.
Auch bei den Frauen: Die Plätze 1 und 3 gingen nach Äthiopien
Bei den Frauen siegte die Äthiopierin Atsede Besuye in 2:24:47.
Auch hier wurde der Weltrekord von Paula Radcliffe aus dem Jahre 2003 (2:15:25) deutlich verfehlt. Zweite wurde die Russin Silwia Skworzowa in 2:26:24, den dritten Platz belegte Mamitu Daska, analog zu den Männern ebenfalls aus Äthiopien stammend, in 2:26:38.
Rollstuhl – Marathon: Keine Überraschungen
Den Berliner Rollstuhl Marathon gewann der Schweizer Heinz Frei bereits zum 19-ten Mal.
Bei den Handbikern gewann Torsten Purschke bei den Herren, bei den Frauen fuhr die Niederländerin Monique van der Vorst als Erste durchs Ziel.
