In Deutschland werden zwei Phasen des Geburtenrückgangs unterschieden. Die erste Phase betrifft die Jahre 1908 bis 1933 und die zweite Phase begann 1965.
1. Phase: 1908 bis 1933
In dieser Phase betrifft der Geburtenrückgang die Frauen, die zwischen 1865 und 1905 geboren sind. Eine vielleicht etwas veraltete Erklärung der älteren Bevölkerungssoziologie ist die Rationalisierung aller Lebensverhältnisse und Wohlstandssteigerung. Neuere Erklärung: Veränderungen im Verhältnis der Generationensind für den Geburtenrückgang verantwortlich. War in vormodernen Gesellschaften eine große Kinderzahl noch sinnvoll, da jedes Kind als zusätzliche Arbeitskraft diente und als Unterstützung im Alter dienlich war, bieten Kinder zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaum noch Vorteile. Kinderarbeit wurde verboten, und die Schulpflicht eingeführt. Außerdem wird ein staatliches Sozialsicherungssystem eingeführt, welches ebenfalls eine hohe Kinderzahl unnötig macht.
2. Phase: Seit 1965
Die zweite Phase des Geburtenrückgangs betrifft Frauen, die nach 1935 geboren sind. In dieser Phase sind besonders zwei Ereignisse zu berücksichtigen, die den Geburtenrückgang verursacht haben: Die Emanzipation der Frau und die Erfindung der Antibabypille.
Seit 1965 lassen sich aber auch Veränderungen im geberativen Verhalten erkennen. Die Formen der Partnetschaften verändern sich. Ebenso das Heiratsalter. 1975 lag es noch bei etwa 23 Jahren, 2000 schon bei 28,5 Jahren. Statt einer Ehe finden sich viel häufiger eheähnliche Beziehungen. Das Alter bei der Familiengründung ist seit 1965 ebenfalls gestiegen. Der „Zweite Geburtenrückgang“ setzte gleichzeitig in den meisten Ländern Nord- und Westeuropas ein; unterschiedlich intensiv, führte zu heute unterschiedlichen Fertilitätsniveaus, jedoch sämtliche unterhalb der für die Reproduktion nötigen Fertilität. Trotzdem gilt: Dies ist kein einheitliches „europäisches Muster“ in der Familienbildung.
Folgen des Geburtenrückgangs
Der Geburtenrückgang in Deutschland wird in der Zukunft gravierende Folgen haben. Schon heuet ist ein Rückgang qulifizierter Arbeitskräfte bemerkbar. Zukünftig wird dieser noch auffälliger und problematischer sein. Außerdem wird es zu einer Struckturveränderung bei den Erwerbstätigen kommen. Ältere Menscehen werden immer länger arbeiten müssen. Das bedeutet, dass sie erstens besser gefördert werden müssen, und zweitens Arbeitsplätze müssen auf ältere Beschäftigte ausgerichtet werden.
Das Humankapital der Deutschen wird schrumpfen, und die Güternachfrage wird aufgrund geringer Kaufkräfte sinken, was zu steigenden Preisen führen wird. Verwandtschaftsnetze werden dünner, was zur Folge hat, dass die ältere Bevölkerung im Alter vereinsamt. Die Städte werden schrumpfen, Bauten und Infrastruktur werden verfallen, es wird zu einer Verelendung kommen und die Kriminalität wird steigen.
Um diesen Folgen entgegen zu wirken können, müssen mehr Einwanderer ins Land kommen. Für sie müssen sich aber Intergartion und Bildung verbessern, um den gravierenden Folgen des Geburtenrückgangs ind Deutschland entgegen zu wirken.
Weiterführende Literatur zu diesem Thema:
- Corinna Onnen Isemann, 2007: Deutsche Perspektive: Kinderlosigkeit - französische Perspektive: Elternschaft? Familienpolitik und Fertilitätsunterschiede in Frankreich und Deutschland. In: Diana Auth, Barbara Holland-Cunz (Hg): Grenzen der Bevölkerungspolitik. Opladen: verlag Barbara Budrich, S. 165-180;
- Corinna Onnen-Isemann 2005: Kinderlosigkeit als Perpektive? In: Anja Steinbach (Hg): Generatives Verhalten und Generationsbeziehungen. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 131-149.
