Gedenkfeier für die Toten der Loveparade 2010 im Fernsehen

Loveparade 2010 endete tödlich - WDR
Loveparade 2010 endete tödlich - WDR
Die ARD übertrug die Trauerfeier für die Opfer der Loveparade am Samstag, den 31.07.2010 von 10:45 Uhr bis 12:30 Uhr live aus der Salvatorkirche Duisburg.

Die Salvatorkirche gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg. Die im 14. Jahrhundert errichtete Kirche wurde für die Ausrichtung der Gedenkfeier ausgewählt, die das Erste live überträgt. Dazu wird die Berichterstattung zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften unterbrochen: Von 10:45 Uhr bis 12:30 Uhr sendet die ARD aus Duisburg. Sowohl Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel als auch Bundespräsident Christian Wulff hatten bereits ihre Teilnahme zugesagt, um den 21 Toten der Loveparade zu gedenken. Zu der Feier werden auch zahlreiche Gäste aus dem Ausland erwartet.

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Trauerfeier für die Opfer der Loveparade: Ein kurzer Rückblick

Die Loveparade 2010 fand am 24. Juli 2010 auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes statt. Es sollen rund 1,4 Millionen Besucher dort gewesen sein. Als einzig verlässliche Zahl bezeichnete der Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe die Angabe der Deutsche Bahn AG, knapp 150.000 Fahrgäste an den Duisburger Hauptbahnhof gebracht zu haben. Von dort aus mussten die Loveparade-Besucher sich in einen Besucherstrom West und einen Besucherstrom Ost aufteilen. Beide Besucherströme mussten nach einem kurzen Fußmarsch aus je ihrer Himmelsrichtung in die Karl-Lehr-Straße einbiegen.

Auf der Karl-Lehr-Straße waren jeweils zwei Unterführungen zu passieren, bevor die Besucher zwischen den beiden Bauwerken auf eine Rampe abbiegen konnten, über die sie auf das eigentliche Partygelände gelangten. Dort entstand – auch durch wieder abfließenden Besucherverkehr – ein Stau, der die Sicherheitskräfte sowie das Management zu überfordern schien. Den tödlichen Verlauf nahm die Loveparade, als einige Besucher über eine seitliche Treppe an der Rampe nach oben auf das Partygelände klettern wollten, dabei abstürzten und letztlich damit wohl das Chaos verursachten: 21 Menschen starben an Quetschungen des Brustkorbes.

Trauerfeier für die Opfer der Loveparade: Schuldzuweisungen vor der Gedenkfeier

Die Bildzeitung enthüllte am 28. Juli 2010 durch die Veröffentlichung neuen Fotomaterials, dass nur 15 Meter von der Unglücksstelle entfernt ausreichend Platz gewesen sei. Die Fotos, die in den Stunden und ersten Tagen nach der Katastrophe veröffentlicht wurden, bildeten nur den unmittelbaren Bereich der Rampe ab, auf der in der Tat ein dichtes Menschengedränge herrschte. Ein Reporter der Bildzeitung erklärte, dass das Gelände an sich vor dem Unglück zu keiner Zeit überfüllt gewesen sei. Beides sind Details, die für die Aufklärung des Sachverhaltes von Bedeutung sind, denn die Schuldzuweisungen überschlugen sich drei Tage nach dem Unglück gegenseitig.

Trauerfeier für die Opfer der Loveparade: Oberbürgermeiser Sauerland bleibt fern

Den Informanten der Bildzeitung und der Zeitung Düsseldorfer Express gemäß sah sich der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg nicht nur Rücktrittsforderungen, sondern auch Morddrohungen ausgesetzt. Um nicht zu provozieren, so ließ er verlauten, werde er nicht zur Gedenkfeier in der Salvatorkirche kommen. Die Bildzeitung meldete sogar, dass Sauerland seine Familie verstecken müsse, um sie zu schützen. Derweil nahm die Bevölkerung zwischenzeitlich regen Anteil an der Trauer um die Opfer, in dem sie Kerzen an der Unglücksstelle aufstellte und sich in stillem Gedenken traf. Kondolenzbücher wurden im Rathaus und dem Internet eröffnet.

Trauerfeier für die Opfer der Loveparade: Die Teilnehmer und Ausrichter

Die evangelische und katholische Landeskirche Nordrhein-Westfalens veranstalten den gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst. Auch die Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte ihre Beteiligung zu. Über Großleinwände vor der alten Stadtkirche werden die Bürger Gelegenheit haben, an der Trauerfeier teilzunehmen, die vom Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Nikolaus Schneider, dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, geleitet wird.

Die Salvator-Kirche bietet nur Platz für 550 Menschen: Sie ist den Angehörigen, Verletzten und Rettungskräften reserviert. Der WDR 5 überträgt die Trauerfeier im Radio. Leinwände sollen auch im Stadion des MSV Duisburg aufgestellt werden, das etwa 30.000 Menschen fasst. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wird sprechen. Die Trauerfeier wird auch in zwölf evangelische und katholische Kirchen übertragen: Die Liste der teilnehmenden Gotteshäuser wurde unter Kirche-Duisburg.de veröffentlicht.

Der Artikel wird mit Hinweisen zu den Teilnehmern aktualisiert

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