Die BlackBerrys der kanadischen Firma RIM erfreuen sich nicht nur in den USA immer größerer Beliebtheit. Mittels der sogenannten Smartphones ist es möglich, überall Emails als Push-Dienst zu empfangen und zu senden. Zudem bieten die BlackBerrys auch umfangreiche Subfunktionen wie Telefonie, SMS, MMS, Adressbuch, Kalender, Aufgaben, To-do-Listen, und Web-Browsing. Die Netzverbindung wird über GPRS, UMTS oder via WLAN hergestellt.
Der Vorteil, den ein solchen Gerät bietet, besteht in der Aktualität, da nur geringe Datenmengen in komprimierter Form an das Gerät geschickt werden. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist dabei jedoch sehr hoch. Zudem wird das Gerät bei laufender Verbindung ständig auf dem aktuellen Stand gehalten. Eingehende Mails werden an das Mobile Routing Center, kurz MRC, von RIM weitergeleitet, welches die Datenmenge an den Mobilfunkprovider weiterschickt und dann an den BlackBerry überträgt.
Datenschutz bei Blackberrys
Private Sicherheit ist bei den BlackBerrys eine sehr zweischneidige Sache. Einerseits sind erhöhte Sicherheitseinstellungen durchführbar, die eine Software "over the air" über das Mobilfunknetz hinaus ermöglichen. Dies ermöglicht eine Notlöschung der Daten, solange eine Verbindung zum Server besteht. Zusätzlich zum Gerätepasswort kann der Inhalt nochmals verschlüsselt werden. Andererseits ist die Benutzung dieser ursprünglich für den nordamerikanischen Markt produzierten Geräte datenschutzrechtlich bedenklich.
In den USA gilt eine Firmen-Email als Eigentum der Firma, unabhängig davon, wer sie geschrieben hat. Da Privatsphäre dabei quasi ausgeschlossen ist, beschränken sich solche Mails auf rein geschäftliche Belange und beinhalten keine persönlichen Inhalte. Da die Sicherheitskonfigurationen sehr variabel sind, können bereits durch eine leichte Fehlkonfiguration Informationen in falsche Hände geraten. Diese „Sicherheitslücke“ ist jedoch nicht der Grund, warum der Marktführer RIM in mehreren Ländern des nahen Ostens sowie in Indien immer mehr in Bedrängnis kommt.
Kritik und Verbote
Den Startschuss gaben die Vereinigten Arabischen Emirate, die im Verschlüsseln der Daten, die über ausländische Server geschickt werden, ein Sicherheitsrisiko für ihr Land sehen, da so sensible Nutzerdaten für Spionage missbraucht werden könnten. Nun wollen die VAE ein Verbot durchsetzen, welches das Empfangen und Senden von Emails unmöglich macht. Das Smartphone wäre dann nichts anderes als ein ganz normales Handy, da auch die Fähigkeit im Internet zu surfen entfallen würde.
Auch in Saudi-Arabien überlegt man ähnliche Schritte und fordert von RIM Einsicht in die von Blackberrys übermittelten Nachrichten, da befürchtet wird, dass terroristische Zellen durch diese Technik Zuwachs bekommen und leichter Anschläge verüben könnten. In Kuwait hingegen will man den Zugang zu 3.000 Porno-Websites sperren. Doch auch weitere Sicherheitsmaßnamen stehen in der Diskussion. Auch Indien will Blackberry-Dienste, die von ihren Behörden nicht voll überwacht werden können, unterbrechen. Die USA sind ebenfalls bereits an einer Regulierung interessiert.
Schwere Zeiten für RIM
Ob die Sicherheit erwähnter Länder tatsächlich gefährdet ist oder ob lediglich eine Nachrichtenkontrolle ausgeübt werden soll, ist schwer zu eruieren, da die Beweggründe der einzelnen Länder auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind. emaiaaSo bleiben die BlackBerrys weiterhin in der Diskussion und werden demnächst sicherlich noch für Schlagzeilen politischer Natur sorgen. Die Frage wird bleiben, ob RIM dem Druck der Länder nachgeben muss oder sich mit Berufung auf den Datenschutz freikämpfen kann.
