
- Aquarienzubehör kann für Fische gefährlich sein - Sabine Hoffelner
Das größte Gesundheitsrisiko für Aquarienfische ist ein uninformierter Besitzer. Die verschiedenen Zierfische haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, die ein verantwortungsvoller Halter befriedigen sollte. Nur so können die Tiere gesund und zufrieden leben und ihre arteigenen Verhaltensweisen auch in einem künstlich geschaffenen Lebensraum wie einem Aquarium zeigen. Wer Fische pflegen möchte, sollte sich deshalb schon frühzeitig darüber informieren, welche Beckengröße die Arten, die ihm gefallen, benötigen und wie das Aquarium gestaltet sein sollte.
Aquarienfische haben unterschiedliche Bedürfnisse an ihr Becken und das Futter
Manche Fische brauchen eine üppige Bepflanzung, um sich gut verstecken zu können, andere kommen auch mit wenigen Pflanzen zurecht. Bodenlebende Arten wie Welse lieben Höhlen, die sie auch für die Fortpflanzung nutzen, für revierbildende Fische wie Buntbarsche ist ein gut strukturiertes Becken wichtig. Auch beim Futter sollten Sie die jeweiligen Bedürfnisse Ihrer Pfleglinge berücksichtigen. Es gibt reine Pflanzenfresser und Allesfresser. Manche Welsarten brauchen einen gewissen Anteil an Holz in der Nahrung oder eine Wurzel im Becken, an der sie herumknabbern dürfen. Es vertragen sich auch nicht alle Fischarten gut miteinander. Vor einem Kauf sollten Sie sich daher erst informieren, ob ein neuer Fisch mit Ihrem eventuell bereits vorhandenen Bestand vergesellschaftet werden kann.
Einrichtungsgegenstände können für Zierfische im Aquarium gefährlich werden
Deko-Gegenstände sollten generell keine Giftstoffe an das Wasser abgeben. Verwenden Sie daher nur Dinge, die laut Hersteller für die Verwendung im Aquarium geeignet sind. Aber auch Naturmaterialien wie Steine können zum Beispiel Kalk abgeben und dadurch das Wasser aufhärten, was Fische, die in dieser Hinsicht empfindlich sind, gefährden kann. Steine, Tontöpfe oder eine halbierte Kokosnussschale als Versteck für Bodenfische dürfen keine scharfen oder schartigen Kanten haben, an denen sich die Tiere verletzen könnten. Auch der Kies am Beckenboden sollte nur aus abgerundeten Steinchen bestehen, damit sich gründelnde Bodenfische risikolos ihrer Leidenschaft hingeben können. Für Panzerwelse mit ihren feinen Barteln ist nur sehr feiner Kies oder besser Sand als Bodengrund geeignet. Wer in seinem Becken Fischnachwuchs haben möchte, sollte auch beim Filter darauf achten, dass die Löcher, durch die das Wasser angesaugt wird, sehr klein sind. Jungfische könnten sonst dadurch in den Filter hineingelangen und dort verenden.
Gefährliches Futter für Aquarienfische
In der Aquaristik ist es teilweise sehr verbreitet, Lebendfutter wie Mückenlarven in der eigenen Regentonne oder öffentlichen Gewässern zu fangen. Lebendiges Futter ist für Fische ein naturnaher Leckerbissen. Es sollte jedoch nicht aus Wasserstellen stammen, die durch benachbarte landwirtschaftliche Düngung oder andere Schadstoffe belastet ist. Diese Gifte werden in den Futtertieren gespeichert und können dann die Fische, die sie verspeisen, schädigen. Auch rote Mückenlarven, die im Zooladen lebendig oder getrocknet verkauft werden, stammen häufig aus belasteten Gewässern, da sich diese Mücken dort wohlfühlen. Deshalb sollten sie generell nur sparsam an Zierfische verfüttert werden. Wer seine Fische hin und wieder mit Obst- und Gemüsestücken verwöhnen möchte, sollte nur ungespritzte Waren benutzen oder sie vorher gründlich waschen.
Gefahren durch Manipulation am Aquarienwasser
Veränderungen am Aquarienwasser wie die Erhöhung oder Absenkung von Temperatur oder Wasserhärte sollten sehr langsam und vorsichtig durchgeführt werden, damit sich die Fische darauf einstellen können. Wer sein Wasser mit CO2 anreichern möchte, damit die Pflanzen besser wachsen und Algen keine Chance bekommen, sollte mit einem geeigneten Test die Kohlendioxid-Konzentration im Becken immer wieder messen. Fische können ersticken, wenn zu viel CO2 und zu wenig Sauerstoff im Wasser ist.
Quellen und weiterführende Literatur:
„Mein Aquarium“ von Klaus Veit, Kosmos Verlag
„Taschenatlas Aquarienfische und Wirbellose“ von Claus Schaefer, Ulmer Verlag
