Skitourengeher sollten gewisse Kenntnisse in der Lawinenkunde mitbringen. Denn gefährliches Gelände, ungünstige Formationen oder schlechte Schneebedingungen lassen sich dadurch bereits ausschließen und minimieren das Risiko, eine Lawine auszulösen. Dennoch darf niemals auf eine funktionierende Sicherheitsausrüstung mit Piepser, Sonde und Schaufel verzichtet werden. Auch der Besuch eines Lawinenseminars bringt zusätzliche Sicherheit im Umgang mit der Lawinengefahr.

Gefahrensituation Wind: Triebschnee und Schneebretter

Nach einer längeren kalten Periode ohne Neuschnee beginnt es wieder zu schneien. Der Wind verfrachtet den Schnee und es entstehen Triebschneefelder, die auf einer Altschneedecke zum liegen kommen. Die beiden Schneedecken verbinden sich äußerst schlecht und bei einer geringen Zusatzbelastung können Schneebretter abgehen. Rinnen und Mulden sind nun besonders gefährlich, da sich der Schnee hier gut ablagert. Je mehr Triebschnee im Hang liegt, desto größer ist die Lawinengefahr. Triebschnee lässt sich gut an Rissen in der Schneedecke, mattem Schnee oder starken Verwehungen erkennen.

Gleitschnee: Risse deuten auf eine große Lawinengefahr hin

Sind tiefe Risse im Schnee zu erkennen, die parallel zum Hang verlaufen, ist dies ein Indiz für Gleitschnee. Denn auf steilen und glatten Felsen rutscht der Schnee häufig in Richtung Tal. Tiefe Risse entstehen und die Gefahr für Gleitschneelawinen steigt an. Zwar lässt sich schwer voraussagen, wann und ob überhaupt eine Lawine abgeht. Dennoch sollten Skitourengeher solche Hänge meiden. Gleitschneelawinen gehen vor allem nach dem ersten Schneefall eines Winters ab, da zu diesem Zeitpunkt die Schneedecke noch nicht sehr stabil ist.

Gefahrensituation Neuschnee: Lawinengefahr steigt an

Der zweite Schneefall im Jahr ist häufig für zahlreiche Lawinentote verantwortlich. Denn nun kommt es vermehrt zu Schneebrettlawinen, die besonders Skifahrern gefährlich werden. Die beiden Schneedecken verbinden sich nicht richtig. Bereits durch eine geringe Zusatzbelastung durch einen einzigen Wintersportler kann nun eine Lawine ausgelöst werden. Eine solche Situation ist vor allem in Höhen ab 2.000 Meter und mehr zu finden. Bei ungünstigen Bedingungen, wie Temperaturen um den Gefrierpunkt, reicht bereits eine Neuschneemenge von 20 Zentimetern aus, um die Lawinengefahr schnell ansteigen zu lassen.

Gefahrensituation Regen: zu viel Gewicht für die Schneedecke

Ein Vorteil hat diese Gefahrensituation: Sie ist leicht zu erkennen und benötigt wenig Erfahrung in der Lawinenkunde. Regen heißt ganz automatisch, dass die Lawinengefahr schnell und vor allem stark ansteigt. Denn er bringt zusätzliches Gewicht auf die Schneedecke und entzieht dem Schnee gleichzeitig viel Feuchtigkeit.

Lawinenkunde im Gelände trainieren

Auch wenn es bereits sehr hilfreich ist, bestimmte Gefahrenmuster zu kennen, sollten die grundlegenden Kenntnisse der Lawinenkunde im Gelände trainiert werden. Jedes Jahr veranstalten der Alpenverein oder SAAC Kurse vor Ort, in denen der richtige Umgang mit der Sicherheitsausrüstung und Lawinenkunde im Gelände vermittelt werden.

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