
- Feuer sind magisch und gefährlich zugleich. - wrw / pixelio.de
Tischkamine fanden auch dieses Jahr zu Weihnachten und zu Silvester wieder Anklang und gehören zu den Rennern im winterlichen Produktsortiment. Welcher Händler lässt sich also den Kaufboom entgehen. Leider gibt es unter den vielen und bereits zu Taschengeldpreisen erhältlichen Modellen einige Problemprodukte, wie der TÜV Rheinland und die Stiftung Warentest auch dieses Jahr wieder herausgefunden haben. Um die Nachfrage zügig und günstig zu bedienen und um die Profite zu steigern, vernachlässigen einige Hersteller sicherheitsrelevante Bestimmungen und machen aus einem Tischkamin ein richtiges Gefahrenpotenzial.
Was Tischkamine so gefährlich macht und warum ihre Brände kaum zu löschen sind
Tischkamine werden fast immer mit brennbarem Ethanol verwendet. In seltenen Fällen auch mit Brennpaste und Gel. Und dies hat viele Probleme zu Folge. Ein wichtiges Problem dabei ist zum einen der hohe Sauerstoffverbrauch der Flamme. Laut gesetzlicher Vorgaben soll pro Stunde etwa ein halber Liter Ethanol verbrennen dürfen. Daran halten sich auch fast alle Hersteller. Was viele nicht wissen, der Sauerstoffverbrauch ist dann immer noch so hoch, als wenn etwa 15 bis 20 Person in einem normalen Raum Sauerstoff verbrauchen würden. Lüften gehört daher automatisch dazu, auch dann wenn es nicht mehr so heimelig ist.
Passiert das schlimmstanzunehmende Unglück und der Kamin kippt um, fällt auf den Boden, entsteht durch das flüssige und sich schnell verteilende Ethanol ein ganzer Flächenbrand und nicht wie bei einer Kerze nur punktuelle Brandstücke. Dieser Flächenbrand breitet sich dann so rasant aus, dass ein normales Zimmer in weniger als einer Minute schon nicht mehr begehbar ist und in weniger als fünf Minuten komplett ausbrennen kann, so der TÜV Rheinland. Unfallstatistiken zu Tischkaminen existieren leider nicht, da die Ursachen von Bränden statistisch nicht untersucht werden, so Sebastian Fischer von der Feuerwehr Stuttgart. Darüber hinaus warnen Feuerwehrfachkräfte vor möglichen Löschversuchen. Diese Brände lassen sich meisten nicht mehr löschen, da hilft nur noch Flucht, Nachbarn warnen und Feuerwehr rufen, um den Brand kontrolliert ausbrennen zu lassen. Was einst der brennende Tannenbaum war, ist heute der brennende Tischkamin, nur viel schlimmer noch.
Verbraucherfreundliche und leicht verständliche Kauftipps und Hinweise für Tischkamine
Damit ein Tischkamin das vom TÜV Rheinland vergebene Prüfsiegel erhalten kann, muss er beispielsweise den Schlag eines 25kg schweren Gegenstandes aushalten ohne umzufallen. Tut er das nicht, ist die Konstruktion des Tischkamins zu leicht und stellt beim Anstoßen, z.B. durch Kinder oder ein großes Haustier, eine enorme Gefahr dar. Bei hängenden Wandkaminen ist vorallem zu beachten, dass man sich an Ihnen nicht zu leicht verbrennen kann. Einige Scheiben, wie auch das Glas bei Tischkaminen können sich auf über 100 Grad erhitzen, wenn nicht die teureren Schutzgläser verarbeitet wurden. Kinder, die z.B. in der Nähe spielen und an diese Scheibe oder Glas fassen, ziehen sich schwerste Verletzungen zu.
Auch die Löschvorrichtung oder der Ausschaltmechanismus müssen leicht, schnell und sicher zu handhaben sein. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Schließmeachnismus, der von außen durch das kurze Bedienen die Luftzufuhr stoppt und das Feuer löscht. Dabei darf die Ausschaltstelle nicht heiß sein, so dass man sich beim Antasten verletzt. Das Verletzten durch ein überhitztes Bauteil könnte sonst noch eine zusätzliche Gefahr hervorrufen, indem man vor Schreck doch noch den Tischkamin umkippt, weil man vor Schmerz die Hand unkontrolliert wegzieht. Ein Beispiel für einen schlechten und unsicheren Ausschaltmechanismus wäre eine Art Kerzendochtlöscher, den man mit der Hand in den Kamin führen muss, um diesen auf die Feuerstelle zu legen. Günstige Tischkamine haben solche und ähnlich problematische Löschvorrichtungen.
Dabei kann man sich schon vor Löschen der Flamme die Hand verbrennen, die Kleidung anzünden und auch der Löschstab würde so in kürzester Zeit sehr heiß werden. Beim Wiederanzünden des Kamins darauf achten, dass dieser gut abgekühlt ist, sonst kann ein Restbestand des Ethanols in der Luft zu einer Explosion führen, die nicht nur Hände aber auch das Geischt verbrennen kann. Nicht unwichtig ist auch die Überlegung des Aufstellorts. Man sollte sich auf jeden Fall vorher Gedanken machen, ob dieses Modell, welches man ausgesucht hat, auch zu dem Platz passt, an dem man es aufstellen möchte oder ob auch hier Gefahren lauern.
Kompetente Beratung ist sehr wichtig, leider oft unzureichend
Vor einem Kauf sollte man immer auf kompetente Beratung bestehen und den Tisch- oder Wandkamin auch testen können. Ein seriöser Händler hat in der Regel zahlreiche Modelle aufgebaut. Seriöse und sichere Modelle fagen bei etwa 300€ an. Produkte, die preislich darunter liegen, beinhalten immer Sparmaßnahmen, die fast immer zu relevanten Sicherheitsverstößen führen und das Produkt für den Kunden zur Gefahr machen.
Und ganz wichtig, ein Tisch- oder Wandkamin ist nie ungefährlich. Ganz gleich, wie hochwertig und sicher er gebaut ist. Sofern Feuer eine Rolle spielt, spielt die Gefahr mit. Händler, die diese Aspekte außer Acht lassen und das Produkte als harmlos und ungefährlich einstufen oder auf die Bedienungs-Anleitung verweisen, sind höchst inkompetent und spielen oft mit dem Leben der Kunden. Dann lieber das Geschäft wechseln und nach kompetenten Beratern suchen.
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