Gefangen in Deutschland - Eine wahre Geschichte

Gefangen in Deutschland - Buch von Katja Schneidt - www.mvg-verlag.de
Gefangen in Deutschland - Buch von Katja Schneidt - www.mvg-verlag.de
Sarrazin redet von islamischen Parallelwelten, Katja Schneidt lebte darin: In ihrem Buch schreibt sie von Gewalt und Missbrauch durch den türkischen Freund.

Katja Schneidt ist eine deutsche Frau, die einen türkischen Mann liebt. Es ist eine Liebe zwischen zwei Kulturen. Doch diese Liebe scheitert. Er wird gewalttätig und sie erduldet diese Gewalt - aus Angst. Die Angst geht so weit, dass Katja Schneidt zu einer Gefangenen im eigenen Land mutiert. 2011 hat sie über ihre schlimmen Erlebnisse ein autobiographisches Buch geschrieben - mutig und erschütternd zugleich.

Gefangen in Deutschland - Eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit

Die junge Katja Schneidt ist eine lebenslustige, selbstbewusste, emanzipierte Frau. Bis sie Mahmud kennen und lieben lernt. Sie ziehen zusammen und Mahmud zeigt sein wahres Gesicht – das Gesicht eines gewalttätigen Tyrannen. Katja Schneidt wird als Deutsche mitten in Deutschland in eine islamische Parallelgesellschaft entführt. Sie darf das Haus nur mit Einwilligung Mahmuds verlassen, muss Kopftuch und lange Kleidung tragen, wird brutal misshandelt. Immer stärker gerät sie in einen Sog, in dem sie Zeuge von Zwangshochzeiten, Hochzeiten mit minderjährigen Bräuten und Gewaltausbrüchen wird – vor allem gegen Frauen. Erst als sie zum wiederholten Mal halb tot geschlagen wird, nimmt sie all ihren Mut zusammen und flieht, um Mahmud anzuzeigen, gegen ihn vorzugehen und damit zur Geächteten zu werden, der bis heute die Blutrache von Mahmuds Familie droht.

Gewalt und Missbrauch gegen Frauen unter dem Schleier des Islam

Katja Schneidt sorgt mit ihrem flüssig geschriebenen Buch für Emotionen, Entsetzen und Empörung. Ihre spannende Autobiographie ist erschütternd und bewegend. Dabei geht sie mit ihrer Publikation ein großes Risiko ein. Denn es verlangt jede Menge Mut ein solches Schicksal öffentlich bekannt zu machen und sich damit die Rachegelüste islamischer Fanatiker zuzuziehen. Die schlimme Konsequenz: Aus Furcht vor Bedrohung lebt die vierfache Mutter heute unter Personenschutz in der Nähe von Frankfurt am Main, selbst wenn sie immer wieder betont, dass ihre Erfahrung von Gewalt nicht zwangsläufig mit dem Islam zu tun habe, sondern vielmehr mit der Tradition der besagten Familie. „Das Männerbild ist in der islamischen Kultur ein anderes als hier in Deutschland“, erklärt Hiltrud Stöcker-Zafari vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften. „Solche Extreme sind nicht unbedingt ein Kennzeichen von binationalen Paaren oder Familien. Die kommen wirklich in allen möglichen Kombinationen und auch bei deutsch-deutschen Familien vor.“

Eine Geschichte von Gewalt und Missbrauch - Gefangen in Deutschland

Auch Katja Schneidt weiß, dass Gewalt gegen Frauen in deutschen Familien nicht selten ist. Doch was sie in ihrem türkischen Umfeld erlebt, schockiert sie besonders. „Das Schlimmste war eine Hochzeit auf der ich eingeladen war“, beschreibt sie. Die "Frau" sei zwölf, der Mann 50 Jahre alt gewesen. „Auf der Hochzeit wird der Sexualverkehr vollzogen. Das war die Vergewaltigung eines Kindes“, so Schneidt. Jetzt prüft der Staatsanwalt, die im Buch erzählten Sachverhalte, während die Autorin Angst vor Verfolgung und Rache hat. Katja Schneidt tritt mit Foto und echtem Namen auf. „Es wird gut für mich gesorgt“, versucht sie sich zu beruhigen. „Das Landeskriminalamt ist mit im Boot, die Polizei ist mit im Boot, ich habe einen Personenschützer rund um die Uhr bei mir.“

Sarrazin schreibt von islamischen Parallelwelten, Katja Schneidt war darin gefangen

Mit „Gefangen in Deutschland“ ist Katja Schneidt ein nachdenklich machender Tatsachenroman gelungen, der aufrüttelt und schockiert. Gleichzeitig möchte Katja Schneidt betroffenen Frauen mit ihrer Veröffentlichung Mut zusprechen, sich gegen Missbrauch und Gewalt in der Familie zur Wehr zu setzen. Dazu hat sie nicht nur ihr eigenes Schicksal als Beispiel und Warnung erzählt, sondern am Schluss des Buches auch wichtige Tipps und Beratungsadressen für Gewaltopfer gesammelt. Frauen, die in ähnlichen Situationen leben und Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind, finden im Anhang sämtliche Anlaufstellen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.

Bei Gewalt, Entführung, Kindesentziehung oder Missbrauch können Opfer in Deutschland hier Hilfe finden:

  • Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (BFF) - Frauen gegen Gewalt e.V.: info@bv-bff.de
  • Frauenhauskoordinierung: fhk@paritaet.org
  • ZIF - Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser: zif-frauen@gmx.de
  • Pro Familie: info@profamilia.de
  • Weißer Ring:info@weisser-ring.de
  • Diakonie - Hilfen für Frauen: thie@diakonie.de
  • Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung: m.feil@dbk.de
  • Muslimisches Seelsorge Telefon: info@mutes.de
  • IAF - Verband binationaler Ehen und Partnerschaften: sitorus@verband-binationaler.de
  • CiB e.V./1001 Geschichte: CIB-eV@1001Geschichte.de
  • ISD - Internationaler Sozialdienst: isd@iss-ger.de
  • Bundesamt für Justiz: int.sorgerecht@bfj.bund.de
  • Auswärtiges Amt: poststelle@auswärtiges-amt.de
  • Deutscher Anwaltverein: dav@anwaltverein.de

Gefangen in Deutschland - Wie mich mein türkischer Freund in eine islamische Parallelwelt entführte, Katja Schneidt, mvg-Verlag 2011, ISBN 978-3-86882-219-9, 285 Seiten, Preis: 17,99 Euro

Tipp: Noch mehr Informationen und Hinweise über das Buch gibt es auf der Homepage von Katja Schneidt.

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