Geheimnisvolles Konstrukt: Berufsbildende Schulen

Berufsbildende Schulen sind mehr als nur Bildungsanstalten im Rahmen der dualen Ausbildung. Kaum jemand weiß, wie vielfältig sie sind.

Berufsbildende Schulen sind dafür da, wie der Name schon sagt, Schüler auf den Beruf vorzubereiten. Diese Funktion erfüllt jedoch nicht nur die klassische Berufsschule, die von Schülern besucht wird, die eine Berufsausbildung machen, an Berufsbildenden Schulen gibt es noch viel mehr. Die meisten wissen gar nicht, wie vielfältig Berufsbildende Schulen sind. In der Regel sind an einer Berufsbildenden Schule Klassen bestimmter Berufsfelder angesiedelt. So gibt es Berufsschulen mit den Berufsfeldern Wirtschaft und Verwalten, Hauswirtschaft oder auch den gewerblich-technischen Bereich und vieles mehr. Das ist von Schule zu Schule unterschiedlich und gerade auf dem Land gibt es Bündelschulen, an denen Klassen aus verschiedenen Berufsfeldern unter einem Dach zusammengefasst sind.

Teilzeitschulen: Berufsschule und Fachoberschule

Was jedem sofort einfällt sind die Klassen, die Auszubildende im Rahmen einer dualen Ausbildung besuchen. In der Regel haben Auszubildende im ersten Lehrjahr an zwei, in den weiteren Lehrjahren an jeweils einem Tag in der Woche Berufsschule. Hier lernen sie in erster Linie Berufsqualifizierendes, aber auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch und Religion. Bei einigen Ausbildungsberufen ist Blockunterricht üblich. Hierbei werden die Schüler dann, neben der Arbeit im Ausbildungsbetrieb, geblockt unterrichtet.

Zudem gibt es auch Fachoberschüler, die die Fachhochschulreife anstreben, in der 11. Klasse zwei Tage in der Woche Unterricht haben, an den anderen Wochentagen in einem Betrieb sind und ein Praktikum absolvieren. Der Unterricht an Fachoberschulen ist immer an ein bestimmtes Berufsfeld gebunden. So lernen Schüler an der Fachoberschule Wirtschaft Buchführung, Grundlagen der Beschaffung und bekommen auch Einblicke in Themen der Volkswirtschaft. Es gibt selbstverständlich auch Fachoberschulen mit Fächern aus Technik, Agrarwirtschaft oder weiteren Schwerpunkten.

Teilweise werden an den Schulen Weiterbildungsmaßnahmen für jene angeboten, die sich bereits vollständig im Berufsleben befinden.

Vollzeitschulen – vom Hauptschulabschluss über Abitur bis zur Ausbildung

Die Schüler kommen mit den verschiedenstem Vorwissen und allen möglichen Schulabschlüssen an die Berufsbildenden Schulen. So gibt es berufsvorbereitende Klassen, in denen der Hauptschulabschluss nachgeholt werden kann oder auch Berufsfachschulen mit dem Ziel Realschulabschluss. All diese Schulformen haben gemeinsam, dass die Schüler in berufsspezifischen Fächern unterrichtet werden. Insoweit sind diese Schulen auch für die Berufsfindung von großer Bedeutung, das Kennenlernen eines Berufsfeldes steht dabei im Vordergrund. Ziel dieser Schulformen ist es, die Chancen der Schüler auf dem Ausbildungsmarkt zu erhöhen und die Schüler gezielt auf eine Ausbildung vorzubereiten.

Einige Berufsfachschulen führen auch unmittelbar zu einer Berufsausbildung. Man kann etwa kaufmännische Assistentin/kaufmännischer Assistent für Fremdsprachen und Korrespondenz im Rahmen einer zweijährigen schulischen Ausbildung lernen.

Nicht zu vergessen ist das Fachgymnasium. Das Fachgymnasium führt mit beruflichem Schwerpunkt zur allgemeinen Hochschulreife. Als wären die Schulformen an Berufsbildenden Schulen nicht schon vielfältig genug, hat jedes Bundesland auch noch eigene Regelungen bezüglich der einzelnen Schulformen. Schließlich ist Bildung Ländersache.

André Bockelmann - Ich bin 21 Jahre alt und ich studiere seit 2007 Wirtschaftspädagogik mit evangelischer Theologie im Nebenfach an der ...

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