
- DarmstadtInspirationen - Media Team
Darmstadt wirkt auf Menschen, die die Stadt erstmals bereisen zunächst etwas abschreckend. Industrie und rational konzipierte Profanbauten aus der Nachkriegszeit sind der erste Eindruck. Doch die südhessische Großstadt ist eine echte Kulturstadt, in der sich Kunst und Musik auf internationalem Niveau entfalten, in der angesagte Nachtclubs und lebendige Jazzkeller auf einer überschaubaren Fläche zu inspirieren vermögen.
Der deutsche Jugendstil ist in Darmstadt zu Hause
Es ist schon wenig bekannt, dass ausgerechnet das vermeintlich unscheinbare Darmstadt die deutsche Hauptstadt des Jugendstils ist. Großherzog Ernst Ludwig, ein Kunstmäzen, der bis heute viel beachtete Spuren hinterlassen hat, gründete 1898 auf der Mathildenhöhe eine Künstlerkolonie. Lebensreformer und Freigeister schufen ein Gesamtwerk des Jugendstils, von dem auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch viel erhalten geblieben ist. Das alliierte Bombardement auf die Stadt und der nachfolgende schwere Brand im September 1944 hatte gewaltige Lücken im Stadtbild hinterlassen.
Geblieben ist auf der Mathildenhöhe das architektonische und künstlerische Kollektiv-Oeuvre von Camillo Albinmüller, Peter Behrens, Bernhard Hötger, Ludwig Habich und vor allem von Joseph Maria Olbrich. Zum Wahrzeichen der Stadt ist der dortige von Olbrich entworfene Hochzeitsturm geworden. Doch auch der Platanenhain, die russisch-orthodoxe Kapelle sowie das Haus Deiters, das neben dem Jugendstil den Einfluss des Bauhauses nicht ganz verleugnen kann, machen das Gesamtkunstwerk aus und ziehen Touristen und Kunstexperten magisch an. Allein das 2009 restaurierte Jugendstilbad am Rande des Stadtzentrums ist schon einen Besuch wert. Ein Ort der inspiriert. So sind hier auch das deutsche P.E.N.-Zentrum, das Hessische Staatstheater und das Hessische Landesmuseum als feste Institutionen angesiedelt.
Kleine Großstadt als Metropole für Musik und Kunst
Doch Darmstadt lebt nicht im Gestern, es gestaltet vielmehr das Morgen. Ein Beleg für Moderne ist beispielsweise das Wirken der Akademie für Tonkunst, des Internationalen Musikinstituts Darmstadt, des Jazzinstituts Darmstadt bis hin zur Bessunger Knabenschule, die weniger die Musik der großen Komponisten in die breite Masse tragen, als vielmehr breite Schichten der Bevölkerung mit Information, Ausbildung, Experimentalmusik und Konzertveranstaltungen zur Musik hinführen. Darmstadt ist der lebendige Beleg für eine veritable Musikkultur, ist ein Ort, an dem der Klang nicht nur den Weg in das Gehör, sondern in das Herz der Menschen findet.
Darmstadt, ein idealer Musenort für junge Menschen? Die Jugend bildet in der Tat den Nährboden für gelebte Kultur, die sich auch aus der Subkultur heraus weiterentwickelt. Zumindest die Universität und zwei Fachhochschulen ziehen junge Studenten zu Zehntausenden aus ganz Deutschland nach Südhessen. Angesagte Szene-Clubs wie das Level 6 Club Lounge, das NachtCafé oder das Guantanamera sowie diverse Kunst-Galerien runden das Bild nur ab. Auch die Künstlervereinigung Darmstädter Sezession fördert seit Jahren den Nachwuchs und stellt in Darmstadt aus. Die wesentlichen Ausstellungsinstitutionen sind neben der Mathildenhöhe die Kunsthalle an der Rheinstraße und auch die Kunstfabrik Bhf2. Über dieses junge Darmstadt von Kunst, Klangkultur und Cocktails informiert beispielsweise „DarmstadtInspirationen“, ein von Christian Kirk herausgegebenes Buch, das auch online abrufbar ist.
Wer sich bis bisher von dem Namen der Stadt oder anderen Gründen nicht zu Darmstadt hingezogen fühlte, hier aber einen Studienplatz oder einen Arbeitsplatz antreten könnte, dem sei ins Stammbuch geschrieben: ein Kennenlernen lohnt sich allemal. Darmstadt ist bundesweit ein echter Geheimtipp!
