Gehirntraining durch und mit Musik

musikalische Aktivität - Viktoria Amon
musikalische Aktivität - Viktoria Amon
Musikalische Aktivität fördert Wahrnehmung, Gedächtnis, flexibles Denken und Sprachentwicklung. Es lohnt sich also immer, ein Instrument zu lernen.

Musik verführt zum Träumen und Tanzen, sie kann begeistern, faszinieren, verzaubern, besondere Glücksmomente schaffen und in verschiedenste Stimmungslagen versetzen. Musik kann aber noch viel mehr. Hirnforschungen zufolge lässt sich unser Gehirn durch die Auseinandersetzung und die Beschäftigung mit Musik intensiv trainieren, wobei Hirnstruktur als auch Hirnfunktionen, wie visuelle, akustische und räumliche Wahrnehmung, sprachliche Fertigkeiten und allgemeine Denkleistungen entscheidend verändert werden können.

Musik aktiviert verschiedenste Hirnregionen

Musikalische Aktivität involviert große Teile des Gehirns. Musik zu machen bedeutet eine ungemein komplexe Leistung und erfordert unter anderem das Zusammenspiel von Gehörsinn, einer hoch entwickelten Feinmotorik und ebenso einer sensiblen Körperwahrnehmung, des Weiteren auch das Erfassen von spezifischen Strukturen und Phasen und schließlich eine emotionale Verarbeitung. Dabei werden verschiedenste Regionen im Gehirn aktiv, etwa spezifische Areale für die Tonwahrnehmung, die Steuerung der Motorik und die räumlich visuelle Wahrnehmung.

Durch musikalische Aktivität Sprachentwicklung fördern

Neuesten Forschungen zufolge sind bei der Verarbeitung von Musik auch Sprachzentren involviert. So hat etwa Angela Friederici durch die Beobachtung von früher Musikerziehung und ihre Auswirkung auf die Sprachentwicklung festgestellt, dass jene Hirnareale, die Sprache und jene, die Musik verarbeiten, sich teilweise überlappen. Ein frühes und intensives Musiktraining ist demnach in jedem Fall empfehlenswert, um etwa die Sprachverarbeitung zu fördern, oder aber allgemein die Flexibilität des Gehirn zu steigern. Es kann sich daher als sehr effektiv erweisen, Kindern bewusst schon früh einen Zugang zur Welt der Musik zu eröffnen. Wenn Eltern also auf eine gute sprachliche Entwicklung Wert legen, sollten sie wieder damit anfangen, Kinderlieder zu lernen und vorzusingen.

Besonderheiten des Musiker-Gehirns

Forschungen an der Universität Jena haben auf anatomische Auffälligkeiten bei Gehirnen von Berufsmusikern in Vergleich zu Nichtmusikern aufmerksam gemacht. Gehirnareale, die für akustische, visuelle und motorische Fähigkeiten zuständig sind, zeigen sich deutlich vergrößert. Magnetresonanzuntersuchungen verdeutlichen außerdem eine stärkere Vernetzung von rechter und linker Gehirnhälfte. Durch die intensive musikalische Aktivität werden nicht nur Sprache und geistige Flexibilität gefördert, sondern zudem scheint auch ein verbessertes Hören und räumliches Sehen und schnellere Umsetzung von Bewegung forciert zu werden.

Effektivere Gedächtnisleistung

Nach Eckart Altenmüller ist schon das Hören von Musik eine Form des musikalischen Lernens, es fördert das Erkennen von spezifischen auditiven Mustern und Strukturen, als auch die Gedächtnisbildung. Chinesischen Forschungen zufolge entwickeln Musiker im Vergleich zu Nichtmusikern vor allem ein besseres Wortgedächtnis. Musikalischer Unterricht verbessert zudem die Fähigkeit, auch sehr komplexe Gestalten schnell und gezielt zu erfassen und steigert die Beweglichkeit des Denkens. Trotz dieser Forschungsergebnisse zeigen sich Wissenschaftler jedoch bezüglich allgemeiner Aussagen über den Zusammenhang von Intelligenz und Musiktraining sehr vorsichtig und zurückhaltend. Rückschlüsse auf eine mögliche Intelligenzsteigerung werden vor allem auf Grund methodischer Schwierigkeiten skeptisch und kritisch betrachtet.

Viktoria Amon - Lesen war und ist bereits seit meiner Kindheit wohl eine meiner größten Leidenschaften. Besonders begeistern mich vor allem ...

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