Am Dienstag, dem 15. Juni 2010 kam es in der Leipziger Innenstadt zu einem Polizeiaufgebot. Grund dieses Einsatzes war eine Geiselnahme in der zwischen Thomaskirche, Markt und Neuem Rathaus befindenden Filiale der Modehauskette H&M. Augenzeugen entdeckten gegen 12:30 Uhr einen bewaffneten Mann in der Filiale und schlugen Alarm.
Innenstadt weiträumig abgesperrt
Nach offiziellen Angaben nahm sich der Mann Geiseln, woraufhin die Leipziger Polizei die Petersstraße des Innenstadtbereiches weiträumig absperrte und die umliegenden Geschäfte räumte. Insgesamt seien etwa 17 Läden der Innenstadt betroffen. Die Geschäftsinhaber seien polizeilich aufgefordert worden, die Eingänge zu verriegeln und sich selbst einzuschließen. Ebenso sollen Tiefgaragen für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht worden sein. Momentan sei das Geschehen laut einer Polizeisprecherin noch völlig unübersichtlich. Ob es bereits zu Schüssen kam, sei bislang noch ungewiss. Seit 13:20 Uhr soll das SEK vor Ort sein, während um 13:45 Uhr ein weiterer Einsatzzug den Tatort erreichte. Laut Polizei habe der Mann sich in der ersten Etage der H&M-Filiale, in der Damen-Abteilung, verschanzt. Laut sueddeutsche.de habe der Geiselnehmer zuerst versucht, die Filiale zu überfallen. Seine Ziele seien jedoch noch völlig unklar. Seitens des Mannes sind bisher keine Forderungen gestellt worden. Bild.de berichtet, dass bisher zwei verängstigte Verkäuferinnen der Filiale gerettet worden seien. Weitere unter Schock stehende Geiseln, welche der Filiale entkommen seien, befänden sich momentan in Obhut der Polizei und würden von Psychologen betreut. Über die genaue Zahl der entkommenen Geiseln konnte die Polizeisprecherin bisher keine Angaben machen. Ebenso herrsche weder über die Zahl der Menschen, welche sich in Gewalt des Geiselnehmers befinden, noch über das Motiv des Täters keine Klarheit. Über die Waffen, die der Mann bei sich habe, wollte die Polizei ebenfalls noch keine Angaben machen. Während es derzeit keinerlei Hinweise den Täter betreffend gebe, versuche eine polizeiliche Verhandlungsgruppe den Täter zur Beendigung seiner Geiselnahme zu bewegen, wobei es zu einer Kontaktaufnahme mit dem Täter durch Experten des Landeskriminalamts (LKA)gekommen sei. Die LKA verfügt über geschulte Einsatzgruppen, welche in Geiselnahme-Fällen Verhandlungen führt.
Die Leipziger Petersstraße ist als stadteigene Shoppingmeile bekannt und lockt normalerweise mit abwechslungsreichen und modernen Geschäften die Besucher der sächsischen Stadt. Doch momentan bietet die fußgängerleere Straße dem Betrachter ein völlig anderes Bild. Augenzeugen haben von schwer bewaffneten Einsatzkräften berichtet. Scharfschützen seien auf den umliegenden Dächern postiert worden und Panzerfahrzeuge befänden sich in der Stadt. Ebenso seien zur Stunde mehrere Rettungswagen und eine Hundestaffel vor Ort. Nähere Angaben zum Geiselnehmer und dem Tatgeschehen können laut Polizeisprecherin bisher noch nicht gemacht werden.
Geiselnehmer nach dreieinhalb Stunden aufgegeben
Dreieinhalb Stunden nach dem Geiselnahme-Beginn gab der bewaffnete Mann auf und ließ laut Polizeisprecherin alle Geiseln frei. Gesundheitliche Probleme, so heißt es, könnten das Motiv des 41-Jährigen gewesen sein.
