
- Sonnenuntergang - Dörthe Huth
Schon seit vielen Jahrtausenden wird durch Energieübertragung, Handauflegen und Rituale geheilt. Das Geistige Heilen entwickelte sich aus den Erfahrungen, die Heilkräfte der Natur zu nutzen. Elemente, Wesenheiten und die dem Menschen innewohnenden Heilkräfte zum Wohle der Menschen einzusetzen. Der Ansatz der Geistheilung geht davon aus, dass der Menschen nicht nur aus einem materiellen Körper sondern auch aus einem Energiekörper besteht. Jeder Mensch wird dabei als ein beseeltes energetisches System betrachtet, das von einem universellen Bewusstsein oder auch einer universellen Schöpfungskraft beeinflusst wird. Der Mensch ist daher auch ein ganzheitliches Wesen, das das mit allem in Verbindung steht. Wird diese Verbindung unterbrochen, kann die Energie nicht mehr frei fließen und es kommt zu Störungen im System.
Was ist Geistiges Heilen?
Körperliche und seelische Erkrankungen werden in der ganzheitlichen Heilkunst meist als Ausdruck des Energiesystems verstanden. Geistige Heiler versuchen, den Energiefluss durch heilende Impulse ins Fließen zu bringen, damit wieder ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Körpern hergestellt werden kann, aus denen wir bestehen. Ein Ungleichgewicht kann demnach zu körperlichen und seelischen Erkrankungen führen. So wird eine Erkrankung auch als Auswirkung von Störungen auf der feinstofflichen Ebene betrachtet. Ziel eines Heilers ist in der Regel die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Betroffenen und die Stärkung seiner Lebensenergien, sodass eine ganzheitliche Heilung eingeleitet wird.
Manche Heiler sehen Krankheit als Abwesenheit von Liebe. In der Verbundenheit mit der Welt sehen sie die Lösung. In der Liebe gibt es keine Schuldzuweisungen, kein Leid auf körperlicher, geistiger oder seelischer Ebene. Ein Ungleichgewicht kann sich als eine Blockade zeigen, als eine Krankheit, als Erschöpfungszustand oder einfach als ein Unwohlsein. Es zeigt sich zum Beispiel als Kopfschmerz, als Sehnsucht oder als Wut, also auf eine ganz individuelle Weise, die für jeden Menschen einzigartig ist. Es kann sowohl die Forderung des Organismus nach einer Änderung sein als auch die Einleitung des nächsten Wachstumsschrittes oder eine Herausforderung, einmal genauer hin zu spüren, was vielleicht im Leben beachtet werden will.
Methoden des Geistigen Heilens
Die Vorgehensweisen bei der Geistheilung sind vielfältig. Viele Heiler nutzen Energiearbeit oder Trancezustände, arbeiten mit Reiki, Quantenheilung, Wirbelsäulenbegradigung, behandeln die Aura eines Menschen oder führen eine Chakrenreinigung durch. Wer die Ursache für bestimmte Lebensmuster oder Erkrankungen nicht in diesem Leben findet, kann mit Hilfe einer Rückführung den Versuch unternehmen, eine Erklärung zu finden. Mit der karmischen Antwort auf die Ursache, kann man auf andere Weise als bisher in den Selbstheilungsprozess einsteigen. Mit Hilfe von Clearings kann man sich von Fremdenergien befreien. Der Körper durchläuft einen Reinigungsprozess und die an den Körper gebundenen Wesen und Energien können gelöst und ins Licht geführt werden. Je nach Methoden und Überzeugungen geben sich Heiler auch ihre zusätzlichen Bezeichnungen: Spiritueller Heiler, Geistiger Heiler, Energetischer Heiler, Schamanischer Heiler u.v.a.m. Viele Heiler sind medial geschult und viele bezeichnen sich selbst als hellfühlig.
Der rechtliche Rahmen für Heiler in Deutschland
Seit der Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes im Jahr 2004 herrscht Klarheit darüber, dass es erlaubt ist, als Heiler oder Heilerin zu arbeiten. Für die Ausübung der Tätigkeit des Geistigen Heilens ist keine Heilpraktikererlaubnis notwendig. Das geistige Heilen hebt sich grundsätzlich von der Heilkunst ab, die Ärzte oder Heilpraktiker anbieten, denn es hat eher einen Seelsorge-Charakter. Zudem darf ein Heiler keine Diagnose stellen, was er auch deutlich machen muss. Entweder muss er einen Aushang in seiner Praxis anbringen oder seinem Patienten einen Merkzettel mitgeben, der besagt, dass das Geistige Heilen der Aktivierung der Selbstheilungskräfte dient und weder die Diagnose noch die Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker ersetzt. Allerdings lässt sich das Geistige Heilen in der Regel mit den üblichen Heilweisen kombinieren. Ein Heilversprechen darf natürlich nicht gegeben werden. Sofern eine Diagnose vom Arzt oder Heilpraktiker erhoben wurde und diese vorliegt, darf aber auch ein Heiler eine gezielte Behandlung vornehmen.
Bei welchen Beschwerden das Geistige Heilen unterstützen kann
Für Heiler bedeutet das Wort "Heilung" nicht die unmittelbare Symptombeseitigung sondern die Herstellung des Gleichgewichtes in allen Bereichen. Dazu wird die Eigenverantwortung des Patienten unterstützt, denn nach der Auffassung vieler Heiler kann nur so viel Heilung geschehen, wie der Einzelne bereit ist, mitzuwirken und zuzulassen. Die Harmonisierung hat ihre eigene Zeit und lässt sich nicht vorhersagen. Wie bei allen anderen Heilweisen kann keine Garantie für eine Besserung gegeben werden. Besserungen entstehen manchmal spontan, manchmal zeigen sie sich erst im Laufe der Zeit und in manchen Fällen wird keine Wirkung bemerkt. Eingesetzt werden kann das Geistige Heilen daher sowohl als Ergänzung zu Heilungsvorgängen als auch bei psychischen Belastungen, Schmerz, Trauer, dem Loslassen oder die Suche nach einer spirituellen Verbindung, Lebenskrisen, Sinn- und Zielfindung u.v.a.m. In all diesen Fällen kann das Geistige Heilen ausgleichend wirken, anregend oder motivierend.
Quelle:
Dachverband Geistiges Heilen e.V. (DGH)
Literaturhinweis
Bittscheid, W.: Vom Geist des Heilens: Die Rückkehr der Ganzheit. Scorpio 2010.
Krohne H.: Das Hausbuch der Geistheilung. Heyne 2009.
