
- Schachtzeichen über Mülheim, von Essen aus gesehen - Alexandra Döll
Am 21. Mai 2010 stieg bereits probeweise der erste, mit Helium gefüllte, gelbe Ballon zu Testzwecken an der ehemaligen Zeche Consolidation in Gelsenkirchen auf. Am 22. Mai 2010 folgten um 12 Uhr mittags die übrigen 350 Ballons als Zeichen für ehemalige Zechenstandorte. Die Ballone bleiben bis 31. Mai 2010 als Symbol des Strukturwandels im Ruhrgebiet am Himmel, werden jedoch bei Sonnenuntergang wieder eingeholt; wahrscheinlich um Schäden durch Vandalismus vorzubeugen. Morgens gegen 10 Uhr steigen die Schachtzeichen erneut auf und sind weithin sichtbar.
Einige der markierten Zechenstandorte in Essen
In den nordwestlichen Stadtteilen Essens, also in Schönebeck, Bedingrade, Borbeck, Frintrop, Dellwig, Gerschede und Bochold finden sich eine Reihe von gelben Ballons, unter anderem an der Schacht-Kronprinz-Straße in Schönebeck, zwischen Neuweselstraße und Schlossstraße in Borbeck (ehemalige Zeche Neuwesel) und an der Heinz-Bäcker-Straße in Dellwig. In letzterem Fall repräsentiert das Schachtzeichen die ehemalige Zeche Levin.
Im Norden und Nordosten der Stadt markieren gelbe Schachtzeichen unter anderem das Weltkulturerbe Zollverein in Katernberg/Stoppenberg, die ehemalige Zeche Fritz - Neuessen an der Schurenbachhalde in Altenessen-Nord, in unmittelbarer Nähe die Zeche Carl, die Zeche Matthias Stinnes in Karnap an der Alten Landstraße sowie die Zeche Bonifacius in Schonnebeck/Kray, unweit der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen.
Von Essen aus sind je nach Perspektive auch die Schachtzeichen in den Nachbarstädten zu sehen. Vom Bergheimer Steig in Gerschede aus bietet sich ein sehr guter Blick auf das benachbarte Oberhausen, auf dessen Stadtgebiet ebenfalls viele gelbe Ballone am Himmel stehen. Von Frohnhausen/Fulerum im Südwesten kann ein Schachtzeichen an der Rosenblumendelle in der Nachbarstadt Mülheim an der Ruhr gesichtet werden.
Aufstieg der Ballons teilweise mit Programm
An einigen früheren Zechenstandorten gab es zum Aufstieg der Schachtzeichen auch ein buntes Rahmenprogramm, so zum Beispiel an der Schacht-Kronprinz-Straße in Schönebeck, auf Zollverein und am Standort der ehemaligen Zeche Matthias Stinnes in Karnap. Die jeweiligen Rahmenprogramme boten Speisen und Getränke für die Besucher, Live-Musik teilweise Angebote für Kinder (zum Beispiel Schminkationen, Ponyreiten) und Vorträge von ehemaligen Bergleuten zur jeweiligen Zeche.
Lediglich an einigen Standorten wurde kein Rahmenprogramm geboten, so zum Beispiel an der ehemaligen Zeche Bonifacius in Schonnebeck. Auf deren ehemaligem Gelände haben sich mittlerweile unterschiedliche Firmen angesiedelt, sodass an diesem und weiteren, vergleichbaren Standorten kein Rahmenprogramm stattfand, als die Ballone aufstiegen.
Die Wirkung der Schachtzeichen auf Besucher und Anwohner
Da die Schachtzeichen in einem kräftigen Hellgelb gehalten sind und damit von der Farbe her an die Sonne erinnern, heben sich die Ballons vom tiefen Blau des Himmels ab und sorgen zusätzlich für gute Laune beim Betrachter, denn glücklicherweise herrscht zumindest am Pfingstwochenende sonniges Wetter über dem Ruhrgebiet. Durch ihre leuchtende, aber nicht aufdringlich-grelle Farbe sind die Schachtzeichen je nach Standort schon von weitem gut sichtbar.
Die Top 8 der Essener Schachtzeichen
In den Ausgaben des Stadtspiegels werden die folgenden Schachtzeichen nebst Anbindung mit dem ÖPNV als Top 8 favorisiert:
- Borbeck, Zeche Neuwesel, Schlossstraße 192, Haltestelle Schloss Borbeck (zuzüglich Fußweg)
- Altenessen-Nord, Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee, Haltestelle Zeche Carl
- Stoppenberg/Altenessen-Süd, Zeche Helene, Twentmannstraße, gleichnamige Haltestelle
- Kupferdreh, Zeche Prinz Friedrich, Prinz-Friedrich-Straße, Haltestelle Kupferdreh Bahnhof
- Stoppenberg: Zeche Zollverein, Gelsenkirchener Straße, Haltestelle Zollverein
- Bergerhausen, Ludwig II, Kaninenberghöhe 13 - 15, Haltestelle Zeche Ludwig
- Schönebeck, Schacht Franz, Schacht-Kronprinz-Straße, Haltestelle Abzweig Aktienstraße, mit dem Bus Haltestelle Kloster Emmaus
- Kray, Katharina III, Wilhelm-Beckmann-Straße, Haltestelle Zeche Katharina
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Bildnachweis:
Schachtzeichen über Mülheim, von Essen aus gesehen: Alexandra Döll (beide Aufnahmen)
Zeche Zollverein, Essen: (c) Norbert Wilke, Pixelio
