Mit Steuern Geld sparen beim Shopping in den USA

In welchen US-Bundesstaaten man billig einkaufen kann

Geld sparen beim Einkauf in den USA - AMagill, Flickr
Geld sparen beim Einkauf in den USA - AMagill, Flickr
In den USA kann man nicht nur in Outlet Malls oder bei Discountern billig einkaufen. Wer sich auskennt, kann durch die Verkaufssteuern zusätzlich Geld sparen.

Das Steuersystem in den USA ist komplexer als in Deutschland. Während in der Bundesrepublik eine vom Bund festgelegte Mehrwertsteuer auf alle Produkte erhoben wird, können dies in den USA die einzelnen Bundesstaaten individuell regeln – und es gibt immerhin 50 davon. Noch komplizierter und unübersichtlicher wird das Ganze, weil es auch in den einzelnen Bundesstaaten noch regionale und manchmal sogar örtliche Steuern gibt, die für Waren verlangt werden.

Und noch verwirrender wird es, weil manchmal von Staat zu Staat und sogar innerhalb desselben Staates die Steuern auf bestimmte Produkte variieren. So zahlt man in New York City zweimal im Jahr auf Kleidung im Wert von unter 110 Dollar keine Steuer, darüber aber wird ein Steuersatz von 8,875 Prozent fällig – ein Aufschlag, der sich aus den Steuern des Staates New York und kommunalen Steuern zusammensetzt. Kommt man jedoch in den steuerfreien Wochen im Jahr nach New York, kann es vorkommen, dass man gar keine Steuer bezahlt – denn New York lockt mit solchen steuerfreien Shoppingwochen gerne Besucher und Kunden in die Stadt. Sie finden am Jahresanfang und im Spätsommer statt.

Ausgewiesene Preise in US-Geschäften werden ohne Steuer angezeigt

Besucher in den USA, die einen Teil ihres Urlaubs beim Shopping verbringen möchten, sollten zudem wissen, dass die Preise in den Geschäften immer ohne die zusätzlich anfallenden Steuern ausgewiesen werden. Und man kann sich vorstellen, wie verwirrend das Ganze wird, wenn die Reise durch mehrere Bundesstaaten führt. Da kann es schon vorkommen, dass eine Flasche Wein, die man in einem Staat kauft, im nächsten plötzlich um einige Dollar mehr kostet.

Geld sparen beim Shopping in den USA

Umgekehrt kann man dieses Wirrwarr an Steuern aber auch nutzen, um gezielt Geld zu sparen. So zahlt man auf Waren im Bundesstaat Maine 6 Prozent Verkaufssteuern. Im Nachbarstaat New Hampshire sind dieselben Produkte aber steuerfrei, weil dort keine Steuern erhoben werden. Das nutzen viele Einheimische daher auch aus, um ausgiebig in speziell dafür eingerichteten Shopping Städten wie North Conway auf Schnäppchenjagd zu gehen. Dort lohnt sich das Outlet Shopping dann auch besonders.

Wo man in den USA am billigsten einkaufen kann

Die besten Bundesstaaten für Shopper in den USA sind diejenigen, die keine Steuern auf ihre Waren erheben – und davon gibt es einige:

  • Alaska

In Alaska wird keine staatliche Verkaufssteuer erhoben. Allerdings können dort bis zu 7 Prozent Kommunalsteuern auf die Waren aufgeschlagen werden – abhängig von den einzelnen Ortschaften. So verlangen Anchorage und Fairbanks zum Beispiel keine örtliche Sales Tax, während die Hauptstadt Juneau immerhin mit 5 Prozent Verkaufssteuer zu Buche schlägt.

  • Delaware

Delaware verlangt keine Verkaufssteuer von seinen Verbrauchern. Allerdings besteuert dieser Staat die meisten Geschäfte mit einer Geschäfts- oder Dienstleistungssteuer zwischen 0,096 und 1,92 Prozent, je nach Art des Unternehmens.

  • Montana

Der Staat Montana ist verbrauchssteuerfrei. In den großen Touristenzentren des Staates wie in Whitefish, Red Lodge, Big Sky und West Yellowstone wird jedoch eine lokale Sales Tax erhoben – in der Regel in Höhe von 3 Prozent.

  • New Hampshire

Während in New Hampshire die Waren in den Geschäften verkaufssteuerfrei angeboten werden, sind die Steuern auf Mahlzeiten, Übernachtungspreise, Mietwagen, Telefondienste und die Stromnutzung recht hoch. Sie liegen zwischen 7 und 9 Prozent. Hier lockt man die Besucher mit steuerfreien Einkaufsmöglichkeiten an, nutzt aber deren Bedürfnisse beim Essen, Übernachten und dem Transport umso stärker aus.

  • Oregon

Eine bundesstaatliche Verkaufssteuer gibt es in Oregon nicht. Dafür können aber einzelne Ortschaften lokale Steuern erheben, wenn sie sich dafür entscheiden. In der Stadt Ashland beispielsweise liegt diese bei 5 Prozent auf Mahlzeiten, die man in Restaurants konsummiert. Andere Gemeinden verlangen Steuerabgaben auf Übernachtungen.

Wer also eine Shopping Reise in die USA plant und dabei Geld sparen will, sollte genau planen, wo er sein Geld ausgibt. Besonders günstig kann man seine Einkaufstour gestalten, wenn man dabei noch die "versteckten" Steuern für Essen, Übernachtung und Mietwagen mit berücksichtigt und diese Dienste soweit möglich in anderen Bundesstaaten nutzt, in denen die Steuern dafür niedriger sind. Einen groben Überblick verschaffen kann man sich bei Town USA oder auf den Informationsseiten der einzelnen US-Bundesstaaten.

Monika Fuchs, Monika Fuchs

Monika Fuchs - Seit 1989 ist Monika Fuchs ganzjährig auf Reisen in den USA, Kanada, Zentralamerika, Australien, Südafrika, Namibia, Zimbabwe, ...

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