
- Nach dem Shooting Bildqualität verbessern! - Martina Berg
Seien Sie vor allen Dingen kritisch bei der Beurteilung Ihrer Fotos - Sie ersparen sich und den Bildredakteuren dadurch viel unnütze Arbeit. Eine Bedienungsanleitung für ein Bildbearbeitungsprogramm möchte ich Ihnen an dieser Stelle ersparen. Zu diesem Thema gibt es zahlreiche andere gute Fachbücher auf dem Markt. Studieren Sie auch ruhig einmal das Programmangebot Ihrer VHS. Dort finden Sie meist gute und preiswerte Kurse zum Thema digitale Fotobearbeitung. Folgende Aspekte sollten Sie bei jedem Bild, das Sie verkaufen wollen, überprüfen:
Schärfe des Fotos
Ist das Bild scharf – zumindest in den wichtigsten Teilen des Motivs? Bei Porträts von Menschen oder Tieren muß die Schärfe immer auf den Augen liegen! Falls nicht: ab mit dem Bild in die virtuelle Mülltonne! Stellen Sie unbedingt die Bildansicht auf 100% - sonst können Sie die Bildschärfe nicht richtig überprüfen. Übrigens wird ein unscharfes Motiv durch den Scharfzeichnungsfilter Ihrer Bildbearbeitung auch nicht gerettet!
Belichtung des Fotos
Ist das Motiv richtig belichtet? Oder ist es zu dunkel? In diesem Fall können Sie eventuell per Bildbearbeitung noch etwas retten. Bei überbelichteten Fotos ist dies häufig unmöglich, da meist die Zeichnung in den überbelichteten Bildteilen verloren gegangen ist. Falls Ihre Kamera das RAW-Format unterstützt, dann sollten Sie diese Möglichkeit nutzen. Viele Belichtungsfehler lassen sich in diesem Format in der »digitalen Dunkelkammer« nachträglich noch korrigieren.
Sensorflecken auf dem Foto
Eines der lästigsten Probleme digitaler Spiegelreflexkameras ist die Verschmutzung des Sensors. Dadurch entstehen auf den Fotos unschöne dunkle Flecken, die besonders in hellen Bereichen eines Fotos stark stören. Kontrollieren Sie Ihre Fotos immer bei hundertprozentiger Ansicht am PC-Monitor auf solche Flecken und reparieren Sie diese mit dem Kopierstempel (»ausflecken«).
Eine echt ätzende Arbeit die sich vermeiden läßt, wenn Sie den Sensor regelmäßig überprüfen und reinigen (oder reinigen lassen). Tipps für die Reinigung finden Sie entweder in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera oder im Internet – einfach bei Google »Sensorreinigung« und Kameratyp eingeben. Nützliches Werkzeug dazu bietet inzwischen fast jeder Fotohändler an.
Störende Bildbestandteile
Manchmal ragt ein Ast in die wunderschöne Tieraufnahme oder dem Model wächst ein Strommast aus dem Kopf und verdirbt den ganzen Bildaufbau. Da hilft nur eins: wegretuschieren! Oder ein Reflex auf einer Glasscheibe lenkt zu sehr vom Hauptmotiv ab – auch das läßt sich meist recht schnell am PC beheben. Schauen Sie sich Ihre Bilder immer kritisch auf störende Elemente an und versuchen Sie, diese zu entfernen. Gerade helle Flecken ziehen das Auge fast magisch an – stempeln Sie diese einfach weg.
Schiefer Horizont – schräge Häuser
Auch hier gilt: vor dem Hochladen zur Bildagentur geraderücken. Haben Sie Ihr Motiv mit zuwenig Luft an den Seiten fotografiert, funktioniert dies meist nicht - dann heißt es leider: ab in die Tonne! Übrigens produziert man erfahrungsgemäß immer dann die schiefsten Bilder, wenn man sich besonders bemüht, den Horizont gerade auf den Sensor zu bannen.
Markennamen und Logos
Sie haben ja bereits bei der Aufnahme darauf geachtet, keine Markennamen und Firmenlogos ins Bild zu bekommen. Trotzdem sollten Sie jetzt am Monitor Ihr Foto daraufhin nochmals überprüfen. Man glaubt ja gar nicht, wo heute überall Werbung versteckt ist. Besonders amerikanische Bildagenturen finden jedes noch so winzige Logo und lehnen Ihr Bild dann als unverkäuflich ab. Wenn Sie das Logo wegstempeln können, dann tun Sie es. Wenn nicht, dann ist das Foto über Bildagenturen leider unverkäuflich!
Modelrelease und Propertyrelease
Scannen Sie die Ihnen vorliegenden Model- und Propertyreleases ein und speichern Sie diese im JPG-Format in einem besonderen Ordner auf Ihrer Festplatte. Die Dateien sollten Sie nach dem Namen des Models oder der Örtlichkeit benennen, damit Sie diese später leicht den zugehörigen Fotos zuordnen können. Bei nahezu allen Online-Bildagenturen müssen Sie diese Scans hochladen und mit den entsprechenden Fotos verknüpfen. Das Verfahren ist bei allen Agenturen ähnlich.
Übrigens müssen Sie nicht für jede Bildagentur ein eigenes Formular unterschreiben lassen und hochladen - auch wenn jede Bildagentur ihre eigenen Musterformulare anbietet. Alle mir bekannten englischsprachige Agenturen akzeptieren auch deutschsprachige Verträge.
Am besten entwerfen Sie sich aufgrund einer Mustervorlage einen eigenen Vertrag, der schon Ihre persönlichen Daten enthält - das spart vor Ort Schreibarbeit. Und natürlich sollten Sie immer einige Formulare und einen Kugelschreiber dabei haben, wenn Sie auf Fototour gehen!
Das Thema Modelrelease und Propertyrelease wird im Artikel Fotorecht und Urheberrecht für Fotografen ausführlich behandelt.
