Geld verdienen mit Fotos - Motive, die sich gut verkaufen

Stockfotograf bei der Arbeit - Martina Berg
Stockfotograf bei der Arbeit - Martina Berg
Mit den eigenen Fotos Geld verdienen? Nie war das einfacher als heute! Hier erfahren Sie, welche Motive sich gut verkaufen.

Was läßt sich gut verkaufen? Sie werden bald feststellen, dass ein traumhaft schönes Landschaftsbild nicht zwingend zahlreiche Abnehmer findet. Und sich über die hohen Verkaufszahlen des simplen Fahnenfotos wundern.

Warum ist das so? Ganz einfach: je universeller ein Foto einzusetzen ist, desto besser verkauft es sich. Dabei kommt es nicht nur auf das Motiv und die technisch einwandfreie Ausführung an, sondern auch auf den Bildaufbau.

Platz für Text?

Immer wieder hört man die Meinung, in einem Agenturfoto müßte Platz für einzufügenden Text vorhanden sein – am besten oberhalb des Motivs. Dadurch wirkt ein Bild meist nicht ausgewogen und verkauft sich nicht besonders gut. In Zeiten digitaler Bildbearbeitung ist es wichtiger, den Hintergrund so zu gestalten, dass ein Bild ohne Probleme an den Rändern vergrößert werden kann.

Ideenfindung für Fotomotive, die sich gut verkaufen

Wie finden Sie denn nun Motive, die sich gut verkaufen?

Der einfachste Tipp: mit offenen Augen durchs Leben gehen und sehen lernen. Ja, das müssen die meisten von uns erst lernen. Das Gute ist: man kann es auch lernen.

Zwar gibt es begnadete Menschen, die von Geburt an den fotografischen Blick haben. Doch für alle anderen gilt: üben, üben, üben. Das heißt sehen, Motiv erkennen, fotografieren, Bildkritik, nochmals fotografieren, wieder Bildkritik usw. Seien Sie dabei wirklich kritisch und hören Sie auch nicht auf die nett gemeinte Lobhudelei von Freunden!

Um den richtigen Blick für Motive und Bildaufbau zu bekommen, brauchen Sie nicht gleich ein Seminar zu belegen oder die opulenten Fotobildbände der berühmten Starfotografen studieren. Die aufmerksame Lektüre von Zeitschriften, Katalogen, Plakaten und Werbeprospekten schult ungemein – besonders das bewusste Betrachten und Analysieren der enthaltenen Fotos. Dadurch bekommen Sie mit der Zeit ein gutes Gefühl für die oft verwendeten Motive, die Symbolsprache und die aktuellen Bildtrends.

Reißen Sie Seiten mit Bildern, die Sie besonders ansprechen, aus den Zeitschriften heraus und sammle sie diese in einer Mappe. Die sehen Sie von Zeit zu Zeit durch und lassen sich inspirieren.

Besonders gutes Anschauungs- und Schulungsmaterial sind gedruckte Fotokataloge der großen Bildagenturen – sofern Sie solche noch irgendwo auftreiben können. Auch die Branchenführer präsentieren Ihre Bilder heute fast nur noch im Internet. Und wenn sie doch noch Papierkataloge produzieren, dann werden diese aus Kostengründen meist nur an Kunden oder potentielle Kunden verschickt.

Eine mögliche Bezugsquelle für Bildagenturkataloge sind Antiquariate. Aber auch hier werden Sie leider nur sehr selten fündig. Wer es trotzdem versuchen möchte – im Internet gibt es eine spezielle Metasuchmaschine für Bücher: Stichworte = Bildkatalog, Fotokatalog.

Auch Bildideen, die Ihnen ganz spontan z.B. beim Staubsaugen kommen, sollten Sie unbedingt festhalten und Ihrer Ideensammlung zuführen. Gewöhnen Sie sich an, immer einen kleinen Block und einen Stift griffbereit zu haben!

Und vergessen Sie auch beim Gassi gehen mit Ihrem Hund Ihre Kamera nicht. Schließlich weiß man nie, was einem so vor die Linse gerät. Für diesen Zweck eignet sich eine kleine Kompaktkamera, die sich problemlos in die Jackentasche stecken läßt.

Motivkategorien der Bildagenturen

In diesem Abschnitt werden Motivkategorien im Detail vorgestellt, die von den meisten Online-Bildagenturen gepflegt werden.

Die Bewertung der Verkaufschancen erfolgte aufgrund gemachter Erfahrungen und der Auswertung von Verkaufsstatistiken einiger Bildagenturen – leider gibt es nur wenige, die diese Informationen veröffentlichen.

Eine eindeutige Abgrenzung der Motivbereiche gibt es natürlich nicht und ist auch überflüssig – Hauptsache, Sie beschreiben Ihr Foto treffend. Die meisten Bildkäufer nutzen bei ihrer Recherche die Suchfunktionen der Bildagentur und stöbern nur selten in den Kategorien!

Da im folgenden zwei Begriffe häufiger auftauchen, hier die Kurzdefinitionen: Ein Modelrelease (MR) ist ein Vertrag mit einer Person, die erkennbar auf einem Foto abgebildet ist. Bei Innenaufnahmen oder Fotos von Privatgrundstücken benötigen Sie ein sogenanntes Propertyrelease (PR) des Eigentümers.

Fotomotivkategorie Arbeit + Berufe

Was wird gesucht?

  • Menschen bei der Arbeit
  • Menschen im Büro (bei Besprechungen, beim Telefonieren, am Computer)
  • Büromaschinen, Bürogeräte
  • Handwerker und handwerkliche Geräte
  • Fotos aus Haushalt und Landwirtschaft

Rechtliches

Fotos mit erkennbaren Personen nur mit Modelrelease. Propertyrelease bei Aufnahmen auf Firmengelände und z.B. in erkennbaren Büroräumen. Bei Maschinen und Geräten unbedingt Logos und Markennamen vermeiden. Keine Gegenstände mit geschütztem Design verwenden.

Bemerkungen

Im Bürobereich sind derzeit Fotos in blauer Optik sehr gefragt. Gute Symbolfotos aus den Bereichen Handel, Verkauf, Sonderangebote sind sehr gut verkäuflich.

Verkaufschancen

5 von 5 möglichen Sternen

Fotomotivkategorie Architektur + Gebäude

Was wird gesucht?

  • Moderne Wohnhäuser
  • Helle Innenaufnahmen von modern eingerichteten Wohnungen
  • Kücheneinrichtungen
  • Alles rund um den Neubau von Wohnhäusern

Rechtliches

Bei Innenaufnahmen und Fotos von privatem Grund aus PR nicht vergessen. MR bei erkennbaren Personen. Gegenstände mit geschütztem Design vermeiden. Keine Fotos von geschützten Bauwerken (z.B. Eiffelturm bei Nacht).

Bemerkungen

Besondere Verkaufsrenner sind Aufnahmen moderner, Wohnhäuser / Einfamilienhäuser. Auch Wohnhäuser mit futuristischer / ungewöhnlicher Architektur werden immer nachgefragt. Bei bekannten Bauwerken sind solche aus großen Städten gesucht. Unbekannte Schlösser / Burgen verkaufen sich kaum.

Verkaufschancen

4 von 5 möglichen Sternen

Fotomotivkategorie Essen + Trinken

Was wird gesucht?

  • Italienisches Essen
  • Frische Kräuter
  • Dekorative Drinks
  • Gemüse (auch auf dem Feld)
  • Obst, besonders exotisches
  • Szenen vom Wochenmarkt
  • Ungesunde Nahrungsmittel (Fastfood)

Rechtliches

Keine Gegenstände mit geschütztem Design verwenden (z.B. Geschirr, Gläser). Markennamen und Logos auf Flaschen und Produktverpackungen vermeiden. Wie immer eventuell MR und PR.

Bemerkungen

Foodfotografie ist ein sehr anspruchsvolles Motivgebiet – nicht umsonst gibt es bei den Profifotografen spezielle Food-Designer, die die Mahlzeiten mit allerlei Tricks besonders lecker und frisch aussehen lassen. Sie sollten es trotzdem versuchen – gutes Geld winkt (und anschließend können Sie Ihre Modelle ja auch noch essen).

Verkaufschancen

5 von 5 möglichen Sternen

Hier finden Sie Tipps zur Ausrüstung für einen Stockfotogarfen.

Quellen:

  • Berg, Martina: Digitalfotos online verkaufen. Geld verdienen mit Internet-Bildagenturen. BoD, Norderstedt 2007
  • eigene Recherche
Martina Berg, Antje Lindert-Rottke

Martina Berg - Geboren wurde ich 1959 in Alverdissen, einem kleinen Flecken im wunderschönen Lipperland (das liegt im nordöstlichen Zipfel ...

rss