Das beliebteste Pokerspiel, das online angeboten wird, ist Texas Holdem. Unterschiedlichen Quellen zufolge soll die Anzahl der Spieler in Deutschland zwischen 900.000 und 2 Millionen liegen. Es gibt zahlreiche Tutorien und auch Bücher, die sich dem Thema verschrieben haben. Doch warum würde jemand ein Buch über Pokerstrategie schreiben, wenn er sich mit dem Buch seine eigene Konkurrenz züchtet? Wie stehen also die Chancen wirklich?
Wer das Spiel sucht, befriedigt die Sucht
Geld zu gewinnen, gar einen regelmäßigen Gewinn als Zeiteinkommen zu verbuchen, mag neben dem Unterhaltungswert des Pokers für viele Menschen eine Motivation sein, mit realem Geld zu spielen. Prominente Menschen wie Boris Becker oder Lothar Matthäus tragen ihren Teil dazu bei, dass Online-Poker zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigung wurde. Doch sollte jedem Spieler das hohe Suchtpotenzial des Pokerspiels bewusst sein. Jeder Gewinn, jedes gute Blatt und jedes Ass setzt sofort im Gehirn Serotonin frei und man fühlt sich belohnt wie motiviert, weiter zu spielen. Verliert man, so greift statt der Biochemie die Psychologie: es ist nur allzu verständlich, dass man sich Verlorenes zurückholen möchte. Eine Kombination also, die bei jedem Spielverlauf für eines sorgt: Weiterspielen!
Maschinenspieler
Bevor man sich auf einen Anbieter im Online-Poker einlässt, tut man gut daran, sich über den Anbieter zu informieren. Wie in jedem Wirtschaftsbereich gibt es auch beim Online-Poker schwarze Schafe. Diese sollte man tunlichst vermeiden. Negativ Schlagzeilen wurden einerseits durch bilanztechnische Manipulationen bekannt, aber auch durch Betrug beim Spiel selbst.
Gängig indes sind Maschinenspieler, auch Bots genannt, welche die Anbieter von Online-Poker einsetzen, um nicht volle Turniere oder Tische zu füllen. Dies ist wichtig zu wissen, da die Bots Bluffs gegenüber völlig resistent sind. Die Maschinenspieler verlassen sich ausschließlich mathematische Wahrscheinlichkeiten, die sie aus ihrem Blatt berechnen. Einen Bot bluffen zu wollen, ist meist keine gute Idee. Die Schwierigkeit ist darin begründet, dass ein realer Spieler einen Bot nicht erkennen kann. Bots kann man schlagen, allerdings sollte man dabei ein gutes Blatt mitbringen und nicht auf einen Bluff setzen. Man kann aber auch durch den Spielchat herausfinden, ob alle Spieler antworten. Ist dies nicht der Fall, kann es sich um einen Maschinenspieler handeln.
Professionelle Spieler
Ob man beim Pokern gewinnt oder verliert, zeigt sich in der Regel nicht an einem Tag. Das Spiel, das man am Abend beginnt und in den Morgenstunden als Millionär verlässt, ist Illusion. Professionelle Online-Pokerspieler agieren nach ihrem System, das über die Zeit Gewinn einbringt. Hierbei spielen professionelle Spieler nicht nur an einem Tisch, nicht nur bei einem Anbieter. Bis zu 10 Tische kann man als geübter Spieler und mit einem großen Bildschirm leicht handhaben. Viele Tische verkürzen die Wartezeit auf ein spielbares Blatt erheblich - die Profis lauern darauf wie die Spinne im Netz. Und Achtung: gute Spieler lesen das Spiel wie ein offenes Buch, riechen Bluffs von weitem und bluffen selbst, was das Zeug hält. Nirgends kann man sich besser die eigene Realität schaffen, als im Poker. Der Erfolg stellt sich also durch gekonntes Bluffen ein, das den Stack (die Chips oder das Geld, das man im Spiel hat) auf einem guten Level hält und bei guten Blättern wird „tight und aggressive“ gespielt und der Stack aufgebaut.
Die Masse finanziert die Anbieter und die wenigen Gewinner
Dass Anbieter von Onlinepoker Kasse machen, sieht man spätestens mehr als deutlich, seit bwin Hauptsponsor von Real Madrid ist. Hauptsitze vieler dieser Anbieter sind nicht etwa Europa oder USA sondern Tobego und Madagaskar. Aus steuerlichen und rechtlichen Gründen. Die Anbieter dieses Spiels sind also ebenso die Gewinner des Spiels. Denn jedes Spiel kostet Geld, den so genannten Rake. Dieser Beträgt 1 bis 10% des Spielwertes.
Die Strategie von erfolgreichen Spielern ist es, ihren Stack durch geschicktes Bluffen zu halten oder leicht zu erhöhen. Zaubern können auch die Profis nicht. Und ein Bad-Beat (eine schlechte Karte, die letztlich eine gute Karte schlägt) widerfährt jedem Pokerspieler. Professionelle Pokerspieler suchen Anbieter, die einen Rake-Back ermöglichen. Hier wird ein Teil des fälligen Rakes an den Spieler zurückerstattet. Spielt also ein Spieler 3 Stunden und hält seinen Stack auf einem Level, so macht er durch den Rake-Back seinen Gewinn.
