
- Gelenke muss man richtig behandeln - humboldt/Schluetersche
Zweihundert Knochen und mehr als hundert gelenkige Verbindungen machen uns beweglich. Vom 45. Lebensjahr an hat nahezu jeder Mensch Gelenkschäden. Nackensteife, Rückenprobleme oder Schmerzen in Ellenbogen, Schulter und Knie – Millionen Menschen in Deutschland leiden unter solchen Gelenkbeschwerden.
Gelenke helfen uns, zu laufen, Sport zu treiben und unseren Alltag zu bewältigen. Haben wir uns mal beim Sport oder zum Beispiel beim Umzugskisten-Schleppen so richtig überanstrengt, tut vielen von uns am anderen Morgen alles weh. Muskelkater ist harmlos und verschwindet von selbst, Gelenkbeschwerden aber können andauern. Dann braucht man oft ärztliche Hilfe, um sich wieder schmerzfrei bewegen zu können.
Gelenke darf man nicht überstrapazieren
Wenn Gelenke zu stark belastet werden oder gar erkranken, schwellen sie an, schmerzen oder werden unbeweglich. In dem Buch „Rückerts kleine Gelenkschule“ findet man wichtige Tipps und Ratschläge, um besser zu verstehen, wie Gelenke funktionieren. So wird man sich automatisch gelenkschonender verhalten. Denn es ist neben genetischen Faktoren eine anhaltend falsche Belastung, die zusammen mit der alterungsspezifischen Abnutzung zu Gelenkverschleiß bzw. zu Gelenkarthrose führt. Zwar können heute viele Gelenke schon mit sehr gutem Erfolg durch künstliche Gelenke (Endoprothesen) ersetzt werden, so vor allem Knie- und Hüftgelenke. Aber wirklich wohl fühlen sich die meisten halt doch ohne operative Eingriffe und ohne „Ersatzteile“.
Gewicht halten und einseitige Bewegungen meiden
„Neben Bewegung und Sport ist auch die richtige Ernährung eine wichtige Voraussetzung zum Erhalt der Gelenke und zur Vermeidung von Schmerzen“, schreibt Uwe Rückert in seinem Buch. „Dazu gehört die Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Menschen. Denn jedes Pfund zu viel müssen Ihre Gelenke tagtäglich schleppen. Weniger Gewicht bedeutet Entlastung für Ihre Gelenke.“
Die Ursache von Gelenkschäden könne man oft an einseitiger Belastung festmachen, so der Orthopäde. Zu langes Sitzen oder Stehen am Arbeitsplatz, falsche Körperhaltung, Bewegungsmangel sowie häufiges Heben schwerer Lasten – all das strapaziert die Gelenke. Mit zunehmendem Alter machen sich erste Abnutzungserscheinungen an den Gelenken bemerkbar. Die Betroffenen nehmen eine „Schonhaltung“ ein, ein meist unbewusstes Bewegungsmuster, bei dem die Gelenkbeschwerden leichter zu ertragen sind. Doch das führt oft in einen Teufelskreis, denn Verspannungen, die eventuell sogar weitere Gelenke in Mitleidenschaft ziehen, sind damit vorprogrammiert.
Gelenkbeschwerden aus dem rheumatischen Formenkreis
Viele Krankheitsbilder werden unter dem Begriff Rheuma subsumiert. Rheuma hat viele Gesichter: Degenerative und entzündliche Gelenkerkrankungen gehören dazu, Wirbelsäulenleiden und Stoffwechselleiden wie Gicht und Osteoporose. „Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist wegen derartiger Beschwerden dauerhaft in ärztlicher Behandlung“, betont Uwe Rückert. „Mit Hightech-Diagnostik, neu entwickelten Medikamenten und Rehabilitation lassen sich die rheumatischen Erkrankungen lindern und in Grenzen halten. So liegt es letztendlich an jedem selbst, seine Gelenkprobleme in Angriff zu nehmen und schmerzlindernde Maßnahmen zu ergreifen, um beweglich zu bleiben.“
Viele Menschen sprechen schon von "Rheuma", wenn sie morgens etwas steif aus dem Bett kommen und wenn die Gelenke bei den ersten Bewegungen des Tages schmerzen. Meist handelt es sich hierbei allerdings "nur" um alters- bzw. abnutzungsbedingte Beschwerden. Rheuma kann nämlich weit mehr sein: eine Erkrankung des ganzen Körpers, die sich vornehmlich, aber nicht nur in Gelenkbeschwerden äußert. Es gibt Hunderte von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Fachleute unterscheiden vier große Gruppen: entzündliche rheumatische Erkrankungen, degeneratives Rheuma, Weichteilrheumatismus und Gicht.
Viele Themen rund um die Gelenke
Uwe Rückert (Jahrgang 1963) ist Facharzt für Orthopädie und Sozialmediziner. Er arbeitet als stellvertretender Chefarzt in der Reha-Klinik Damp an der Ostsee. Außerdem ist er Wissenschaftlicher Leiter der Rückenschullehrer-Ausbildung an der Akademie in Damp und Dozent für Physiologie an der Physiotherapeutenschule.
In seinem Buch finden die Leser viele Kapitel, die wichtige Fragen rund um die Gelenke zum Thema haben.
Einige Beispiele:
- Gelenke wollen gut behandelt werden
- Die anfälligsten Gelenke
- Gelenkersatz
- Übergewicht – Risikofaktor für die Gelenke
- Abnehmen schont nicht nur die Gelenke
- Wie sinnvoll sind Diäten?
- Wie reduziere ich mein Gewicht?
- Erkrankungen der Gelenke – und was man dagegen tun kann
- So helfen Sie sich selbst
- Die richtige Ernährung
- Orthomolekulare Medizin
- Gibt es eine Gelenkrheuma-Diät?
Buchtipp: „Rückerts kleine Gelenkschule: Effektives Training für gesunde Gelenke“ von Uwe Rückert, Verlag humboldt/Schluetersche, 9,95 Euro
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt oder durch einen Psychotherapeuten - nicht ersetzen kann.
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