
- Philodendron erubescens - Errötender Baumfreund - Heidi Fülle
Seit über 150 Jahren erfreuen sich die in Südamerika beheimateten Philodendron-Arten größter Beliebtheit. Der Baumfreund zählt zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae), seine Gattung umfasst etwa 275 bekannte Arten. Die Purpurtute (Syngonium) wird oftmals mit Philodendron verwechselt. Die beiden wichtigsten Arten Philodendron erubescens (Errötender Baumfreund) und der robuste Kletter-Philodendron Philodendron scandens wurden bereits im Jahr 1850 eingeführt und kultiviert.
Die meisten Philodendron-Arten gehören zu den Kletterpflanzen und haben farbintensive, dicke, ledrige Blätter. In der freien Natur klettern die Triebe des Philodendron an Bäumen hoch, die Luftwurzeln bieten ihnen guten Halt. Die wenigen nicht kletternden Philodendron-Arten haben einen kurzen, gedrungenen Stamm, an dem eine lockere Blattrosette sitzt. Unter den vielen Arten gibt es ganz unterschiedliche Blattformen. Die Blätter einer Jungpflanze sehen oftmals völlig anders aus als die einer erwachsenen Pflanze. So ist das Blattwerk herz-, speer- oder spatenförmig mit eingeschnittenen oder gelappten Blatträndern. Die kletternden Philodendron-Arten benötigen in Zimmerkultur Kletterhilfen in Form von Moosstäben oder Spalieren, da sie bis zu drei Meter hoch wachsen können. Die kleineren Arten können als wunderschöner Blickfang in Blumenampeln kultiviert werden.
Die bekanntesten Philodendron-Arten für die Zimmerkultur - Philodendron bipennifolium
… hat herz- bis speerförmige, gelappte Blätter. Die schnell wachsende Kletterpflanze kann in Wohnungen bis zu zweieinhalb Meter groß werden.
Philodendron bipinnatifidum
… gehört zu den nicht kletternden Philodendron-Arten. Die mittelgroße Pflanze wird etwa 130 Zentimeter groß und verfügt über breite, ovale Riesenblätter.
Philodendron Lynette
Die Philodendron-Hybride ist bei Kennern sehr beliebt, da ihre Blätter für eine Philodendron-Art sehr untypisch sind; das Blattwerk ist dunkelgrün, länglich und stark glänzend, die einzelnen Blattadern sind gut sichtbar. Sie gehört ebenfalls zu den Kletterpflanzen.
Philodendron melanochrysum
… gehört zu den Kletterpflanzen. Obwohl sie recht langsam wächst, kann sie eine Höhe von etwa zwei Metern erreichen. Die Blätter sind herzförmig und dunkelgrün.
Philodendron pedatum
… ist eine Rarität. Die widerstandsfähige Philodendron-Art wächst eher langsam. Ihre Blätter sind stark gelappt.
Philodendron scandens
… gehört zu den kletternden Philodendron-Arten. Da diese Pflanze jedoch eher kleinwüchsig ist, kann man sie sehr gut in einer Blumenampel arrangieren. Die Blätter der erwachsenen Pflanze sind länglich-spitz und dunkelgrün.
Philodendron selloum
… bildet einen Stamm und gehört zu den nicht kletternden Philodendron-Arten, genau wie seine Artgenossen Philodendron martianum und Philodendron wendlandii. Die Varietäten Red Emerald, Green Emerald und Burgundy sind am bekanntesten.
Kultivierung von Philodendron
Die Pflege, Kultivierung und Vermehrung von Philodendron ist nicht besonders schwer.
Standort, Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Im Gegensatz zu seinem natürlichen Lebensraum wächst Philodendron als Zimmerpflanze zwar langsamer. Da einige Arten allerdings recht groß werden, müssen sie mittels Kletterhilfen unterstützt und „erzogen“ werden. Ein Philodendron sollte an einem hellen Standort stehen und verträgt sogar täglich ein paar Sonnenstrahlen. Bei schlechteren Lichtverhältnissen würden die meisten Arten zwar nicht eingehen, die Blätter verlieren aber an Glanz und Farbe. Außerdem würde die Wuchsdichte darunter leiden. Die Pflanzen benötigen ganzjährig eine durchschnittliche Umgebungstemperatur von mindestens 18 Grad. In beheizten Räumen im Winter verträgt der Philodendron Raumtemperaturen bis 24 Grad problemlos. Der Baumfreund verträgt aber keine „kalten Füße“ und sollte öfter mit entkalktem, lauwarmem Wasser besprüht werden. Besonders, wenn die Pflanzen austreiben, also zu Beginn der Wachstumsphase, ist dies sehr wichtig.
Gießen, Düngen, Ruhephase, Substrat
Philodendron wird regelmäßig gewässert, sollte stets leicht feucht gehalten werden. Während der Wachstumsphase zwischen den Wassergaben die oberste Erdschicht antrocknen lassen. Im Winter legen die Pflanzen eine kurze Ruhephase ein, in der man das Gießen einschränken sollte. In dieser Zeit wird nur so viel gegossen, dass der Topfballen nicht austrocknet.
Vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätsommer wird die Pflanze im Abstand von 14 Tagen mit einem flüssigen Volldünger in normaler Konzentration gedüngt. Als Substrat sind Einheitserde T, TKS 2 oder Blumenerde geeignet.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge (Kopf- oder Teilstecklinge), Abmoosen oder aus Samen.
Krankheiten und Schädlinge
Aufgrund zu trockener Raumluft - besonders im Winter während der Heizperiode - werden Philodendron-Arten von Schildläusen und Fransenflüglern (Thripse) befallen. Eine typische Philodendron-Krankheit ist Wurzelfäule, die durch Staunässe und/oder nasse, kalte Füße entsteht.
