Zum 35. Mal fand in München die “inhorgenta europe” statt. Die internationale Fachmesse für Uhren, Schmuck, Perlen, Edelsteine und Technologie beherbergte vom 15. bis 18. Februar gut eintausendzweihundert Aussteller aus 48 Ländern. Alles in allem bedeutet dies einen leichten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Das gilt ebenso für die Zahl der Fachbesucher. Aus 78 Ländern, besonders Osteuropa und Asien, fanden über dreißigtausend Besucher den Weg zum Neuen Messegelände.
Sowohl Fachbesucher wie Aussteller sprachen in diesem Zusammenhang von einem verhaltenen Optimismus hinsichtlich der künftigen Geschäftsentwicklung. Werden auch Markt- und Wirtschaftslage nicht mehr so positiv eingeschätzt wie noch 2007, so geben doch die zunehmende Internationalisierung der Messe wie der (angeblich) jährlich steigende Lebensstandard weltweit Anlass, guten Mutes in die Zukunft zu sehen.
Schau- und Kaufobjekte auf 64000 Quadratmetern
Von der futuristischen Multifunktionsuhr bis zum antiken Chronographen, von der Tahiti-Perle bis zum brasilianischen Rubellith: auf gut vierundsechzigtausend Quadratmetern animierten aktuelle Trends, Kollektionen, Marken und Technologien zum Kauf. Darüber hinaus erfuhr der Fachhandel deutlich noch mehr Serviceleistungen in Form von betriebswirtschaftlich orientierten Seminaren zu absatzförderndem Shop-Design und Strategien zur Neukundengewinnung.
Vor allem hinsichtlich der Trends bedeutete die „inhorgenta europe“ den ersten europäischen Branchentreff der Saison. So ist das gegenwärtige Schmuckdesign deutlich geprägt von der Farbe Weiß, oftmals in Kombination mit kräftigen Farben. Ein Resultat daraus ist die „African Earth Collection“, welche die Schönheiten der Wüste mit ihren mystischen Licht-Effekten aufgreift. Übrigens steht auch diese Kollektion unter der Ägide von „African Romance“, welche mit Hilfe von international renommierten Zertifizierungslaboren fairen Handel garantieren will.
Highlights und Brennpunkte
Zu den Höhepunkten der diesjährigen Veranstaltung zählte weiterhin die Brand Avenue in der Halle A1. Dort präsentierten sich die großen internationalen Uhrenmarken sowie das „Uhrenforum“ für die Liebhaber exklusiver Zeitmesser. Renommierte Uhrmacher gaben Einblick in das gesamte Spektrum der Uhrmacherkunst. Dazu Geschäftsführer Armin Wittmann: „Wir wollen unser Publikum noch stärker für die Hohe Schule der Uhrmacherei sensibilisieren.“
Ohne Abstriche dürfte dies gelingen bei der B-Uhr (Luftwaffe-Beobachtungs-Uhr) „Sextant“ der Firma Aristo GmbH. Dieser Chronograph im 44mm-Gehäuse wurde nach 65 Jahren nun für den Titel „Uhr des Jahres“ nominiert. Der Käufer kann wählen zwischen dem Automatic-Werk ETA 2824-2 oder ETA 2801 Handaufzug.
Im Fokus standen des weiteren spezielle Methoden der Platinverarbeitung. Das Platinforum in der Halle B1 gilt ja als die bedeutendste Leistungsschau in Sachen Platinschmuck weltweit. Zu sehen waren unter anderem aktuelle Kollektionen der schweizerischen Manufaktur Henrich & Denzel. Ob klassisch elegante Formensprache oder avantgardistisch extravagant geprägt – das Spektrum des ausgestellten Platinschmuckes war auch in diesem Jahr enorm.
Dafür sorgte nicht zuletzt das Platin-Kommunikationszentrum der „inhorgenta“, Platin Gilde. Neben über dreißig Schmuckvitrinen wurde auch in Sachen Platin ein rundum informatives Programm angeboten, welches auch handwerkliche Komponenten beinhaltete. So widmete sich Jürgen Maerz, technischer Direktor der Platin Gilde, ausführlich dem Thema „Platin und Laser“. Dies ist wichtig - gerade für die Sparte Trauringe, denn in den letzten Jahren ist ein deutlicher Trend hin zu Eheringen aus dem weißen Metall spürbar. Heinrich und Denzel beispielsweise interpretierten deshalb das Trauringmodell „Dualis“ neu, indem sie zwei Ringe aus einer Einheit entstehen ließen und die Verbindung durch erstaunliche Designvarianten sichtbar machten.
Wichtiges Sprungbrett für den Nachwuchs
Mit 383 Ausstellern war die Designer-Halle C2 auch in diesem Jahr wieder die größte Bühne für Kreative und Newcomer weltweit. Neben namhaften Herstellern wie Groh & Ripp präsentierten auch junge Nachwuchsdesigner revolutionäre Kollektionen, wie zum Beispiel Ohrringe aus „grünem“ Gold oder Anhänger in Form von Trüffelpralinen. Dazu Friederike Schürenkämper: „Höhepunkt der ‚inhorgenta europe‘ war für mich natürlich der Gewinn des Innovationspreises. Ich bin zum ersten Mal als Ausstellerin dabei und fühle mich in der Designerhalle C2 sehr gut aufgehoben… Auch weil man hier viele kreative Kollegen trifft, mit denen man über gemeinsame Projekte nachdenken kann.“
Neu im Programm der „inhorgenta“ ist zudem die „Tahitian Pearl Trophy“: Seit Mai 2007 bewertet eine hochkarätig besetzte Fachjury (u. a. mit Nina Ruge) das beste Schmuckdesign mit Tahitiperlen. Die Gewinner der verschiedenen Kategorien wurden nun geehrt.
Neues Gestaltungskonzept
Abrundung erfuhr das umfangreiche Angebot mit einem neuen Gestaltungskonzept. In Vitrinen und auf Sonderflächen präsentierte die inhorgenta europe 2008 Reminiszenzen an einige der größten Schätze der Welt. Die räumlichen Erlebniswelten überraschten Besucher etwa mit dem Grab des Tutenchamun (Halle B1) oder den Schätzen der Maya (Halle C1). Für den kulinarischen Kontrapunkt sorgte in Halle B2 das jüdisch-orientalische Spezialitätenrestaurant „Cohen‘s“, welches traditionelle jüdische Gerichte wie Tschulend (Shabbat-Eintopf) oder Latkes (kleine Kartoffelpuffer) auf den Tisch brachte.
Durchweg positives Feedback
„Mehr Frequenz, eine hohe Qualität und wachsende Internationalität der Fachbesucher zeichnet die diesjährige inhorgenta europe aus. Trotz eines verhaltenen Saisongeschäftes 2007 in Deutschland ist die Stimmung bei den Messebesuchern gut. Gerade der Designbereich bietet in München den idealen Rahmen, neue Kontakte zu knüpfen und frische Ideen für das eigene Fachgeschäft zu gewinnen." Nicht nur vom „Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrengeschäfte“ erfuhren so am Ende der Veranstaltung Angebotsbreite, Gliederung und Atmosphäre durchweg positive Würdigung.
Die „inhorgenta europe 2009“ findet vom 20. bis 23. Februar 2009 wiederum auf dem Gelände der Neuen Messe München statt.
