Gemini-Programm - ein Projekt der NASA für die Raumfahrt

Gemini Raumschiff startet 1966 ins Weltall - x-ray delta one
Gemini Raumschiff startet 1966 ins Weltall - x-ray delta one
Im Rahmen des sogenannten Gemini-Programms führte die Weltraumbehörde NASA 1965 und 1966 zehn bemannte Raumflüge zur Vorbereitung auf die Mondlandung durch.

Nachdem die Sowjetunion im Kampf um die Eroberung des Weltalls den US-Amerikanern immer einen Schritt voraus war, versprach der damalige US-Präsident John F. Kennedy den US-Bürgern im Rahmen des Mercury-Programms, dass die USA noch in den 1960er Jahren einen Astronauten auf den Mond schicken, ihn dort aussteigen lassen und heil wieder auf den Planeten Erde zurückbringen werde. Die US-Weltraumbehörde NASA nahm die Herausforderung von Kennedy an und startete nach dem erfolgreichen Mercury-Programm, bei dem einzelne Astronauten in die Erdumlaufbahn starteten, mit dem Gemini-Programm das zweite Projekt zur Vorbereitung auf die erste Mondlandung der Menschheitsgeschichte. Der Name Gemini leitet sich dabei von dem englischen Wort für das Sternzeichen Zwillinge ab, da beim Gemini-Programm zwei Astronauten im Space Ship in das Weltall fliegen sollten.

Gemini galt zunächst als Lückenfüller zwischen Mercury und den geplanten Apollo-Missionen

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Mercury-Programms war den NASA-Wissenschaftlern klar, dass es noch einige Jahre dauern würde, bis die geplanten Apollo-Missionen mit dem Höhepunkt der Mondlandung starten könnten. Zunächst plante die NASA ein Programm, das auf dem Mercury-Programm aufbauen würde. Dabei sollte ein Raumschiff namens Mercury Mark II zum Einsatz kommen, mit dem es möglich sein sollte, zwei Astronauten gleichzeitig in das Weltall zu schicken. Durch die Möglichkeit des Zugriffs auf die vorhandene Mercury-Technik hätte die NASA so Entwicklungskosten sparen können und sie hätte die Mercury-Raumschiffe durch Modifikationen für zwei Astronauten umgebaut.

Dennoch entschloss man sich innerhalb der NASA für ein neues Weltraumprogramm namens Gemini. Neben der Tatsache, dass zwei Astronauten in das All fliegen würde, spielte die Tatsache, dass im Weltall zwei Raumschiffe nebeneinander im Formationsflug fliegen sollte, eine weitere gewichtige Rolle bei der Namensgebung für dieses Weltraumprogramm. Den Namen hatte das Programm seit dem 3. Januar 1962 und Gemini wurde aus einer Liste zahlreicher Vorschläge ausgewählt.

Die Gemini-Raumkapsel machte einen Ausstieg im Weltall erstmals möglich

Die Gemini-Raumkapsel, auch Landekapsel genannt, wog rund 3,8 Tonnen und war 5,80 Meter lang. Erstmals in der Geschichte der bemannten Raumfahrt war es möglich, dass die Luken der Kapsel im All geöffnet werden konnten, so dass der Ausstieg eines Astronauten im Weltall möglich war. Dazu gab es ein speziell entwickeltes Kopplungsmodul für Andockmanöver im All. Die Crew erhielt bei ihren Berechnungen Unterstützung durch den Bordcomputer Gemini Digital. Dieser bestand aus insgesamt fünf Platinen mit 510 Modulen. Ein Magnetlaufband erweiterte die Speicherkapazität des Rechners um das Siebenfache. Für die primäre Energieversorgung der Raumkapsel setzte die NASA erstmals eine Polymerelektrolytbrennzelle. Für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und für Notfälle gab es zudem Batterien an Bord.

Neil Armstrong war einer der 27 Astronauten im Gemini-Programm der NASA

Am 18. April 1962 beschloss die NASA, das Kontigent der vorhandenen Astronauten aus dem Mercury Programm aufzustocken und fünf bis zehn neue Astronauten für das Gemini-Programm einzustellen. Fünf Monate später, am 17. September 1962, wurden neun weitere Astronauten der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Dies waren Frank Borman, Charles Conrad, James Lovell, James McDivitt, Elliott See, Thomas Stafford, Edward White, John Young und Neil Armstrong, der später die Geschichte der bemannten Raumfahrt entscheidend mitschreiben sollte.

Am 18. Oktober 1963 stellte die NASA 14 weitere Astronauten für ihr Gemini-Programm vor: Edwin Aldrin, William Anders, Charles Bassett, Alan Bean, Eugene Cernan, Roger Chaffee, Michael Collins, Walter Cunningham, Donn Eisele, Theodore Freeman, Richard Gordon, Russell L. Schweickart, David Scott und Clifton Williams. Durch die Tatsache, dass drei ehemalige Mercury-Astronauten für Gemini nicht zur Verfügung standen, umfasste das Gemini-Programm nunmehr insgesamt 27 Astronauten.

Der erste Gemini-Flug startete am 23. März 1965, der letzte am 11. November 1966

Der erste Ausflug ins Weltall mit zwei US-Amerikanern an Bord startete am 23. März 1965, dauerte insgesamt problemlose vier Stunden und 52 Minuten. Im Rahmen von Gemini 4 kam es zwischen dem 3. und dem 7. Juni 1965 zum ersten Weltraumausstieg durch Edward H. White. Gemini 6 und Gemini 7 führten im Dezember 1965 das erste sogenannte Rendezvous zweier Raumkapseln im Weltall in Form eines Formationsfluges durch. Mit Gemini 8 unternahm Neil Armstrong am 16. März 1966 seinen ersten Flug in das Weltall. Am 11. November 1966 startete der letzte Flug im Rahmen des Gemini-Programms und nach der Landung von Gemini 12 sowie insgesamt zehn Flügen endete dieses Programm der NASA am 15. November 1966. Das Gemini-Büro wurde am 1. Februar 1967 geschlossen, das Apollo-Projekt konnte starten Das Gemini-Programm als Nachfolger des Mercury-Programms wurde von der NASA insgesamt als großer Erfolg und ein riesiger Schritt Richtung Mondlandung gefeiert.

Quellen:

  • Bernd Leitenberger "Das Gemini Programm: Technik und Geschichte"; 3., erweiterte Auflage. 2010, ISBN 978-3-83914-7-986
  • "Event Dokumentation", Kabel Eins vom 14. September 2011
Stephan Schulz, (c) Stephan Schulz

Stephan Schulz - Stephan Schulz schreibt seit Jahren erfolgreich für diverse Printmedien (unter anderem die Fachzeitschrift "Computer" und die ...

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