Gene Hackman – "Popeye" Doyle wird 80 Jahre alt

Der Schauspieler drehte fast so viele Filme wie er Lebensjahre hat

Durch Westernrollen wurd Gene Hackman weltberühmt - Andre Müller
Durch Westernrollen wurd Gene Hackman weltberühmt - Andre Müller
Gene Hackman spielte am liebsten den harten, geradlinigen Typen und blickt doch auf ein reich gefülltes Repertoire an Rollen zurück.

Am 30. Januar 1930 erblickte Eugene Allen Hackman das Licht der Welt und was sich in den folgenden 80 Jahren in seinem Leben abspielen sollte, sucht vergeblich nach Nachahmung. Es stehen mittlerweile knapp 80 Filme (die genaue Zahl weiß er vermutlich selbst nicht mehr) auf seiner Liste. Dass es in den letzten Jahren ruhiger um ihn geworden ist, liegt einerseits am Hollywood-Verdruss des Veteranen, andererseits an der neu entdeckten Liebe zum Schreiben. Bereits drei Romane hat der vielseitige Künstler Gene Hackman schon veröffentlicht.

Gene Hackman: Als Discjockey beim Militär

In der Schule fühlte sich Gene Hackman nicht wohl, also brach er die Ausbildung ab und ging zum Militär. Dazu musste mal eben der Pass gefälscht werden, aber das machte dem späteren Discjockey beim Armeeradio nichts aus. Nach der Militärzeit studierte er Journalistik und wohnte zusammen mit seinen Kommilitonen Robert Duvall und einem gewissen Dustin Hoffman.

Einstand im Filmgeschäft mit "Der Tollwütige" (1961)

Seinen Einstand im Filmgeschäft gab Hackman mit dem Streifen "Der Tollwütige" im Jahr 1961 nach kleineren Rollen in Serien und als Theaterschauspieler am Broadway. Kurze Zeit später traf er auf den damaligen Superstar Warren Beatty, eine Bekanntschaft, die seiner Karriere einen enormen Schub gab. Er verschaffte Hackman die Rolle in "Bonny und Clyde", für die er seine erste Oscar-Nominierung für den als bester Nebendarsteller erhielt. Der ganz große Wurf gelang dann Anfang der Siebziger Jahre mit "French Connection – Brennpunkt Brooklyn", in dem Hackman den Drogenfahnder "Popeye" Doyle spielt. Er nahm sich sogar die Zeit und ging vier Wochen lang mit einem echten Polizisten auf Streife. Die Authentizität sieht man später im Film wieder. Insgesamt fünf Oscars gewann der Film und noch weitere hochkarätige Auszeichnungen.

Filme machen als Hobby und Beruf

In den folgenden Jahren stand Gene Hackman in aller Regelmäßigkeit zwei- bis dreimal im Jahr vor der Kamera. Dabei war er sich nicht für Nebenrollen zu schade und so können wir ihn als Bösewicht in den Superman-Filmen, als Militäroffizier in "Geronimo" und als FBI-Agent in "Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses" bewundern. Letzteres brachte Hackman wieder eine Oscar-Nominierung ein. Aber es sollte noch ein paar Jahre dauern, bis er endgültig zu den ganz "Großen" des Hollywood-Zirkus aufsteigen konnte. Nach seinem Herzinfarkt 1990 erhielt er die Chance mit Clint Eastwood zusammen zu arbeiten.

Erbarmungslos einmalig: Gene Hackman spielt in Clint Eastwoods "Unforgiven"

Der große Westernheld Clint Eastwood inszenierte und produzierte den Film "Erbarmungslos" ("Unforgiven") und spielt auch selbst die Hauptrolle. Der gealterte Ganove William Munny tritt noch einmal aus Geldnot zu einem Auftragsmord an und findet im örtlichen Sheriff, großartig gespielt von Hackman, seinen Widersacher. Dieser geht gnadenlos und sadistisch gegen die Revolverhelden vor, er demütigt Munny und ermordet seinen Begleiter (gespielt von Morgan Freeman). Hackman werden im Laufe des Films Aussagen wie "Unschuldig – weswegen?" in den Mund gelegt, welche durch ihre subtile Kritik an der Schwarz-Weiß-Malerei der Hollywood-Western der Handlung eine gehörige Portion Tiefgang verleihen. Am Ende erschießt Munny den Sheriff kaltblütig aber durchaus mit Skrupel, die er im Alkohol ertränkt. Auch hier wird die Position dieses "Anti-Westerns" wieder mehr als deutlich. Neben der Hauptfigur lebt der Film aber ganz speziell von Hackmans Rolle und sein Oscar als bester Nebendarsteller kommt daher nicht von ungefähr. Es war seine zweite Auszeichnung und brachte ihn endgültig in die Hall of Fame.

Gene Hackman will keine Kompromisse mehr

Der Ruhm der Neunziger Jahre hielt noch weiter an, Gene Hackman drehte fleißig weiter, aber seit einigen Jahren ist es merklich still geworden. Er hat sich vom Filmgeschäft verabschiedet, denn man müsse zu viele Kompromisse eingehen, wie er meint. Viel lieber arbeitet er nun an seinen Romanen und genießt die Zeit mit seiner Ehefrau Betsy in Santa Fe, New Mexiko. Hollywood wird den Charakterdarsteller so schnell nicht vergessen, spätestens beim nächsten Film mit einem "harten Hund" werden wieder Vergleiche gezogen werden.

Portrait Nils Bräutigam, Nils Bräutigam

Nils Bräutigam - Im Journalismus bin ich ein echter Quereinsteiger. Bis jetzt war das Schreiben eine Art Ablenkung oder ehrenamtliche Aufgabe, aber nun ...

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