Generalisierte Angststörung – Symptome und Behandlungsansätze

Wenn Sorgen und Ängste sich nicht kontrollieren lassen und immer wieder in den Vordergrund treten, kann die Diagnose generalisierte Angststörung lauten.

Erschöpfung, innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelverspannungen, Zittern oder Herzrasen gehören zu den Symptomen einer generalisierten Angststörung. Diese werden jedoch nicht selten fehlgedeutet.

Worum geht es bei einer generalisierten Angststörung?

Die Sorgen und Ängste einer generalisierten Angststörung sind umfangreich – sie sind nicht klar begrenzt oder klar definierbar. Betroffene machen sich ständig und übermäßig Sorgen bezüglich vieler Dinge. Die Ängste sind in der Regel unbegründet, was den Betroffenen durchaus bewusst sein kann. Dennoch nehmen die Sorgen, etwa um die Gesundheit, die Familie, die Kinder, die finanzielle Situation, den Arbeitsplatz oder die Zukunft, überhand. Bei einer Phobie hingegen sind die Ängste bestimmten Situationen zuzuordnen – beispielsweise die Angst vor Spinnen oder die Angst vor Menschen beziehungsweise die Furcht, etwas Falsches zu sagen und schlicht peinlich zu sein (Sozialphobie). Die Ängste und Sorgen bei einer generalisierten Angststörung lassen sich nicht abstellen und können sich unter Umständen bis hin zu Panikattacken steigern. Mit der Zeit entwickeln die Betroffenen körperliche Symptome oder berichten von dem Gefühl, nicht entspannen oder abschalten zu können. Auch das Auftreten von Depressionen ist möglich. Etliche Betroffene empfinden ihre Ängste allerdings als real, als normal und leiden 'nur' unter den körperlichen Begleitbeschwerden, sodass eine Differenzierung schwierig sein kann.

Mögliche Folgen einer generalisierten Angststörung

Betroffene einer generalisierten Angststörung fühlen sich ihren Ängsten und Sorgen ausgeliefert. Sie versuchen sich abzulenken, nicht an ihre Angst zu denken oder diese zu kontrollieren – ohne Erfolg. Um sich zu beruhigen, telefonieren Betroffene beispielsweise ihren Partnern oder Angehörigen hinterher. Diese reagieren oft mit Unverständnis und Konflikte entstehen. Dementsprechend sind die Folgen Partnerschaftsprobleme, Rückzug und Isolation oder das Erhoffen von Linderung der überhand nehmenden Sorgen durch Alkohol oder andere in die Sucht führende Drogen.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer generalisierten Angststörung

Die Behandlung der generalisierten Angststörung ist abhängig von den Symptomen, der Schwere der Erkrankung und den Ursachen. Zu den Ursachen zählen neben biologischen Aspekten die Erziehung und Erfahrungen wie Trennung oder Verlust in Kindheit und Jugend. Zudem spielen aktuell belastende Ereignisse eine Rolle. Für die Behandlung stehen verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologische Methoden zu Verfügung. Unterstützend kommen körpertherapeutische Methoden wie die Craniosacrale Therapie und Feldenkrais zum Einsatz. Von wesentlicher Bedeutung sind Entspannungsmethoden wie Yoga, Autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR). Sehr empfehlenswert sind darüber hinaus der Besuch einer Selbsthilfegruppe und der Austausch mit anderen Betroffenen.

Wie funktioniert die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson?

Bei der Muskelentspannung nach Jacobson werden in einer bestimmten Reihenfolge einzelne Muskelgruppen nacheinander angespannt und wieder entspannt, um letztendlich eine Entspannung des gesamten Körpers zu erreichen. Begonnen wird mit den Muskelgruppen der dominanten Hand und des Unterarmes bis hin zum nicht dominanten Fuß. Mit geschlossenen Augen, in Rückenlage oder sitzend wird die Konzentration auf die jeweilige Muskelgruppe gelenkt und langsam angespannt. Circa fünf bis sieben Sekunden wird die Spannung gehalten und dann ebenso langsam und konzentriert entspannt. Eine Sitzung dauert zwischen 20 und 30 Minuten, gegebenenfalls länger.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel niemals fachlichen medizinischen Rat ersetzen kann.

Christa Windmüller - Christa Windmüller arbeitet als freie Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt Gesundheit. Dem journalistischen Weg geht eine ...

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