Lernen im Alter im "Campus der Gernerationen" erwünscht

Junge und alte Studierende - Uni Potsdam
Junge und alte Studierende - Uni Potsdam
Lebenslanges lernen ist Programm im "Campus der Generationen". Ältere arbeitslose Akademiker und junge Studenten lernen gemeinsam mit- und voneinander.

Die Universität Potsdam startete in diesem Wintersemester 2010/11 zum 4. Mal das Forschungsprojekt "Campus der Generationen". Darin können ältere Akademiker zusammen mit jungen Studierenden an konkreten Forschungsprojekten teilnehmen. Im Rahmen des "Campus der Generationen" können brandenburgische Firmen spezielle Forschungsprojekte, die nach einer dringenden und notwendigen Lösung für ein Problem in ihren Unternehmen suchen, in Auftrag geben und wissenschaftlich untersuchen lassen.

Die forschenden Projektteilnehmer wiederum bestehen einerseits aus arbeitslosen Akademikern, anderseits aus Studenten. Dieser Mix aus Arbeitserfahrung und neu erworbenem Wissen macht dieses Forschungsprojekt so einzigartig und effizient. Bei allen vorhergehenden Qualifizierungsdurchgängen konnten 50 Prozent der arbeitlosen Akademiker nach Ende des Semsesters in den jeweiligen brandenburgischen Unternehmen direkt in ein Arbeistverhältnis übernommen werden. Andere fühlten sich durch ihre Ausbildung im Campus der Generationen derart motiviert, dass sie den Sprung in die Selbstständigkeit wagten.

Brandenburgs Arbeitsminister voll des Lobes

Zur Auftaktveranstaltung des vierten Qualifizierungsdurchgangs des "Campus der Generationen" ließ es sich Günter Baaske, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie, nicht nehmen höchstpersönlich die neuen "Alten" und jungen Studierenden zu begrüßen. Als verantwortlicher Minister für die Beschäftigung im Land Brandenburg wies er auf die Bedeutung dieser bisher einzigartigen Maßnahme hin, die der Generation 50+ akademischer Arbeitsloser chancenreich wieder in den Arbeitsprozess zurückhelfen könne. Wer in einem solchen Forschungsprojekt des "Campus der Generationen" zielgerichtet in Zusammenarbeit mit jung und alt sich bewährt hat, ist mental wie von der Arbeitsanforderung her wieder fit für das Berufsleben. Die Brandenburgische Landesregierung sei darüber hinaus seit Jahren intensiv damit befasst, die Zahl der erwerbslos gewordenen älteren Arbeitnehmer immer mehr zu reduzieren.

Die von der EU im Maastrichter Vertrag festgelegte Idealzahl von 50 Prozent Wiedereingliederung älterer Arbeitnehmer zurück in Lohn und Brot, habe das Land Brandenburg zwar erreicht, dennoch sei diese Zahl noch lange nicht zufriedenstellend. Schließlich haben neueste Untersuchungen ergeben, dass bis 2015 fast eine Viertel Million offene Arbeitsstellen für Fachkräfte in Handel und Gewerbe eine ernsthafte Gefahr für den Wirtschaftsstandort Berlin-Brandenburg darstelle. Deshalb gelte es vor allem das Wissen und die Erfahrungsressourcen älterer Arbeitnehmer zu nutzen und zu fördern. Das Projekt "Campus der Generationen" sei hierfür geradezu vorbildlich.

Im vierten Qualifizierungsdurchgang arbeiten 12 ausgewählte ältere erwerbslose Akademiker zusammen mit 12 Sudenten aus unterschiedlichen Fachrichtungen in sechs verschiedenen Projekten an Lösungen für die jeweils auftraggebenden brandenburgischen Unternehmen. Darunter an so komplexen Aufgabenstellungen wie das "Entwickeln einer übergeordneten Matrix für die Projektdurchführung im Funkwerk Dabendorf" (Freisprechanlagenhersteller) oder eine umfangreiche Stadtteilbefragung über die Nutzung von Freizeitangeboten in einem Bürgerehaus in Potsdam. Der rasante demographische Wandel im "Kiez" hatte die Betreiberin der Begegnungsstätte, den Demokratischen Frauenbund e. V. Landesverband Brandenburg, diese wissenschaftliche Auftragsarbeit als dringend notwendig erscheinen lassen. Aus Brandenburg an der Havel nehmen zwei arbeitslos gemeldete Akademiker teil.

Burghard Seidel - Als freier Journalist und Autor sind Themenrecherche sowie das Schreiben und Redigieren von Texten die Basis meiner Arbeit. Darüber ...

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