
- Studie 5 by Peugeot - Peugeot Deutschland GmbH
Über Jahre hinweg waren die Fahrzeuge des Herstellers Peugeot an der großen Öffnung im Bereich der vorderen Stoßfänger zu erkennen. Der weit offene, untere Kühlergrill wirkte aggressiv und laut. Dadurch, dass die Front der Peugeot durch ihn sehr zerklüftet war, führte nicht jeder Waschgang in der Autoreinigungsanlage zum gewünschten Ergebnis. Die Bürsten kamen nicht überall hin. Doch nicht nur dieses kleine Detail, sondern auch die Sackgasse, in der sich Peugeot mit diesem Design befand, schuf die Aufgabenstellung an die Gestalter, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Deren Ideen feiern nun an den Studien "SR1“ und "5 by Peugeot“ ihre Debüt vor der Öffentlichkeit.
Ein neuer Gegner in der Mittelklasse kündigt sich mit der Studie "5 by Peugeot“ an
Nicht bestätigt ist, dass die Serienversion der Studie auf den Namen 508 hören wird. Doch was Peugeot auf den Messestand am Lac Leman stellt, verdient Respekt. Denn die Linien der noch "5 by Peugeot“ genannten Studie entsprechen dem aktuellen Zeitgeist und dessen Anforderungen an eine klare, saubere Gestaltung ohne eine Vielzahl von Sicken und Kanten. Vom für die Marke neuen, so erstmals beim 5008 vorgestellten und leicht an Audi erinnernden Kühlergrill verlaufen die Linien der Motorhaube v-förmig zum Windschutzscheibenrahmen und der A-Säule. Bis auf zwei Sicken rechts und links vom Markenlogo ist die Haube frei von weiterem Zierrat.
Der "5 by Peugeot“ trägt eine breite Schulterkante unterhalb der in ihrem Design an den Passat erinnernden Seitenfenster, die sich bis zum Heck zieht und dort in einem sehr sauberen, glatt und elegant gezeichneten Kofferdeckel mündet. Dessen Gestaltung wölbt sich leicht nach außen. Eine breite Chromspange, das Markenlogo, zwei trapezförmige Endstücke der Abgasanlage. Nichts stört die Linienführung der eleganten, geduckt auf der Straße stehenden Studie mit ihrem wuchtigen Heckabschluss. Von schräg hinten betrachtet überzeugt das Design durch seine Geschlossenheit, die Kraft und Qualität ausdrückt. Ein Quantensprung in der Formgebung, wie er auch beim Citroen C5 der zweiten Generation gelungen ist.
Die technischen Eckdaten der Studie "5 by Peugeot“
Das Fahrzeug misst in der Länge 4,86 Meter und zeigt, dass es damit schon in der Oberen Mittelklasse zu Hause sein will. Der Radstand des "5 by Peugeot“ beträgt 2,82 Meter. Daran ist erkennbar, dass es auch im Innenraum nicht zu knapp zugeht. Die Studie verfügt über einen Hybridantrieb: Der Dieselmotor ist 120 kW oder 163 PS stark; der Elektromotor an der Hinterachse leistet 27 kW beziehungsweise 37 PS. Im Schnitt liegt der Verbrauch bei 3,8 Litern und der CO2-Ausstoß bei 99g/KM. In der Stadt fährt die Studie rein elektrisch und damit vollkommen schadstofffrei.
Die Situation von Peugeot auf dem Mittelklassemarkt in Deutschland
In der Mittelklasse und Oberen Mittelklasse gehörte Peugeot bisher nicht zu den erfolgreichen Herstellern in Deutschland. Das Kraftfahrtbundesamt meldete, dass im Vorjahr bis Ende November 2009 vom Peugeot 407 nur 2.592 Exemplare, vom darüber positionierten Peugeot 607 dagegen nur 103 Fahrzeuge abgesetzt werden konnten. Dies bedeutete gegenüber 2008 Absatzzahlenrückgänge von 47,6 Prozent beim 407 und 59,4 Prozent beim Typ 607. Zum Vergleich: Die Volkswagen AG setzte vom Passat in 2009 bis Ende November 80.828 und vom Audi A4 ganze 70.111 Stück ab. So wie die Studie "5 by Peugeot“ sich präsentiert, kann das gelingen.
Der im Gesamtkonzept frei schwebende Kühlergrill, der detailverliebt darin versteckte Firmenschriftzug und das darüberliegende Markenlogo soll künftig bei allen Peugeot wiederzufinden sein. Der Hersteller hat damit einen überzeugenden Weg aus der Sackgasse des Schlundes gefunden. Dass diese Idee auch für Sportwagen geeeignet ist, beweist Peugeot mit der aufsehenerregenden Studie SR1, die neben vielen Neuheiten ebenfalls auf dem Genfer Autosalon 2010 zu besichtigen ist.
