Genmanipulierte Lebensmittel

Ist Genfood für den Menschen gefährlich?

Genfood kommt immer öfter in den Handel. Doch wie entstehen diese gentechnisch veränderten Lebensmittel und sind sie gesundheitsschädigend für den Menschen?

Genmanipulierte Lebensmittel sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Die Pflanzen sollen immer ertragsreicher werden, Obst und Gemüse größer und gesünder aussehen sowie durch leuchtende Farben locken.

Forschungen, das zu erreichen, gibt es schon seit langer Zeit. Im 20. Jahrhundert begann man, zufällig entdeckte Mutationen des Erbgutes einiger Pflanzen auszunutzen und sogar extra zu züchten. Dazu wurden diese mit radioaktiven Gamma- und Neutronenstrahlen regelrecht bombardiert. Manchmal kamen auch erbgutverändernde Chemikalien zum Einsatz. Aus den so manipulierten Pflanzen wurden noch einmal die besten herausgesucht und gegebenenfalls weitergekreuzt. Auf diese Weise entstanden wieder neue Sorten wie beispielsweise spezielle Gerste zur Herstellung von Bier.

Gene werden in die Pflanzen eingebaut

Die moderne Gentechnik heutzutage ist noch eine Spur ausgereifter. Um bei diesen Kreuzungen nicht mehr auf Zufälle angewiesen zu sein, suchen die Forscher hierbei gezielt nach Genen, die für eine bestimmte Eigenschaft verantwortlich sind. Diese können sich in anderen Pflanzen, aber auch in Tieren oder sogar in Menschen befinden. Das gewünschte Gen wird anschließend mittels spezieller Enzyme herausgeschnitten und in die Pflanzen eingebaut, die diese Eigenschaft besitzen sollen.

Dieses Einbauen kann auf zwei verschiedene Weisen erfolgen. Das fremde Gen wird in ein Bakterium eingebracht. Von dort aus gelangt es in den Zellkern der Pflanze, wo es integriert wird. Pflanzenzellen, bei denen dieser Gentransport funktioniert hat, werden vom Gentechniker bereits im Reagenzglas herausgesucht. Aus ihnen können Pflanzen entstehen, die in der Lage sind, sich weiter zu vermehren.

Um ein Gen einzubauen, wird manchmal auch ein Goldkügelchen verwendet. Das entsprechende Gen wird daran gehaftet und anschließend mit einer Spezialkanone auf die Pflanzenzelle geschossen. Bei diesem Verfahren können die Pflanzenzellen mit den geglückten Genmanipulationen ebenfalls schon im Reagenzglas aussortiert werden. Die manipulierten Zellen werden anschließend zu Pflanzen herangezüchtet.

Was teilweise klingt wie die Handlung aus einem Science-Fiction-Roman, ist heute Gang und Gebe. So gruselig wie es erscheinen mag, seitdem die Sprache der DNS entschlüsselt und herausgefunden wurde, dass sie sich in Menschen, Tieren und Pflanzen nicht unterscheidet, ist es sogar möglich, tierische oder menschliche Gene in Pflanzen einzubauen. Umgekehrt geht das natürlich auch.

Ziel der Gentechnik

Gentechnik wird vor allem angewendet, um Kulturpflanzen wie die Kartoffel gegen Insekten, Unkrautvernichtungsmittel, Frost und andere Umwelteinflüssen zu immunisieren und somit den Ertrag zu steigern. Andere Lebensmittel wie beispielsweise die Tomate wurden gentechnisch verändert, diese damit sie länger frisch bleibt, nicht matschig wird und appetitlich aussieht. Doch wie gefährlich ist dieses Genfood wirklich?

Gefahren von genmanipulierten Lebensmitteln

Die Züchtung der genmanipulierten Pflanzen wird wissenschaftlich nach strengen Regeln überwacht. Auffällige Gesundheitsrisiken können daher ausgeschlossen werden. Allerdings ist es möglich, dass Allergien auftreten. Menschen, die beispielsweise allergisch auf bestimmte Eiweiße im Fisch reagieren, könnten unter denselben Symptomen leiden, wenn sie eine mit Fischgenen versehene Kartoffel essen.

Des Weiteren besteht die Gefahr, dass manche Krankheitserreger resistent gegen Antibiotika werden könnten und man sie somit nicht mehr aufhalten kann. Diese Antibiotika-Resistenzen werden teilweise bewusst mit in das Erbgut der Pflanzen eingebracht. Auf diese Weise will man herausfinden, ob bestimmte Gene wirklich eingebaut wurden. Über die Nahrung könnten die Resistenzen zum Beispiel auf die menschliche Darmflora übertragen werden. Würde wegen einer Krankheit ein Antibiotikum verabreicht, so wäre dieses dann nicht mehr wirksam. In den meisten Fällen, aber nicht immer, werden diese Resistenzen allerdings wieder herausgezüchtet, bevor die Pflanzen in den Handel gelangen.

Vorteile der Gentechnik

Gerade für Menschen in Asien kann die Gentechnik ungeahnte Vorteile mit sich bringen. In dieser Region ist Reis oft das Haupt- und manchmal sogar das einzige Nahrungsmittel. Eine Reisallergie wäre für die entsprechende Person also fatal. Mit der Gentechnik ist es nun möglich, so genannten hyperallergenen Reis zu züchten, der keine Allergien auslöst. Auch enthält der neue Reis einen sonst nicht vorhandenen Beta-Carotin-Anteil. Dieser kann im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden und Erblindung sowie andere Mangelerscheinungen durch einseitige Ernährung vorbeugen.

Politisch gesehen, dürfte die Sache unter einen anderen Stern stehen. Da den armen Ländern in der Regel die finanziellen Mittel fehlen, um die Gentechnik zu erforschen und anzuwenden, würden sie sich noch abhängiger von den westlichen Industriestaaten machen.

Kennzeichnung von Genfood

Genfood unterscheidet sich vom Geschmack und Aussehen her nicht von normalen Lebensmitteln. Gekennzeichnet werden müssen Nahrungsmittel jedoch nur, wenn sie mehr als 1% gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Daher ist es oft schwierig, sie zu erkennen. Dennoch muss niemand Panik davor haben, sie zu essen.

Bislang sind keine schwerwiegenden Krankheiten durch den Verzehr von Genfood bekannt geworden. Allerdings sind erst seit 1994 gentechnisch veränderte landwirtschaftliche Produkte auf den Markt gekommen. Somit ist die Zeitspanne zu kurz, um Langzeitfolgen generell ausschließen zu können.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Sylvia Schöbe - Liebe Leser und Leserinnen, Vielen Dank für das Interesse an mir und meinen Artikeln. Dann möchte ich mich einmal kurz ...

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