Supper-Clubs, das sind oft winzig kleine "geheime" Restaurants in privaten Räumlichkeiten, die von kreativen Hobbyköchen betrieben werden. Was sich an der Grenze des Legalen bewegt, ist für Gäste mit Hochspannung, einzigartigen Erfahrungen und unerwarteten kulinarischen Erkenntnissen verbunden. So hat der Trend aus Kuba über die USA nun auch Europa erreicht.
Die Idee der Secret Supper-Clubs
Das Konzept der halblegalen Supper-Clubs findet auch in unseren Breiten immer mehr Anhänger. Die Verabredungen zum "geheimen" Dinner werden oft im Internet getroffen, gespeist wird dann in Privatwohnungen, wo Wohn- bzw. Esszimmer zum Gastraum umfunktioniert werden.
Supper-Clubs sind etwas für urbane Schatzsucher, die wissen was sie suchen und was sie wollen. Der Großteil der meist bunten Gourmetgesellschaft, die einen Supper-Club besucht, findet über Internet, Blogs, Facebook und manchmal auch über Mundpropaganda den Weg ins geheime Lokal.
Manch ein Gastgeber kocht selbst im eigenen Mini-Restaurant, manch einer organisiert den Supper-Club lediglich und lädt wechselnde Köche ein, deren Köstlichkeiten die geladenen Gäste verspeisen dürfen. Das geheime Speisezimmer ist oft improvisiert, wird jedoch stets mit Hingabe individuell dekoriert und erhält dadurch einen besonderen, einzigartigen Touch. Der Kontakt zu den Gästen und zwischen den Gästen untereinander ist normalerweise schnell hergestellt und es entwickeln sich spontane Small-Talk-Runden. Wer die Atmosphäre eines solchen Secret Supper-Clubs einmal erlebt hat, wird immer wieder auf der Suche nach diesen kleinen versteckten Plätzen sein.
Und wenn man weiß, dass Supper-Clubs miteinander vernetzt sind, ist das auch gar nicht so schwer. Bei "The Ghetto Gourmet", einem Online-Netzwerk für Dinnerpartys und alternative Gastronomie, findet man eine Liste von Supper-Clubs auf der ganzen Welt.
Angelika Apfelthaler und ihr "Dining Room" – Eine Pionierin
Vor rund drei Jahren hat sich Angelika Apfelthaler einen Traum erfüllt. Aus ihrem Wohnzimmer wurde ein Speisesaal, aus den Gästen wurden Freunde und aus dem Konzept wurde ein Trend. Seither bekocht die engagierte Österreicherin drei- bis viermal pro Woche ihre Gäste im privaten „Dining Room“ des eigenen Hauses. Die Idee begeisterte und Apfelthaler fand jede Menge Nachahmer. So wurde sie im deutschsprachigen Raum zur Vorreiterin der Secret Supper-Clubs. Nun hat Angelika Apfelthaler die Geschichte ihres „Dining Rooms“ sogar in ein Buch gefasst. Eine Erfolgsgeschichte, verfeinert mit zwölf Menüs, die nach Regionen oder Stimmungsbildern benannt und mit vielen Rezept- und Landschaftsfotos sowie Aufnahmen von Haus und Garten illustriert sind. Der Großteil der Rezepte lässt die Vorliebe der Autorin für Italien erkennen. Und da Apfelthaler in ihrem "Dining Room" alle Arbeitsschritte alleine bewerkstelligt, sind die Gerichte leicht vorzubereiten und eignen sich aus diesem Grund perfekt, wenn man selbst einmal Gäste bewirten möchte.
"Jumping Dinner" – 3 Gänge in 3 Wohnungen an einem Abend
In Deutschland kann man seit einiger Zeit an einem so genannten "Jumping Dinner" teilnehmen. Ein Konzept, das vor allem junge Leute anspricht, die ständig auf der Suche nach neuen Erlebnissen sind. Beim "Jumping Dinner" wird ein drei Gänge Menü zum unvergleichlichen Erlebnis, da jeder Gang in einer anderen Wohnung eingenommen und von einem anderen Team zubereitet wird. So ändert sich auch die Zusammensetzung der Gäste bei jedem Gang. Die Teams bestehen aus zwei Personen. Wer noch nicht zu zweit ist, für den wird – ob männlich oder weiblich, ganz nach Wunsch – ein Koch- und Genusspartner gefunden. Als Zweier-Team kocht man dann einen der drei Gänge, bei den anderen beiden ist man Gast. Und nach dem Dessert können alle "Jumping Dinner"-Teilnehmer beim großen Come-Together ihre Erfahrungen austauschen.
