
- Georg Baselitz - Museum Frieder Burda
Georg Baselitz (71) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des deutschen Sprachraums. Eigentlich heißt er Hans-Georg Kern. Sein Künstlername folgt seinem Geburtsort Deutsch-Baselitz. Seine erste Hochschule in Ost-Berlin bescheinigte ihm „gesellschaftliche Unreife“ Heute lebt der angesehene Künstler am Ammersee und in Italien.
Im nächsten halben Jahr besteht Gelegenheit, sich umfassend mit seinem Schaffen in Baden-Baden im Breisgau auseinander zu setzen. Das Museum Frieder Burda zeigt vom 21. November 2009 bis 14. März 2010 „Baselitz: Eine Retrospektive“ mit einem Überblick über fünfzig Jahre Malerei. In der Staatlichen Kunsthalle kommt „30 Jahre Skulptur“ hinzu. Insgesamt werden rund 140 Objekte gezeigt. Kurartiert wird die Schau vom Meister selbst zusammen mit Götz Adriani vom Museum Frieder Burda und Karola Kraus von der Staatlichen Kunsthalle.
Einer der angesehendsten Künstler unserer Zeit
Georg Baselitz gehört weltweit zu den berühmtesten und gefragtesten Künstlern unserer Zeit. Durch ihn habe die deutsche Malerei "einen Stellenwert wie niemals zuvor“ erlangt, meint die die Ausstellung begleitende PR-Agentur. Seine Werke haben Eingang in die wichtigsten Museen und Sammlungen gefunden. Viel beaachtet wurden in den letzten beiden Jahrzehnten Ausstellungen im Guggenheim Museum New York 1995 und in der Royal Academy of Art in London im Jahre 2007.
Das Museum Frieder Burda widmet sich ganz besonders der Kunst der Moderne. 2007 zeigte es Werke von Sigmar Polke, 2008 von Gerhard Richter, zu denen renommmierte Privatsammlungen beigetragen haben. Zu der Baseletiz-Schau steuern die Sammlungen Josef Froelich, Sylvia und Ulrich Ströher, Friedrich Christian Flick, Uli Kriecht und Frieder Burda bei. Baselitz selbst gibt fünfzehn seiner Werke hinzu. So kann in Baden-Baden das ganze Spektrum seiner Arbeiten von den Anfängen bis heute gewürdigt werden. Achtzig Gemälde und vierzig Arbeiten auf Papier werden insgesamt hier gezeigt werden.
Der Maler des Umgekehrten
Er habe in den zurück liegenden fünfzig Jahren mit seinem umfangreichen und inhaltlich abwechslungsreichen Werk neue Wege beschritten und künstlerische Maßstäbe gssetzt, sagt die erwähnte Agentur. In seinen Helden-Bildern Mitte der 1960er Jahre habe er im Stil der monumentalen Figurenmalerei irritierend wirkende Gestalten, die das klassische Figurenbild radikal in Frage stellen, geschaffen. In Freiburg sind neun Beispiele zu sehen.
Das Auflösen der Formen führt 1966 zu den Frakturbildern, in denen die Bildmotive zerteilt und neue komzipiert werden. Diese Form der Befreiung der Darstellung von Inhalt und Bedeutung gipfelt 1969 in der Umkehrung des Bildmotivs, welche Baselitz international bekannt machte. In den auf den Kopf gestellten Motiven wie Figur, Porträt, Stillleben, Landschaft und Tierdarstellung bezeuge der Künstler seine gestalterische Expertmentierfreudigkeit, werden wir belehrt.
Das bildhauerische Werk
Das bildhauerische Werk des Künstlers seit 1979 ist in der Staatlichen Kunsthalle zu sehen. Erstmals wird hier die neueste Arbeit „Volk Ding Zero“ vorgestellt. In neun Sälen werden die neun Schaffensperioden des Künstlers gezeigt, wobei Bilder zum gleichen Sujet die Darstellung ergänzen. Der Bildhauer Baselitz arbeitet mit Kettensäge, Beil und Stecheisen. „Die schroffen Linien vermitteln eine rigorose Willensentscheidung, die sich absichtlich über den rohen Kraftakt manifestiert“, sagt die Pressemitteilung dazu. Das Erscheinungsbild sei unverwechselbar. Baselitz strebe gegen Harmonie und Symmetrie. Im Medium Skulptur ist dem Künstler zufolge die Sprachkraft der bildnerischen Mittel „viel direkter lesbar und viel weniger verschlüsselt“. Ahorn, Linde, Rotbuche oder Zeder müssen unter den Aggressionen des Künstlers leiden.
Die Ausstellungshäuser sind dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet.
