Vielleicht ist es nicht der schönste Fleck Malaysias aber auf jedem Fall eine Reise wert. Die Rede ist von Georgetown auf der Halbinsel Penang vor der Westküste Malaysia. Diese Stadt stellt sich als Kleinod mit einem etwas unerklärbaren Ambiente dar. Eine beschauliche Bahnfahrt ab Bangkok durch den Süden Thailands mit dem Ende in Butterworth bringt uns dieser bezaubernden Stadt näher. Der am Festland liegende Teil der Provinz Penang ist mit der Halbinsel durch die dreizehn Kilometer lange Penang Bridge verbunden. Nicht nur, dass ihr eine gewisse Eleganz nicht abzusprechen ist, handelt es sich auch um die längste Brücke Südostasiens. Eine andere Möglichkeit in das gegenüberliegende Georgetown zu gelangen ist die Überfahrt mit der Fähre. Georgetown verbindet kolonialen Baustil harmonisch mit der Vielfalt der ansässigen Bevölkerung und kulinarische Wohlgerüche mit gelebter spiritueller Energie. In einer Stadt mit siebenhunderttausend Einwohnern leben Chinesen, Malaien, Inder und Araber nebeneinander und geben ihr jenes Flair, welches diese Stadt über die Grenzen Malaysias hinaus so bekannt macht. Muslime, Buddhisten, Christen und Hindus in einem farbigen und friedlichem Nebeneinander.

Benannt nach dem englischen Regenten George IV wurde Pulau Pinang, so die malaiische Bezeichnung der Halbinsel, vom Sultan von Kedah gegen Sicherheitsgarantien an das Britische Empire abgetreten. Die East India Company konnte sich so einen weiteren Stützpunkt für ihre profitablen Handelswege sichern. Es ist nicht genügend Platz vorhanden um all die Kostbarkeiten Georgetowns hier zu beschreiben. Der Text beschränkt sich auf Ausgewähltes und die Feststellung, dass diese Stadt auf eine entspannte Art und Weise zu bereisen ist. Nur so wird der Beobachter der kleinen und großen Schönheiten gewahr. Nur so wird er Georgetown in seiner Schönheit erfassen und begreifen. Er hat die Möglichkeit über eine Art Stadtspaziergänge die Vielfalt und Geschichte näher zu erfahren. Ob Food-, Heritage- oder Tradetrail, einfach abgehen und die kleinen und großen Schönheiten der Stadt auf sich wirken lassen.

Kolonial und multikulturell

Fort Cornwallis kann als Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang in Worten verwendet werden. Es wird geschrieben, dass die Standhaftigkeit dieser Festung zu wünschen übrig lässt. Ist der Reisende schon einmal dort gewesen dann weiß er auch warum. Unhaltbar als Festung jedoch passend in das Arrangement der Stadt. Der Sri Muniswaran Tempel befindet sich in nächster Nähe und ist Shiva gewidmet, dem Gott der Zerstörung aber auch der Schöpfung. Die Gegend stark vom Kolonialismus geprägt führt den Reisenden über die Light Street an der Town Hall vorbei zur St. George’s Church, der ersten anglikanischen Kirche in Südostasien. Der Besuch des dahinterliegenden Museums gibt Einblick über die Vielfalt der Insel und der hier beschriebenen Stadt. Der Goddess of Mercy Tempel, der Sri Mariamman Tempel und die älteste Moschee von Penang, die Kapitan Keling Moschee sind weitere Sehenswürdigkeiten mit denen Georgetown dem Besucher seine Pluralität näher bringt. Pausen legt man ein um sich von der oft drückenden Hitze zu erholen und um das abwechslungsreiche Kulinarium der Stadt in Ruhe genießen zu können.

Nicht zu vergessen in der Leith Street das Cheong Fatt Tze Mansion. Errichtet von einem chinesischen Kaufmann im neunzehnten Jahrhundert nach den Prinzipien von Feng Shui, erstrahlt es nach seiner Renovierung im neuen Glanz. Auf dem Weg vom Goddess of Mercy Tempel in Richtung Fatt Tze Mansion quert man vielleicht die Love Lane. Dort befinden sich entzückende Unterkünfte unterer Kategorie. Nicht für jedermann, aber passend zum Gefühl Georgetowns.

Kek Lok Si und Bukit Bendera

Kek Lok Si, der größte buddhistische Tempel Malaysias, präsentiert sich vor allem zu später Stunde in einer Pracht aus Lämpchen und Lampions. Man kann sich gar nicht sattsehen, durchquert man diese Anlage mit seinen Verkaufsständen und verschlungenen Pfaden. Während des Aufstiegs zur Pagode gelangt der Reisende an einem Teich vorbei, in dem hunderte von Schildkröten neugierig ihre Köpfchen nach oben recken. Überragend thront die Pagode über dem Areal und der Weg dorthin ist alles andere als langwierig obwohl an schwülen Tagen sehr schweißtreibend. Vorbei geht es an einer kleineren Pagode welche von Buddhas umgeben ist bis man bei der Götting der Barmherzigkeit anlangt. Zwischen den Pilgern eingebettet und die Abendstimmung auf sich wirken lassend kann sich ein Abend in diesem Tempel zu einem beeindruckend Erlebnis entwickeln.

Der achthundert Meter hohe Penang Hill oder Bukit Bendera, ist nicht nur Naherholungsgebiet für die Bevölkerung sondern auch Touristenattraktion der besonderen Art. Mit einer Standseilbahn aus den zwanziger Jahren geht es auf über 700 Meter Höhe. Die beschauliche Auffahrt und der wundervolle Blick auf die Stadt ist es wert diesen Ort aufzusuchen. Wer Glück hat, ist dabei Teil einer illustren multikulturellen Gesellschaft mit demselben Ziel. Oben angekommen wird der Temperaturunterschied bemerkbar und eine reizende Umgebung breitet sich vor dem Besucher aus. Dieser kann mit einem gemütlichen Spaziergang oder einer längeren Wanderung das Gelände erkunden. Ein Hindutempel, eine Moschee, viktorianische Gebäude und der Air Itam Damm als beliebtes Ausflugsziel der Einwohner von Penang könnte der Abschluss einer schönen Zeit in dieser sympathischen Stadt sein. Noch ein Blick in die Tiefe auf die Halbinsel und ihre Stadt und die erlebte Vielfalt in Ruhe auf sich wirken lassen.

Quellen:

Stefan Loose, Travel Handbücher, Malaysia, Brunei und Singapore, 12. überarbeitete Auflage