Gerhard Huber - Burnout und Depressionen

Überarbeitung, Neid und Mobbing: Ein Betroffener erzählt

Gerhard Huber - Gerhard Huber
Gerhard Huber - Gerhard Huber
In seinem Buch „Burnout-Depressionen - Fluch oder Segen" beschreibt Gerhard Huber seinen Weg aus der lebensgefährlichen Krankheit.

Nur knapp entkam der ehemalige österreichische Bankmanager Gerhard Huber dem Tod: Extreme Überarbeitung über einen sehr langen Zeitraum, Neid und Mobbing am Arbeitsplatz hatten ein schwerstes Burnout zur Folge.

Burnout: Der Weg eines Betroffenen

Das Buch "Burnout-Depressionen – Fluch oder Segen" ist kein Ratgeber eines medizinischen Therapeuten, sondern die berührende und spannende Geschichte eines Betroffenen. "Ich habe mit meinem Leben gespielt", sagt Gerhard Huber heute. Geschrieben hat er das Buch für Menschen, die unter den verschiedenen Formen von Burnout leiden, oder die jemanden kennen, der mit diesen Problemen zu kämpfen hat.

Gerhard Huber war körperlich, geistig und emotional am Ende

Burnout kommt aus dem Englischen, und es heißt soviel wie "ausgebrannt sein", keinen Antrieb, keine Kraft, keine Lebensfreude mehr zu verspüren. Es bedeutet sowohl körperlich, geistig, als auch emotional fertig zu sein und nichts mehr auf die Reihe zu bringen. "Burnout ist eine unendliche Leere, ein tiefes schwarzes Loch, aus dem man nicht mehr herausfindet und es bedeutet, nichts mehr empfinden zu können, für nichts und niemanden. Burnout bedeutet die Hölle, und es ist die Hölle!", weiß Gerhard Huber aus bitterer Erfahrung.

Millionen Menschen leiden an den Symptomen von Burnout

In seinem Buch "Burnout-Depressionen – Fluch oder Segen“ beschreibt Gerhard Huber seinen ganz persönlichen Weg ins Burnout und in die Depression. "Es zeigt meine Symptome bis hin in meine tiefste Verzweiflung. Es beschreibt aber auch meinen Weg zurück, einen Weg in ein neues Leben, in mein Leben!" Mit seinem Buch möchte Gerhard Huber allen Betroffenen und auch schon jenen, die erst auf dem Weg ins Burnout sind, einen Rettungsanker zuwerfen, an dem sie sich orientieren und anhalten können. Der ihnen helfen soll, ihren Weg zu finden, um aus der Krankheit wieder herauszufinden.

Burnout und Depression: Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

"Es war wichtig für mich, dass ich professionelle Hilfe in Anspruch genommen habe", betont Gerhard Huber. Dazu gehörte auch, die Medikamente vorschriftsmäßig einzunehmen. Auch wenn keine Arznei der Welt sein Burnout-Problem lösen konnte, so konnten die Mittel dem innerlich Getriebenen zumindest helfen, klare Gedanken zu fassen. "Es hat mir auch geholfen, dass ich irgendwann gelernt habe, meine Krankheit zu akzeptieren und dass ich mir mit meiner Heilung alle Zeit der Welt gelassen habe."

Überarbeitung: Rechtzeitig Symptome erkennen

Dabei war anfänglich alles so perfekt: "Ich bin immer auf die Butterseite gefallen, sowohl in meiner Kindheit, meiner Jugend und auch danach." Also warum macht jemand so lange weiter, bis er ausgebrannt ist, obwohl er merken muss, dass er gegen sich selbst lebt? "Ich habe die Symptome nicht gekannt, habe die Zeichen, die mir mein Körper gegeben hat, nicht ernst genommen. Ich habe weggeschaut, weil ich dachte, dass ich das alles alleine schaffe. Ich wollte keine Hilfe annehmen, weil ich es gewohnt war, meine Probleme selber zu lösen."

Ängste essen die Seele auf – und den Körper

Viele Menschen schämen sich wegen des Krankheitsbildes von Burnout und sie haben Angst davor, diese "vermeintliche Schwäche" sich oder irgendjemand anderem einzugestehen. Sie fürchten um den Verlust des Arbeitsplatzes, und dass sie in der Gesellschaft nichts mehr gelten und wie Aussätzige behandelt werden. "Genau diese Angst lähmt uns alle, sie führt dazu, dass wir nicht mehr klar denken, dass wir unsere Potentiale nicht erkennen und diese dann auch nicht in die Tat umsetzen können."

Besteht die Gefahr bei Burnout rückfällig zu werden?

Gerhard Huber wurde schon mit fünfundzwanzig Jahren durch einen Schlaganfall klar gezeigt, dass sein damaliges Leben nicht das Richtige für ihn war. Doch er veränderte nichts. Zehn Jahre später erlitt er einen Lungeninfarkt, doch auch diesen Hinweis ignorierte er. "Das Burnout, in das ich mit 45 Jahren geschlittert bin, hat mir endlich die Augen geöffnet und ich weiß heute, dass ich einen vierten Fingerzeig nicht mehr überleben würde…“

Gerhard Huber: Burnout-Depressionen: Fluch oder Segen. Verlag Gerhard Huber 2008. Gebundene Ausgabe, 136 Seiten. Euro 19,50.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – nicht ersetzen kann.

Ilona Mayer-Zach, Sabine Windsor

Ilona Mayer-Zach - Geboren in Graz, Wahlwienerin. Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften; Medienkundlicher ...

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