Geriatrische Tagespflege für Demenzkranke - ein Gewinn für alle

Geriatrische Tagespflege - © Michaela Rupprecht / pixelio.de
Geriatrische Tagespflege - © Michaela Rupprecht / pixelio.de
Demenzkranke und ihre betreuenden Angehörigen können durch Einrichtungen der geriatrischen Tagespflege wertvolle Hilfe und Entlastung erfahren.

Demenz ist eine Erkrankung, die schleichend beginnt und sich über einen langen Zeitraum hinzieht. Meistens sind es nahe Angehörige, sehr häufig die ebenfalls älteren Ehepartner, die die Betroffenen betreuen. Wenn es zunächst lediglich heißt, den Demenzkranken an vieles zu erinnern und Fragen mehrmals zu beantworten, wird die Betreuung mit der Zeit immer umfangreicher. Eines Tages weiß der Betroffene nicht mehr, wie er seinen Körper ausreichend pflegen soll, oder die Reihenfolge beim Anziehen gerät durcheinander. Er findet in der eigenen Wohnung die Toilette nicht mehr und weiß sich nicht mehr zu beschäftigen.

So wird der Betroffene immer abhängiger von seiner Bezugsperson, vor allem je weniger er andere Menschen wiedererkennt. Und der gesunde Angehörige betreut den demenzkranken Partner immer mehr - bis zu 24 Stunden am Tag. Es ist unklar, wie viele ältere Paare so ihren Alltag verbringen und sich aus mangelndem Wissen oder falscher Scham keine Hilfe holen.

Dabei leisten Einrichtungen zur geriatrischen Tagespflege einen wertvollen Dienst an den Demenzkranken und ihren Angehörigen, verbunden mit dem Ziel, die noch vorhandenen Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung bei den Betroffenen zu fördern und möglichst lange aufrecht zu erhalten.

Wer bietet Tagespflege für Demenzkranke an?

Wohlfahrtsverbände, diakonische Institutionen und private Betreuungsvereine bieten geriatrische Tagespflege an. Dabei sind die Tagesstätten häufig angeschlossen an Pflegeeinrichtungen oder betreute Wohnprojekte. Bei den Tagesstätten unterscheidet man "geschützte" oder "geschlossene" Einrichtungen - beide Formen sind öffentlich nicht zugänglich. Die geschlossenen Einrichtungen können darüber hinaus von den Demenzkranken nicht eigenständig verlassen werden, was wegen der sogenannten Weglauftendenz sehr wichtig sein kann.

Auskunft über Einrichtungen vor Ort erhält man bei den regionalen Beratungsstellen der Alzheimer Gesellschaft e.V.

Welche Ziele hat die Tagespflege für Demenzkranke?

  • Entlastung der betreuenden Angehörigen
  • Erhaltung der Selbständigkeit
  • Förderung der Alltagsbewältigung
  • Förderung sozialer Kontakte
  • Sinnvolle und anregende Beschäftigung

Die Bedeutung anregender Beschäftigung in Gesellschaft darf für das seelische Befinden von Demenzkranken nicht unterschätzt werden. Bei gemeinsamen Gedächtnis- und Bewegungsspielen, bei kreativen Arbeiten und beim Singen kehrt für viele Betroffene ein Stück verlorener Lebensfreude zurück. Das bewahrt sie vor einer Depression, die bei vielen Demenzkranken als Begleiterscheinung aufgrund einer sozialen Isolation auftritt.

Welche Angebote umfasst die Tagespflege für Demenzkranke?

  • Tageweise Plege und Betreuung an den Werktagen
  • Hol- und Bringdienst
  • Versorgung mit Mahlzeiten
  • Hilfestellung bei der Körperpflege
  • Toilettentraining
  • Unterhaltungs- und Beschäftigungsprogramm

In unterschiedlichem Umfang werden je nach Einrichtung auch die Hilfestellung in persönlichen Angelegenheiten und die Beratung von Angehörigen angeboten. Außerdem bieten manche Einrichtungen auch medizinische Leistungen, Krankengymnastik, Fußpflege und die Möglichkeit zu einem Frisörbesuch an. Für umfangreichere medizinische Leistungen und pflegerische Betreuung stehen in geriatrischen Abteilungen von Krankenhäusern entsprechende Tageskliniken zur Verfügung.

Wer übernimmt die Kosten für die Tagespflege?

Für altersverwirrte, demenzkranke Menschen mit erheblichen Betreuungsbedarf stellen die Pflegekassen sogenannte zusätzliche Betreuungsleistungen zur Verfügung. Wenn der Aufenthalt eines Angehörigen in einer Tagesstätte geplant ist, sollte man diese Pflegeleistung bei der Krankenkasse beantragen. Das entspricht der sogenannten "Pflegestufe 0". Damit können die Kosten für eine Tagespflege zumindest zum Teil gedeckt werden. Benötigt der Demenzkranke auch umfangreiche Hilfe beim Aufstehen, Waschen, Anziehen und bei den Mahlzeiten, wird er auf Pflegestufe 1 eingestuft.

Weitere Informationen

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Bildnachweis: © Michaela Rupprecht / pixelio.de

Christine Bartholomae - Christine Bartholomae, Diplom-Psychologin, Freie Journalistin und Autorin

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